HSV-Siegtotschütze Tommy Doyle (r.) wird gefeiert © IMAGO / Ulrich Hufnagel

HSV siegt dank Doyle - Walter: "Das ist unser Weg"

Stand: 23.10.2021 16:54 Uhr

Sieglos-Serie beendet, endlich einmal für den Aufwand mit drei Punkten belohnt und einen Youngster als Matchwinner: Der 2:1-Erfolg in Paderborn war einer nach dem Geschmack von HSV-Trainer Tim Walter.

von Matthias Heidrich

Jonas Meffert wusste es eigentlich schon, bevor der Ball im Netz zappelte. "Als ich gesehen habe, dass Tommy den Ball bekommt, wollte ich direkt jubelnd zur Eckfahne abdrehen", sagte Hamburgs Sechser, als er nach der Szene in der vierten Minute der Nachspielzeit gefragt wurde. "Wir kennen ja seine Abschluss-Stärke aus dem Training."

Und auf Tommy Doyle war tatsächlich Verlass. Der 20-Jährige nahm nach der Hacken-Ablage von David Kinsombi an der Strafraumgrenze Maß und setzte den Ball mit einem perfekt platzierten Schuss ins rechte Eck. Paderborns Keeper Jannik Huth war chancenlos, der erste HSV-Sieg nach zuvor drei Unentschieden in Folge besiegelt - und Coach Walter sah seine und die Club-Philosophie bestätigt.

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"Das ist unser Weg. Dass wir so Jungs wie Tommy oder auch Jonas David, der ein überragendes Spiel gemacht, weiterentwickeln", sagte Walter. "Dass diese Jungs auch mehr Verantwortung übernehmen und das Ganze auch tragen."

"Wir haben uns für das belohnt, was wir tun - für unsere Bereitschaft, die Intensität und unseren Mut." HSV-Trainer Tim Walter

In den Himmel loben wollte Walter seine jungen Wilden aber auch nicht. "Die Jungs haben noch viele Fehler", so der Coach: "Aber mittlerweile bilden wir eine Einheit, in der jeder für jeden da ist." Mangelndes Engagement war den Hamburgern auch in den Spielen zuvor nicht vorzuwerfen. Allein, Aufwand und Ertrag passten zuletzt zu selten zusammen. In Paderborn war das anders. Dank Doyle.

Der Matchwinner mit der starken Schusstechnik gab sich hinterher ganz als Teamplayer: "Ich freue mich riesig über den Treffer. Aber das Wichtigste ist, dass ich dem Team helfen konnte und wir damit drei ganz wichtige Punkte einfahren konnten." Durch den vierten "Dreier" der Saison kletterte der HSV auf Tabellenplatz sechs.

Es würde aber mehr gehen für die "Rothosen". Der große HSV-Makel in dieser Saison bleibt das Verwerten der Torgelegenheiten, das wurde auch wieder gegen Paderborn deutlich. Nach Mittelstürmer Robert Glatzel, mit sechs Treffern erfolgreichster HSV-Schütze, ist Defensivspieler Moritz Heyer mit fünf Toren einziger Hamburger, der mehrfach getroffen hat.

Torausbeute des HSV noch zu schwach

"Das ist das Schwierigste: Tore zu erzielen", sagte Walter, der aber grundsätzlich einverstanden ist mit der Entwicklung seiner Mannschaft: "Dass wir ein paar Dinge besser machen können, ist normal. Die Art und Weise wie wir auftreten, ist aber richtig gut."

"So ist es im Fußball: Wenn du die Chance bekommst, dann musst du da sein." HSV-Profi Tommy Doyle

Doyle könnte mit seiner Abschlussstärke Abhilfe schaffen bei der Torausbeute. Doch im System Walter hat er es noch schwer. Der HSV-Trainer braucht für seinen kraft- und laufintensiven Fußball in erster Linie nicht Kunstschützen, sondern Arbeiter, Balleroberer und -behaupter. Da sieht er bei dem von Manchester City ausgeliehenen Talent Nachholbedarf.

Doyle ist allerdings auf den Geschmack gekommen: "Selbstverständlich wünsche ich mir, noch mehr zu spielen. Aber so ist es im Fußball: Wenn du die Chance bekommst, dann musst du da sein." Gegen Paderborn war er das definitiv.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 23.10.2021 | 15:00 Uhr

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