Stand: 20.10.2019 11:01 Uhr

96 - VfL: Kleines, aber brisantes Niedersachsen-Derby

96-Trainer Mirko Slomka (l.) will gegen Daniel Thiounes Osnabrücker den ersten Heimsieg.

Daniel Thioune freut sich aufs "Niedersachsen-Derby". Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück gastiert heute (13.30 Uhr/im NDR Livecenter) bei Hannover 96. Bei so manchem Fußball-Fan in der Landeshauptstadt wird die Aussage des Trainers der Lila-Weißen Kopfschütteln auslösen. Der Begriff "Niedersachsen-Derby" ist schließlich eigentlich für die Duelle mit Eintracht Braunschweig reserviert. Doch weil die "Löwen" in diesem Jahr in der Dritten Liga spielen, gibt es eben bloß zwei Teams aus Niedersachsen - und 96-Trainer Mirko Slomka ist da auch ganz pragmatisch: "Ich weiß, unsere Fans kennen nur ein richtiges Derby gegen die gelb-blaue Nachbarschaft. Aber ich finde es toll, dass die Osnabrücker den Aufstieg in die Zweite Liga geschafft haben. Der Gäste-Fanblock ist auch bei diesem Spiel voll. Und das tut dem Spiel insgesamt gut."

Duell zuletzt vor über 18 Jahren

Thioune sprach von 6.000 Fans, die ihr Team aus Osnabrück begleiten würden. Beim bis dato letzten Aufeinandertreffen waren am 26. Februar 2001 insgesamt lediglich 6.882 Zuschauer im Niedersachsenstadion. Die Zweitliga-Partie endete 1:1 und das auch nur, weil Hannovers Salif Keita die Führung von Osnabrücks Ansgar Brinkmann in der Schlussminute ausgleichen konnte. Thioune war noch selbst als Joker des VfL - auch damals Liga-Neuling - dabei. Auf Seiten der Gastgeber standen Carsten Linke (heute Aufsichtsrat) und Jörg Sievers (Torwarttrainer) in der Startformation.

Mögliche Aufstellungen von Hannover und Osnabrück

Gänzlich unterschiedliche Vorzeichen

Das Wiedersehen 18 Jahre später verspricht aber nicht nur wegen des Derbycharakters Brisanz. Beide Teams sind aktuell Tabellennachbarn - der Elfte empfängt den 13. Doch während der Aufsteiger voll im Soll ist (Thioune: "Alles über Platz 15 gibt Grund zu feiern."), läuft der Landeshauptstadt-Club den eigenen Ansprüchen weit hinterher.

Der direkte Wiederaufstieg war das erklärte Ziel, im Vergleich mit dem VfL hat 96 ein Vielfaches an Geld zur Verfügung. Eine Niederlage gegen den kleinen Nachbarn würde die ohnehin angezählten "Roten" besonders hart treffen.

"Wir wollen diesen Heimsieg unbedingt", sagte Slomka, der seit seiner Rückkehr nach Hannover noch kein Pflichtspiel im eigenen Stadion gewonnen hat. Mit zwei Punkten aus vier Partien ist 96 das heimschwächste Team der Liga. Um diese Statistik wissend, hofft Thioune darauf, dass unter den über 30.000 Hannover-Fans, die zum Spiel erwartet werden, immer mehr Unruhe aufkommt, je länger seine Mannen die Null halten. "Wir wollen der Spielverderber sein", kündigte Thioune an. "Wir wollen dem Gegner zeigen, dass Osnabrück wieder da ist und dass dieses Duell, das es vor 18 Jahren mal in der Zweiten Liga gab, wieder ein schönes Niedersachsen-Derby ist."

Weitere Informationen

Ergebnisse und Tabelle 2. Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.10.2019 | 22:50 Uhr