Stand: 01.09.2018 20:49 Uhr

Polizeieinsatz in Chemnitz: Dresden - HSV abgesagt

Die Zweitliga-Partie Dresden - HSV ist von der DFL abgesagt worden.

Das für Sonnabend angesetzte Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV ist wegen des Polizei-Großeinsatzes in Chemnitz abgesagt worden. Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Freitag mit. "Um die Sicherheit der Fans in Dresden nicht zu gefährden, musste die DFL das Spiel auf Initiative des Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt leider absagen", heißt es in der Mitteilung der DFL. Demnach werden aufgrund der bevorstehenden Versammlungslage in Chemnitz alle verfügbaren Polizeikräfte des Bundes und der Länder zur dortigen Einsatzbewältigung benötigt. Ein neuer Spieltermin steht noch nicht fest.

Der HSV schlug vor, die Partie schon am Sonntag auszutragen. Dies lehnten Polizei und DFL jedoch ab. Da in der kommenden Woche Länderspiele anstehen, dürfte die Begegnung zwischen Dynamo und dem HSV wohl frühestens in zweieinhalb Wochen stattfinden.

Hoffmann: "Hätten gerne in Dresden gespielt"

Die Partie in Dresden war mit mehr als 30.000 Zuschauern, darunter 3.000 Hamburger Fans, ausverkauft. "Natürlich hätten wir gerne in Dresden gespielt und sind sportlich vorbereitet gewesen, entsprechend enttäuscht sind wir von dieser Absage. Aber wir müssen wie unser Gegner der Anordnung des sächsischen Innenministeriums folgen", sagte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann. Dynamo Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born zeigte sich ebenfalls enttäuscht: "Wir hatten auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und bedauern die Spielabsage sehr."

HSV-Team reist direkt zurück

Die HSV-Mannschaft trat noch am Freitagabend per Bus die Heimreise an und trainierte am Sonnabend in Hamburg. "Es tut mit unglaublich leid für euch", sagte Trainer Christian Titz in einer Video-Botschaft an die Fans. Viele von ihnen waren bereits nach Dresden gekommen und haben einige Kosten auf sich genommen. "Wir hoffen, dass wir das Spiel zeitnah nachholen können", meinte der Trainer.

Bleiben die Hamburger Fans auf ihren Kosten sitzen?

Streit droht nun wegen der Eintrittskarten für das Nachholspiel. Dynamo Dresden hat angekündigt, die Tickets von HSV Anhängern nicht zurückzunehmen, die am Nachholtermin nicht im Stadion sein können. Was eine mögliche Erstattung der Reisekosten für die Fans angeht, will die HSV-Fanbetreuung in der kommenden Woche Gespräche mit der Deutschen Bahn führen, um zumindest einen Teil der Ausgaben zurückzuerhalten. Die Hamburger Profis sammelten indes teamintern Geld, mit dem sie die Fans unterstützen wollen.

Demonstrationen: Teilnehmerzahl "im fünfstelligen Bereich" erwartet

Der sächsische Polizeipräsident Jürgen Georgie hatte sich bereits vor der Absage auf einer Pressekonferenz geäußert. "Wir müssen auch unter Abwägung aller dieser Umstände berücksichtigen, dass die Kräfte, die wir in Chemnitz brauchen, Auswirkungen auf andere Ereignisse haben werden. Für den Freistaat Sachsen haben wir darum gebeten, die Begegnung zwischen dem HSV und Dynamo Dresden zu verlegen", so Georgie.

In Chemnitz war es nach dem Tod eines Deutschen und der Festnahme zweier Ausländer in den vergangenen Tagen zu Ausschreitungen mit Attacken gegen Ausländer gekommen.

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