Stand: 17.05.2019 15:51 Uhr

HSV trennt sich von Trainer Hannes Wolf

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Muss beim HSV gehen: Trainer Hannes Wolf.

Der Hamburger SV hat Nägel mit Köpfen gemacht und die Trennung von Hannes Wolf zum Saisonende bekannt gegeben. "Hannes hatte den Wunsch, dass wir noch in dieser Woche eine Entscheidung treffen", erklärte Sportvorstand Ralf Becker, der mit zur Pressekonferenz vor dem letzten Heimspiel gegen den MSV Duisburg (Sonnabend, 15.30 Uhr/im NDR Livecenter) gekommen war. "Ist scheiße gelaufen, aber es ist ein fantastischer Verein", sagte Wolf und sprach von "heftigen letzten Wochen".

Hecking, Zorniger oder Grammozis - Wer folgt auf Wolf?

"Ich bin nach wie vor zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er ein sehr, sehr guter Trainer ist. Aber wir haben als Verein entschieden, dass wir uns zum Saisonende trennen", erklärte Becker, der einen großen Umbruch ankündigte. Gleichwohl werde auch im kommenden Jahr das Saisonziel Aufstieg heißen. Zu möglichen Nachfolgern wollte sich Becker nicht äußern. Über den neuen Trainer "reden wird ab Montag", so der Sportchef. Als Kandidaten werden Dieter Hecking (noch Borussia Mönchengladbach), Alexander Zorniger (zuletzt Bröndby IF) und auch Ex-HSV-Profi Dimitrios Grammozis (Darmstadt 98) gehandelt.

"Neutral betrachtet verdient, in der Zweiten Liga zu bleiben"

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Wolf hatte erst Ende Oktober beim Bundesliga-Absteiger die Nachfolge von Christian Titz angetreten. Zunächst lief es gut, der neue Trainer führte den Club zur Herbstmeisterschaft. Doch in der Rückrunde ging den Hamburgern die Puste aus. Am Ende steht der HSV vor einem Scherbenhaufen: Nach acht Ligapartien ohne Sieg war der Aufstieg verspielt - der Tiefpunkt war die 1:4-Pleite in Paderborn. Dass Wolf nun gehen muss, bezeichnete er selbst als "nachvollziehbare Entscheidung". Am Anfang sei die Mannschaft sportlich am Limit gewesen, in der Rückrunde habe sie das nicht mehr erreicht. Die Einschätzung des Personals in der Winterpause habe sich als Fehler erwiesen. "Insgesamt hatten wir nicht die Substanz, die Konstanz und die Durchschlagskraft, um oben zu stehen. Neutral betrachtet, ist es verdient, in der Zweiten Liga zu bleiben", betonte der Trainer.

Alles andere als der Aufstieg "ist schlecht zu verkaufen"

Gleichzeitig übte Wolf mit Blick auf die kommende Saison Kritik. "Ich finde es problematisch, dass wieder das Ziel Aufstieg ausgegeben wird", sagte der 38-Jährige. Der Club habe nur wenig Geld, brauche eine neue Mannschaft und müsse trotzdem aufsteigen. Becker erklärte: "Wir werden richtig hart arbeiten müssen, um eine gute Truppe zusammenzustellen. Ich kann als Vorstand Sport aber nicht dasitzen und sagen: Wir wollen nächstes Jahr Fünfter werden. Das kann man in Hamburg schlecht verkaufen."

Der Sportvorstand machte zudem deutlich, dass er künftig (wieder) mit Bernd Hoffmann an einem Strang ziehen wird. "Wir haben das ausgeräumt", sagte Becker nach den Vorkommnissen zuvor. Nachdem der Vorstandschef noch betont hatte, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, wurde Becker in der "Bild" mit den Worten zitiert, Wolf wisse schon länger, dass es nach der Saison nicht mit ihm weitergehen würde. Becker erklärte zwar, seine Worte seien falsch wiedergegeben worden, doch der Schaden war schon angerichtet. Nun sagte der Sportchef: "Wir werden künftig alle Entscheidungen gemeinsam treffen."

"Keine Lust, dass das scheiße wird"

Für Wolf wird also das Heimspiel gegen Duisburg zum letzten Gang. "Es gibt sicher angenehmere Konstellationen", meinte Wolf, der sich aber angemessen verabschieden will: "Ich habe keine Lust, dass das hier scheiße wird." Nicht nur wegen der außergewöhnlichen Fans, der Verein sei fantastisch. Er habe bisher "viel Glück" in seinem Trainerleben gehabt. "Dass es mal nicht klappt, ist aber ein Teil davon. Das muss man mit Würde nehmen."

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Sport aktuell | 17.05.2019 | 14:25 Uhr

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