Stand: 22.07.2019 13:59 Uhr

Werder Bremens Harnik für den HSV zu teuer?

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Martin Harnik ist bei Werder Bremen nicht glücklich geworden.

Dieter Hecking hat sich als Fan von Martin Harnik geoutet. "Er ist ein Stürmer, der weiß, wie es geht. Martin hat immer seine Tore gemacht, und das sind immer gefragte Leute auf dem Markt", erklärte der 54-Jährige in verschiedenen Medien - und ließ damit aufhorchen. Harnik ist bei Bundesligist Werder Bremen in der Stürmer-Hierarchie weit zurückgefallen, und der HSV, den Hecking seit diesem Sommer trainiert, sucht noch einen neuen Angreifer. Ob der 32-Jährige, der mit der Erfahrung von 238 Bundesliga-Spielen und 67 Toren aufwarten kann, nun wirklich in die Zweite Liga wechselt und in seine Heimatstadt zurückkehrt, ist aber vor allem eine Frage des Geldes.

Boldt dämpft die Erwartungen

Das erklärte HSV-Manager Jonas Boldt jedenfalls bei NDR 90,3: "Martin ist in der Tat immer ein Mann für Tore, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das in der aktuellen Konstellation realisierbar ist." Harniks Vertrag in Bremen laufe schließlich noch zwei Jahre - und das zu Erstliga-Konditionen. Womöglich sind Spieler und Werder allerdings auch zu finanziellen Zugeständnissen bereit? Die Situation ähnelt jedenfalls der von Nils Petersen, der 2015 trotz laufenden Vertrags in Bremen fest zu Absteiger SC Freiburg wechselte.

Durchbruch in Düsseldorf, lange Jahre in Stuttgart

Harnik kommt aus Hamburg-Kirchwerder und machte seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz beim SC Vier- und Marschlande. Zusammen mit Kumpel Max Kruse, der Werder nach der abgelaufenen Saison bereits Richtung Istanbul verlassen hat, zauberte Harnik auf den Sportplätzen der Hansestadt und Umgebung. So wurde Werder Bremen auf ihn aufmerksam und verpflichtete 2006 das damals 19 Jahre alte Offensivtalent.

Nur noch Jokerrolle wie bei Pizarro?

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Der Durchbruch gelang dem 1,85-Meter-Mann allerdings erst auf der Leihstation in Düsseldorf (2009/2010), als ihm in 30 Zweitliga-Einsätzen 13 Treffer gelangen. Harnik, der den Wurzeln seines Vaters folgte und zum österreichischen Nationalspieler wurde, zog weiter zum VfB Stuttgart (2010 bis 2016) und zu Hannover 96 (2016 bis 2018). Vor einem Jahr kehrte Harnik dann zu Werder zurück.

Doch zwischen Werder und Harnik scheint es einfach nicht so recht zu passen. 18 Bundesliga-Einsätze und vier Treffer - beide Seiten hatten sich mehr erhofft. Bei Gesprächen im Bremer Trainingslager im Zillertal erfuhr der Routinier kürzlich, dass der Verein mit ihm (zunächst) nur noch als Joker plant. Claudio Pizarro hat sich mit dieser Rolle schon in der vergangenen Saison arrangiert, der ist aber auch schon 40.

Hecking "kann noch nichts vermelden"

Harnik dürfte diese Aussicht hingegen zu wenig sein. Aus Bremen ist zu hören, dass man in Bezug auf einen Abgang durchaus gesprächsbereit wäre. Da könnte der HSV wie gerufen kommen, der schon am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/im NDR Livecenter) mit dem Heimspiel gegen Darmstadt in die neue Saison startet. Weiter als ohnehin schon wollte sich HSV-Coach Hecking jedoch nicht aus dem Fenster lehnen: "Im Fall Martin Harnik kann ich noch nichts vermelden und werde es auch nicht vermelden."

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Sportplatz | 21.07.2019 | 18:20 Uhr