Stephan Ambrosius vom HSV © Witters Foto: Valeria Witters

Ausgerechnet Darmstadt: Rückschlag für den HSV im Aufstiegsrennen

Stand: 09.04.2021 21:10 Uhr

Der Hamburger SV hat es verpasst, im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga vorzulegen. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune unterlag am Freitagabend Angstgegner Darmstadt 98 mit 1:2 (0:0).

von Florian Neuhauss

Ausgerechnet Darmstadt! Der 3:2-Erfolg der Hessen im Volksparkstadion war im Frühjahr 2019 der Anfang vom Ende der Hamburger Aufstiegsträume. Und nun? Keiner weiß so recht, wie es weitergeht. Durch die Corona-Fälle beim SV Sandhausen hat der HSV am kommenden Wochenende spielfrei. Auch die folgende Partie gegen den Karlsruher SC könnte aus demselben Grund ausfallen. Der Saisonendspurt droht zur Terminhatz zu werden, und womöglich müssen die Hanseaten tatenlos den Konkurrenten im Aufstiegsrennen beim Siegen zusehen.

"Das war kein gutes Spiel. Wir sind jetzt erst einmal enttäuscht und frustriert", sagte Stürmer Simon Terodde. Coach Thioune befand: "Die Niederlage war überflüssig."

Terodde kehrt zurück, trifft aber nicht

Die Darmstädter hatten sich gut auf den HSV eingestellt. Die Hessen machten, wenn sie in der Defensive waren, geschickt die Räume eng - und versuchten, bei Ballgewinn schnell umzuschalten. Doch die Hamburger Abwehr stand in der Anfangsphase besser als zuletzt, besonders Josha Vagnoman erstickte mit seinen Sprints immer wieder aufkommende Gefahr im Keim. Tempo war auch der Schlüssel, mit dem die Hausherren das Abwehrbollwerk der Gäste knackten. Allerdings ließ mit erhöhter Geschwindigkeit bei den Hanseaten auch die Genauigkeit zu wünschen übrig.

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Erst beim Schuss von Manuel Wintzheimer (20.) musste "Lilien"-Torhüter Marcel Schuhen zum ersten Mal eingreifen. Kurz darauf hatte Darmstadts Victor Pálsson nach einer Ecke die bis dahin beste Chance der Partie, köpfte aber drüber (24.). Kaum 60 Sekunden später hatte HSV-Schlussmann Sven Ulreich Glück, dass Darmstadt kein Kapital daraus schlug, dass er den Ball fallen ließ. Beim Tohuwabohu im Sechzehner behielt Ulreich dafür als einziger den Überblick (36.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Startelf-Rückkehrer Terodde nach einer schönen Kombination des HSV das 1:0 auf dem Fuß, doch Schuhen rettete mit einer starken Fußabwehr. Das Remis zur Pause war leistungsgerecht.

Darmstadt schlägt zweimal eiskalt zu

Die Gastgeber nahmen den Schwung mit in die zweite Hälfte. Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff prüfte Wintzheimer schon wieder Schuhen. Kurz darauf verpasste Terodde zentral vor dem Tor eine scharfe Hereingabe um Zentimeter. Der Ball landete wieder in Schuhens Armen, und der ehemalige Rostocker machte das Spiel mit einem langen Ball schnell. Mathias Honsak versetzte Stephan Ambrosius und setzte Erich Berko in Szene. Der Stürmer schob zum 1:0 für Darmstadt ein (51.). Und der SVD blieb eiskalt vor dem Hamburger Tor: Neun Minuten später landete ein abgefälschter Pass genau vor den Füßen von Serdar Dursun, der frei vor Ulreich zum 2:0 vollstreckte.

Elfmeter zurückgenommen, Dudziak-Tor zu wenig

Der Keeper verhinderte kurz darauf sogar mit einer starken Parade gegen Berko das 0:3 (70.). Doch dann schien sich das Blatt zu wenden. Terodde war bei seinem Schuss im Sechzehner leicht von Dursun bedrängt worden und zu Boden gegangen - es gab Elfmeter! Aber die Freude beim HSV währte nicht lange. Per Videobeweis wurde die Entscheidung korrigiert.

Die Hamburger waren aber nun wach. Der gerade eingewechselte Bakery Jatta flankte mit Übersicht vor dem Tor zu Dudziak, und der köpfte zum 1:2 ein (78.). Zwölf Minuten blieben den Hausherren, doch Darmstadt fand schnell zurück zu seiner defensiven Stärke. Am Ende musste der HSV die erste Niederlage nach zuvor sieben ungeschlagenen Heimspielen quittieren - die Hessen haben seit fast 40 Jahren nicht mehr im Volksparkstadion verloren.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.04.2021 | 23:03 Uhr

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