Marinus Bester vom Hamburger SV © imago/Michael Schwarz Foto: Michael Schwarz

HSV-Präsidentenwahl: Bester & Co. attackieren Beirat

Stand: 04.07.2021 12:26 Uhr

Der ehemalige HSV-Profi Marinus Bester und sein Team haben die Ablehnung ihrer Präsidentschaftskandidatur beim Hamburger SV e.V. harsch kritisiert. Der Beirat ließ Marcell Jansen als einzigen Kandidaten für die Wahl zu.

Bester und seine Mitstreiter nannten die Entscheidung des Beirats in ihrer Reaktion vom Sonntag "unhanseatisch" und getrieben von der Angst vor Veränderung. "Wir nehmen die Entscheidung als beispiellosen Akt der Altersdiskriminierung wahr und erkennen offensichtliche Angst vor Veränderung. So handelt man schlichtweg dem Wohle unseres HSV zuwider", schrieben Bester und sein Team, zu dem die Vizepräsidentenkandidaten Edina Müller und Philipp Wenzel gehören, in dem offenen Brief. Als Grund für die Nicht-Zulassung sei dem Team Bester lediglich das Alter und die daraus angeblich resultierende fehlende Eignung des 23 Jahre alten Wenzel als Schatzmeister genannt worden. Wenzel habe jedoch einen Abschluss als Volkswirt, verfüge aufgrund seiner Tätigkeit bei Fridays for Future über strategische Fähigkeiten und über Erfahrungen in der Medienlandschaft.

Vize-Präsident: Wehmeyer und Hartmann treten an

Der fünfköpfige Beirat des HSV e.V. hatte am Sonnabend mitgeteilt, dass sich nur Jansen und dessen Team am 7. August zur Wahl stellen dürfen. Jansen kandidiert für das Amt des e.V.-Präsidenten, der einen festen Sitz im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG hat. Er fungierte bereits bis zu seinem freiwilligen Rücktritt im Februar als Chef des e.V. Für das Amt des Schatzmeisters ist lediglich Jansens "Team-Mitglied" Michael Papenfuß übrig. Allein bei der Wahl des zweiten Vize-Präsidenten wird es ein Duell geben: zwischen Vereinslegende Bernd Wehmeyer (Team Jansen) und Dr. Ralph Hartmann, der bereits von 2015 und 2018 dem Präsidium angehörte und bei Jansens Wahl zum Präsidenten im Januar 2019 als letzter Gegenkandidat übrig geblieben war.

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HSV-Präsident Marcell Jansen (v.l.) mit den Vizepräsidenten Moritz Schaefer und Thomas Schulz © Witters Foto: Valeria Witters

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Freibrief für Jansen?

Warum das Team des ehemaligen Nationalspielers durchgewunken wurde, Besters aber nicht, erklärte der Beirat nicht. "Einige Bewerberinnen und Bewerber für die Präsidiumswahl haben ihre Bewerbung an bestimmte Bedingungen geknüpft. Dem Beirat obliegt es jedoch weder, diese Bedingungen zu bewerten, noch, diese Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Eine Zulassung zur Präsidiumswahl war daher in diesen Fällen nicht mehr möglich", heißt es in der offiziellen Mitteilung lediglich. Bester & Co. wiesen diese Darstellung zurück: "Die Unterstellung, wir hätten unsere Kandidatur an Bedingungen geknüpft, ist außerdem falsch und bewusst irreführend. Wir wollten lediglich gemeinsam als Team antreten, was laut Satzung möglich ist."

Die Entscheidung hatte direkt nach ihrer Bekanntgabe für Diskussionen der HSV-Fans im Netz gesorgt. Denn die Absage des Beirats für den früheren Mittelstürmer, Teammanager und Co-Trainer des Rautenclubs Bester, die Paralympics-Siegerin Müller und den Volkswirt Wenzel kommt einem Freibrief für Jansen gleich.

Nachfragen werden nicht beantwortet

Dass der Beirat auf das Statement des abgewiesenen Kandidatenteams reagiert, scheint unwahrscheinlich. "Nachfragen zu einzelnen Bewerbungen sowie zu Nicht-Zulassungen von Bewerberinnen und Bewerbern werden nicht beantwortet", teilte der Beirat kurz und k napp mit. Vom Team Bester heißt es dazu, man habe den Mitgliedern ein Konzept für einen progressiven und mutigen Aufbruch vorstellen wollen. "Stattdessen halten einige Personen im Verein von innen die Tür zu und riegeln den HSV hermetisch ab."

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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 04.07.2021 | 18:00 Uhr

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