Stand: 19.10.2019 14:41 Uhr

Hannover 96: Söhne von Kind und Roßmann vor Einstieg

Sollen bei Hannover 96 einsteigen: Die Unternehmer-Söhne Alexander Kind (l.) und Raoul Roßmann.

Wie geht es bei Hannover 96 weiter, wenn Martin Kind einmal ausscheiden wird? Der mittlerweile 75 Jahre alte Geschäftsführer hat in den vergangenen Tagen seine Antwort auf diese Frage gegeben. Kind Senior hat dem Aufsichtsrat seinen Sohn Alexander sowie den Sohn von Mit-Investor Dirk Roßmann, Raoul, als neue Geschäftsführer der Management GmbH vorgeschlagen. "Leider sind erstmals Informationen aus der vertraulichen Sitzung des Aufsichtsrats an Medien gelangt. Das ist inakzeptabel", sagte Martin Kind und fügte dann hinzu: "Ich kann diesen Vorschlag im Sinne der professionellen und kontinuierlichen Weiterentwicklung in der Profigesellschaft bestätigen."

Kein Abschied, sondern Generationswechsel

Kind, der auch nach seinem Aus als Vereinspräsident als Geschäftsführer der Profi-Abteilung weiter der starke Mann bei den "Roten" ist, hatte schon häufiger darüber gesprochen, sich aus der ersten Reihe zurückziehen zu wollen. Die eingefleischten Fans, die die Tätigkeit des Hörgeräte-Unternehmers bei 96 kritisch sehen, hatten zumindest leise Hoffnungen, dass sie sich dann nicht mehr mit Kind auseinandersetzen müssten. Dementsprechend ernüchternd dürfte diese Wendung für sie sein.

Kind spricht von "Hannover-Modell"

Der Profi-Geschäftsführer, der sich zuletzt bereits mit der Beschneidung der Kompetenzen von Sportchef Jan Schlaudraff "zurückgemeldet" hatte, sieht den Generationswechsel natürlich ganz anders.

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"Wir setzen auf das Hannover-Modell. Diese beiden (Anm.d.Red.: Alexander Kind und Raoul Roßmann) stehen für Kontinuität, und die Stadt muss froh sein, wenn diese beiden auch die Verantwortung für den Verein übernehmen", sagte der Unternehmer aus Großburgwedel dem "Sportbuzzer" und machte deutlich, dass er davon ausgeht, dass sein Vorschlag angenommen wird. Kritiker müssten "schon gute Argumente liefern, die gegen sie sprechen".

Da die Management GmbH eine 100-prozentige Tochter des eingetragenen Vereins ist, muss dieser zustimmen. Aber ist das schon sicher? Nach Informationen der Hannoveraner Medien soll Kind die Vereinsvertreter nicht in seine Pläne eingeweiht und damit teilweise brüskiert haben. Dabei hatten sich Kind und Verein im sogenannten "Hannover-Vertrag" gerade erst darauf verständigt, in wichtigen Fragen stets auf Konsens zu setzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.10.2019 | 23:03 Uhr