Stand: 23.09.2019 10:56 Uhr

Harniks langer Weg ins HSV-Glück

Martin Harnik bejubelt seinen ersten Treffer im HSV-Trikot.

32 Jahre, drei Monate und zwölf Tage - so lange hat es gedauert, bis der gebürtige Hamburger Martin Harnik erstmals ein Tor im Trikot des HSV erzielte. Am Sonntag, beim 4:0-Erfolg gegen Aue, traf der Stürmer zum zwischenzeitlichen 3:0 und krönte damit sein Startelf-Debüt für den Fußball-Zweitligisten. Einen Harnik-Treffer im Volksparkstadion gab es allerdings schon einmal: Am 3. März 2012, damals lief der Stürmer jedoch im "falschen" Dress des VfB Stuttgart auf.

Nun also der erste Treffer des HSV-Fans im richtigen Gewand: "Hamburg ist meine Heimat, und der HSV stand mir schon immer nah. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mir gut vorstellen kann, einmal für den HSV zu spielen", hatte der 32-Jährige im September erklärt, nachdem sein Wechsel von Bremen nach Hamburg auf Leihbasis unter Dach und Fach war.

Harnik glaubte nicht mehr an eine Rückkehr

"Es war bestimmt schon der vierte oder fünfte Versuch. So konkret wie in diesem Sommer war es aber noch nie", verriet Harnik das stete Interesse seitens der Hamburger und schob hinterher: "Ich hätte selbst nicht mehr gedacht, dass es noch einmal klappt, für den HSV zu spielen."

In der Winterpause 2005/2006 verließ der Sohn einer Hamburgerin und eines Österreichers die Hansestadt, und ging gemeinsam mit seinem damaligen Kumpel Max Kruse vom SC Vier- und Marschlande zu Werder Bremen. Dort erhielt er im Sommer 2007 seinen ersten Profivertrag, im selben Jahr feierte er sein Bundesligadebüt für Werder - bei dem er auch gleich sein erstes Tor erzielte. Nach einer Verleihe zum damaligen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf folgte 2010 der Wechsel zum VfB Stuttgart. 2016 später ging Harnik zu Hannover 96, ehe er im vergangenen Jahr wieder zu Werder zurückkehrte.

Wird Harnik zum Pizarro des HSV?

Schon 2016, nach seinem Wechsel zu Hannover, glaubte der damals 29-Jährige, seinen letzten Profivertrag unterschrieben zu haben. "Als ich letztes Jahr von Hannover nach Bremen gekommen bin, dachte ich, hier hat mein Weg im Profifußball angefangen, da endet er." Es folgte der Wechsel zum HSV: "Ich habe einen Vertrag über zwei Jahre. Der Lebensmittelpunkt wäre ohnehin hier gewesen", sagte Harnik der "Bild". Im ersten Jahr des Leihgeschäfts zahlt Werder noch die Hälfte des Gehalts. Schafft der HSV den Aufstieg, wird Harnik für ein weiteres Jahr fest verpflichtet.

In der aktuellen Verfassung ist er jedenfalls Gold wert für den HSV. Der Stürmer erzielte gegen Aue nicht nur ein Tor, sondern bereitete einen weiteren Treffer vor und leistete auch viel Defensivarbeit. "Ich kann noch laufen wie ein Junge und habe noch super Laktatwerte", erklärte der 32-Jährige und zieht einen Vergleich zu seinem Ex-Verein Werder Bremen: "Im Gegensatz zu Claudio Pizarro bin ich ja noch ein Talent." Der Peruaner wird in eineinhalb Wochen 41 Jahre alt, hält Harnik auch so lange durch, spielt er noch 2028 beim HSV...

Der Kader des HSV für die Saison 2019/2020

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Sportclub | 22.09.2019 | 22:50 Uhr