Stand: 11.08.2019 21:39 Uhr

HSV trotzt Rückständen und siegt im Elfmeterschießen

von Florian Neuhauss, NDR.de

Der HSV ist mit Nervenstärke in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Nach Elfmeterschießen setzte sich der Zweitligist am Sonntagabend beim klassentieferen Chemnitzer FC mit 8:7 (2:2, 2:2, 0:0) durch. Dabei lag das Team von Trainer Dieter Hecking nicht nur in der regulären Spielzeit zweimal zurück, sondern auch im Elfmeterschießen. Doch weil es bei dem einen Fehlschuss von Khaled Narey blieb, jubelte der Favorit am Ende doch.

Fans unterstützen Jatta

Den Hamburgern war das Selbstvertrauen nach dem ersten Sieg in der Zweiten Liga deutlich anzumerken. Die Hanseaten agierten dominant, besonders Bakary Jatta war sehr auffällig und an fast jeder Offensivaktion als Vorbereiter beteiligt. Der Gambier war schon vor dem Anpfiff von den mitgereisten HSV-Fans gefeiert worden, auf einem Plakat stand: "Bakery: No matter what, we got your back" (Wie auch immer, wir geben dir Rückendeckung). Bei der Mannschaftsaufstellung gab es zudem großen Applaus aus dem Gästeblock, als sein Name vorgelesen wurde.

Dominant ja, gefährlich nein

David Kinsombi (8.), Sonny Kittel (16.) und Lukas Hinterseer (21.) kamen zu ersten Chancen. So richtig zwingend wurde es jedoch nicht, weil Chemnitz clever verteidigte. Der Drittligist traute sich im Laufe der ersten Hälfte zwar auch offensiv immer mehr zu, doch auch dem CFC fehlte die Durchschlagskraft.

1.Spieltag, 11.08.2019 18:30 Uhr

Chemnitzer FC

7

Hamburger SV

8

Tore:

  • 1:0 Bozic (57., Handelfmeter)
  • 1:1 Hinterseer (62.)
  • 2:1 Mat. Langer (68.)
  • 2:2 Kittel (75.)

Chemnitzer FC: J. Jakubov - Itter, Schoppenhauer, Reddemann, Milde (116. Blumberg) - Mat. Langer (84. D. Bohl), Sarmow - Tob. Müller, Garcia (112. Tallig), Bonga - Bozic (74. Sturm)
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah (106. Wintzheimer), G. Jung, van Drongelen, Leibold - Dudziak (83. Samperio Bustara), Fein, Kinsombi (100. Amaechi) - Jatta (72. Narey), Hinterseer, Kittel
Zuschauer: 13130

Weitere Daten zum Spiel

Richtig gefährlich wurde es erst in der 37. Minute - vor dem Tor der Hausherren: Nach einer schönen Kombination über links kam Jeremy Dudziak zum Abschluss, der Schuss drehte sich aber vom Ziel weg und landete am Außenpfosten. Insgesamt tat sich allerdings vor den Toren nur sehr wenig, sodass es mit dem 0:0 in die Pause ging.

Doch nach dem Seitenwechsel ließ der erste Treffer nicht mehr lange auf sich warten. Die Entstehung des Elfmeters für die Hausherren war allerdings höchst fragwürdig. Nachdem Tarsis Bonga seinen Gegenspieler Gideon Jung ausgewackelt hatte, zog der Chemnitzer wuchtig ab. Den Schuss bekam HSV-Kapitän Rick van Drongelen unter dem ausgefahrenen Arm an die Rippen - aber Schiedsrichter Robert Kampka entschied auf Elfmeter. Dejan Bozic trat an und verwandelte sicher (57.).

Hinterseer vorne hellwach, hinten schlafmützig

Für die Hamburger aber alles andere als ein Schock, nur fünf Minuten später stand es 1:1. Adrian Fein lupfte den Ball in den Sechzehner, wo Hinterseer diesen ungestört annehmen und dann per Seitfallzieher im Tor unterbrachte. Wer nun aber dachte, der Zweitligist würde nachdrehen, sah sich getäuscht. Ganz im Gegenteil! Bei einer CFC-Ecke behielt Hinterseer zwar seinen Gegenspieler genau im Auge, den Ball aber nicht. So hatte der Österreicher den besten Zuschauerplatz, als Matti Langer zur erneuten Führung einköpfte (68.).

Fein erlöst den HSV

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Der Sieg ist perfekt: Adrian Fein verwandelt seinen Elfmeter sicher.

Aber auch diesmal ließen sich die Gäste nicht hängen. Fein prüfte Torhüter Jakub Jakubov (73.), Kittel überwand ihn (75.). Der Neue aus Ingolstadt schlenzte einen Freistoß über die Mauer zum Ausgleich ins Netz - und 15 Minuten vor dem Ende war wieder alles offen. Der HSV drängte in der Schlussphase auf die Entscheidung, aber es ging in die Verlängerung. In der Extrazeit wagte der Zweitligist zu wenig. Nachdem Khaled Narey das Tor verfehlt hatte (98.), versuchten es Jairo (120.) und Tim Leibold (120.+2) erst kurz vor Schluss wieder. Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Daniel Heuer Fernandes hielt einen Schuss, CFC-Verteidiger Sören Reddemann schoss in den Chemnitzer Nachthimmel. Fein verwandelte schließlich den entscheidenden Elfmeter und verhinderte so den frühen Pokal-K.o.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 11.08.2019 | 22:45 Uhr