Stand: 03.11.2019 15:28 Uhr

HSV verschenkt in Wiesbaden den Sieg

von Johannes Freytag, NDR.de
Hamburgs Christoph Moritz (l.) und Jonas David sind bedient. © WITTERS Foto: ThorstenWagner
Nur 1:1 in Wiesbaden: Frust bei Hamburgs Christoph Moritz (l.) und Jonas David.

Nach 90 Minuten sah der Hamburger SV am Sonntag beim Tabellenvorletzten SV Wehen Wiesbaden wie der sichere Sieger aus, musste sich dann aber doch mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Der frühere Hamburger Törles Knöll traf in der Nachspielzeit (90.+1) für die nach einem Platzverweis in Unterzahl (57.) spielenden Hessen, zuvor hatte David Kinsombi (48.) die Hanseaten in Führung geschossen. "Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen", ärgerte sich Trainer Dieter Hecking nach dem Spiel. In der Tabelle ist der HSV nur noch dank der besseren Tordifferenz Erster vor Verfolger Bielefeld, das 2:1 gegen Holstein Kiel gewann. Kommenden Sonnabend gastieren die Hamburger bei den "Störchen".

HSV-Defensive ungewohnt fahrig

Hecking veränderte seine Startelf gegenüber dem Pokal-Aus gegen Stuttgart auf drei Positionen: Für Josha Vagnoman (Fußwurzelknochenbruch), Aaron Hunt (Oberschenkelzerrung) und Jairo (auf der Bank) spielten Khaled Narey, Sonny Kittel und Jeremy Dudziak von Beginn an. Kurzfristig fiel zudem Martin Harnik aufgrund muskulärer Probleme aus.

12.Spieltag, 03.11.2019 13:30 Uhr

Wehen Wiesb.

1

Hamburger SV

1

Tore:

  • 0:1 Kinsombi (48.)
  • 1:1 Knöll (90. +1)

Wehen Wiesb.: Watkowiak - Kuhn (69. Schwede), Mockenhaupt, Dams, Medic, M. Niemeyer - Mrowca (80. Ajani), Lorch - Aigner, Dittgen (87. Knöll) - Schäffler
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Narey, G. Jung, van Drongelen, Leibold - Fein - Jatta, Dudziak (80. Samperio Bustara), Kinsombi (86. C. Moritz), Kittel (90. David) - Hinterseer
Zuschauer: 8200 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Der HSV begann gut und hatte durch Lukas Hinterseer (8.) und Tim Leibold (16.) erste Torgelegenheiten. Wehen Wiesbaden, das zuvor in vier ungeschlagenen Spielen nur ein Gegentor kassiert hatte, lauerte auf Konter. Und damit stellte der Tabellenvorletzte die unkonzentriert wirkende HSV-Abwehr ein ums andere Mal vor Probleme. Maximilian Dittgen rannte nach einem langen Schlag Narey einfach davon, schloss jedoch unplatziert ab (12.). Kurz darauf verschätzte sich Gideon Jung, aber Torwart Daniel Heuer Fernandes war vor Dittgen am Ball (15.). Dann patzte Rick van Drongelen, der sich von Stefan Aigner den Ball abluchsen ließ. Aigner lief alleine auf Heuer Fernandes zu, scheiterte aber am HSV-Keeper (20.).

Nach einer halben Stunde hatte sich so das Spielgeschehen mehr und mehr in die HSV-Hälfte verlagert, dennoch wären die Gäste beinahe urplötzlich in Führung gegangen: Kittel kam an der Strafraumgrenze an den Ball und hatte die gesamte Breite des Tores vor sich, schoss aber den auf der Linie stehenden Niklas Dams an (28.). Auch Kinsombi vergab aussichtsreich, als er im Getümmel wenige Meter vor dem Tor am Ball vorbeisäbelte (41.). Auf der Gegenseite sorgte Adrian Fein für den nächsten Bock in der HSV-Abwehr. Wieder war es Aigner, der dazwischenspritzte - aber Fein konnte seinen Fehler wieder ausbügeln und Aigners Schuss abblocken (42.).

Kinsombi trifft gegen seinen Jugendverein

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff profitierte der HSV seinerseits von einem Patzer der Wiesbadener: Torwart Lukas Watkowiak ließ einen Schuss von Leibold nach vorne prallen, Kinsombi rauschte heran und traf zum 1:0 für die Gäste (48.). Ausgerechnet Kinsombi: Der Deutsch-Kongolese hatte als Jugendlicher von 2004 bis 2011 für den SVWW gespielt. Die Hecking-Elf war nun am Drücker, wollte die Vorentscheidung erzwingen. Ein Kopfballtreffer von Bakery Jatta wurde wegen Abseits aberkannt (51.), kurz darauf drosch Kittel den Ball nach sehenswerter Fallrückzieher-Vorlage von Hinterseer weit über das Tor (52.).

Aigner sieht Rot, Knöll schockt Hamburg

Auch der nächste Wiesbadener Fehler spielte den Hamburgern in die Hände. Aigner foulte Leibold und trat dann beim Versuch, über den am Boden liegenden Gegenspieler zu springen, dem HSVer in den Bauch. Nach Studium der Videobilder entschied sich Schiedsrichter René Rohde aus Rostock für den Platzverweis (58.).

Mit einem Mann mehr und der Führung im Rücken ließ der HSV nun Ball und Gegner laufen. Allerdings gingen die Hanseaten fast fahrlässig mit ihren Torchancen um: Jatta tauchte alleine vor Watkowiak auf, brachte aber nur ein harmloses Schüsschen zustande (70.). Auch Kittel (75.) und Hinterseer (77.) sowie noch einmal Jatta (82.) und Kinsombi (84.) vergaben gute Gelegenheiten.

Und so kam es, wie es kommen musste: Mit dem ersten Torschuss der Gastgeber im zweiten Durchgang traf Knöll zum umjubelten Ausgleich. Es war die zweite "Ausgerechnet"-Geschichte: Knöll war erst im vergangenen Jahr von der Regionalligamannschaft des HSV nach Nürnberg gegangen, ehe er in diesem Sommer nach Wiesbaden wechselte.

Weitere Informationen
Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 03.11.2019 | 22:50 Uhr

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