HSV-Trainer Tim Walter (Mitte) beim Training mit seinen Profis © Witters

HSV vor Sandhausen: Kühne und Co. und der Walter-Weg

Stand: 09.09.2021 15:37 Uhr

Nach lediglich einem Sieg aus fünf Saisonspielen steht Fußball-Zweitligist HSV gegen den SV Sandhausen unter Druck. Holen die Hanseaten am Sonnabend nicht ihren ersten Heimsieg, dürfte die Diskussion über den HSV-Weg noch lauter werden, als sie ohnehin schon ist.

von Matthias Heidrich

Investor Klaus-Michael Kühne meckerte schlagzeilenträchtig über die Transferpolitik des Traditionsclubs, Sportdirektor Michael Mutzel hielt dagegen, ebenso wie Ex-HSV-Fanliebling Rafael van der Vaart: Eine geräuschlose Länderspielpause wäre in Hamburg auch ungewöhnlich gewesen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet van der Vaart, der in Verbindung mit den Kühne-Millionen wie kein Zweiter für den alten HSV-Weg steht, das aktuelle Jugendprojekt der Rothosen gutheißt. Sportvorstand Jonas Boldt verkauft die Abkehr von gestandenen Profis und die Hinwendung zu Talenten als "Anpassung" des ohnehin eingeschlagenen Wegs. Eine große Rolle dürften allerdings auch die offensichtlich schwierige finanzielle Lage an der Elbe und der neue Coach Tim Walter gespielt haben.

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Walters Weg ist kompromisslos, auf und abseits des Fußballfeldes. Das Alter spielt für den Coach eine untergeordnete Rolle. "Es geht um den Erfolgshunger, das ist unser Weg, den wir versuchen zu gehen", sagte er. "Wir müssen dazu kommen, dass wir nicht ausrechenbar sind, nicht greifbar." Mit Mario Vuskovic und Tommy Doyle hat der HSV-Trainer noch zwei junge Alternativen der Marke "entwicklungsfähig und hungrig" dazubekommen.

Vuskovic und Doyle Optionen für Sandhausen?

Mittelfeldakteur Doyle absolvierte am Donnerstag seine erste Einheit auf dem Platz und glänzte neben seiner Spielfreude mit schönen Freistößen. Verteidiger Vuskovic sei "ein bisschen überspielt", so Walter. "Aber beide sind voller Eifer, entwicklungsfähig und haben Potenzial."

Ob sie schon Optionen für die Partie am Sonnabend (20.30 Uhr, im NDR Livecenter und in der Audio-Vollreportage) gegen Sandhausen ("Wir wollen abliefern") sind, wollte der 45-Jährige noch nicht preisgeben. "Mit Sicherheit kann einer schon in den Kader rutschen", sagte Walter immerhin. Zu Kühne und Co. hatte er dann aber nichts mehr zu sagen. "Dazu ist alles gesagt."

Mögliche Aufstellungen:

HSV: Heuer Fernandes - Gyamerah, David, Schonlau, Leibold - Meffert - Heyer, Reis - Jatta, Glatzel, Kittel
Sandhausen: Drewes - Diekmeier, Zhirov, Höhn, Okoroji - Bachmann, Zenga - Kinsombi, Ritzmaier, Sicker - Keita-Ruel

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.09.2021 | 22:50 Uhr

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