Stand: 21.06.2020 17:33 Uhr

HSV steht erneut am sportlichen Abgrund

von Sebastian Ragoß, NDR.de
Hamburgs Gideon Jung ist bedient. © dpa-Bildfunk Foto: Tom Weller/dpa
Hamburgs Gideon Jung ist bedient.

Dem HSV droht in der zweiten Fußball-Bundesliga erneut ein sportliches Desaster. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking verlor am Sonntag durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit mit 1:2 (0:0) beim 1. FC Heidenheim und fiel hinter das Team von Trainer Frank Schmidt auf Rang vier zurück. "Das ist ein sehr bitterer Nachmittag für uns", sagte Hecking.

Platz zwei und der direkte Aufstieg sind bereits verspielt. Um zumindest noch die Relegation zu erreichen, muss der HSV am letzten Spieltag gegen Sandhausen mehr Punkte holen als Heidenheim, das beim Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld antritt.

45 Minuten Langeweile, dann trifft Pohjanpalo

Auf der Ostalb setzte sich nahtlos fort, was sich in den vergangenen Wochen bereits deutlich abgezeichnet hatte: Der HSV ist in derzeitiger Verfassung nicht in der Lage, über 90 Minuten eine Partie zu kontrollieren.

Zudem ist die Defensivschwäche teilweise eklatant. Dabei plätscherte die Partie über 45 Minuten fast ereignislos vor sich hin und war trotz der brisanten Ausgangslage ein Langweiler. Die Gastgeber versuchten erst gar nicht, die Spielkontrolle zu erlangen und waren extrem passiv. Der HSV begann zwar dynamisch und hatte bei Gideon Jungs Kopfball an den Pfosten Pech (7.).

Anschließend verschleppten aber auch die Hamburger immer weiter das Tempo und trugen ihren Teil zum übersichtlichen Niveau bei. Doch direkt nach dem Seitenwechsel war endlich einmal Zug im Spiel, besser: bei Joel Pohjanpalo. Der Finne erlief eine verunglückte Kopfballabwehr, ließ sich nicht mehr aufhalten und vollendete überlegt zum 1:0 (46.). Würde Heidenheim nun mit dem Rücken zur Wand seine Defensivtaktik aufgeben? Der FCH schaltete tatsächlich auf Offensive und hatte durch einen gefährlichen Distanzschuss von Niklas Dorsch seine erste gute Chance. Doch HSV-Keeper Julian Pollersbeck parierte glänzend (54.).

HSV kassiert in letzter Sekunde den K.o.

Nach der folgenden Ecke traf Stefan Schimmer zum vermeintlichen Ausgleich.

33.Spieltag, 21.06.2020 15:30 Uhr

Heidenheim

2

Hamburger SV

1

Tore:

  • 0:1 Pohjanpalo (46.)
  • 1:1 Beyer (80., Eigentor)
  • 2:1 Kerschbaumer (90. +5)

Heidenheim: Ke. Müller - Busch, Mainka, Beermann, Föhrenbach (64. Theuerkauf) - Leipertz (64. Schnatterer), Griesbeck (74. Kerschbaumer), Dorsch, T. Mohr (52. Thomalla) - Kleindienst, Otto (52. Schimmer)
Hamburger SV: Pollersbeck - Beyer, van Drongelen, Letschert - Gyamerah (55. Vagnoman), Dudziak (67. Kinsombi), G. Jung, Leibold - Hunt - Harnik (67. Jatta), Pohjanpalo (82. Hinterseer)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Der Treffer wurde allerdings nach Einsatz des Videobeweises zurückgenommen, da zuvor ein Heidenheimer mit der Hand am Ball war (56.). Der FCH wurde aktiver, spielerisch lief aber weiterhin wenig zusammen. Trotzdem kassierte der HSV den Ausgleich, weil sich die Hecking-Elf wieder einmal zu passiv war und bei einer Flanke ungeschickt verhielt. Marc Schnatterers Ball rauschte in den Fünfmeterraum, wo ihn Jordan Beyer ins eigene Tor lenkte (80.).

Heidenheim drängte weiter und spürte, dass bei den Hanseaten Nervosität und Erschöpfung zunahmen. Und so fiel in der fünften Minute der Nachspielzeit der entscheidende Treffer: Schimmer legte quer, Konstantin Kerschbaumer (90.+5) schob den Ball ins Netz. "Das ist ein ganz klarer Abwehrfehler", kritisierte Hecking: "Da darfst du nicht so offen stehen."

Weitere Informationen
Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 21.06.2020 | 22:30 Uhr

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