Stand: 12.02.2019 12:42 Uhr

HSV: Minimaler Aufwand, maximale Ausbeute

von Matthias Heidrich, NDR.de
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Lewis Holtby schoss den HSV zum 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden.

Geiz ist geil, zumindest beim Hamburger SV in dieser Zweitligasaison. Der Traditionsclub führt die Tabelle nach 21 Spieltagen souverän mit 43 Punkten an. Das Bemerkenswerte: Diese aufstiegswürdige Ausbeute haben die Hanseaten mit lediglich 28 geschossenen Toren eingefahren. Weniger Treffer hatte noch kein Zweitliga-Spitzenreiter zu diesem Zeitpunkt. Das jüngste 1:0 gegen Dynamo Dresden war der zehnte von insgesamt 13 Siegen, den der Bundesliga-Absteiger mit nur einem Tor Vorsprung erzielt hat.

Für Holtby zählt nur der Aufstieg

Das stört die Männer mit der Raute auf der Brust allerdings wenig. Lewis Holtby, der mit einem glücklichen Abstaubertor gegen Dresden den fünften 1:0-Erfolg des HSV perfekt gemacht hat, brachte es anschließend im NDR Interview auf den Punkt: "Wir wollen aufsteigen, egal wie." Für den Schönheitspreis bewirbt sich eher Verfolger und Aufstiegskonkurrent Köln, der bislang 51 Mal ins Schwarze getroffen hat.

Es fehlt die Kreativität im Mittelfeld

Das Spiel des HSV krankt dabei gar nicht mal so sehr in vorderster Linie, sondern eher auf dem Weg dahin. "Wir haben es irgendwie nie geschafft, den letzten entscheidenden Pass vorne in die Box zu kriegen", sagte Torjäger Pierre-Michel Lasogga nach dem Dresden-Spiel und beschrieb damit ein Problem der gesamten Spielzeit. Es fehlt oft die Kreativität aus dem Mittelfeld heraus gegen noch öfter tief stehende Gegner. Die langen Ballbesitzzeiten weiß der HSV einfach nicht zu nutzen.

Lasogga reiner Verwerter

Lasogga ist zwar ein zuverlässiger Torjäger (neun Treffer in 15 Ligaspielen), allerdings ein reiner Verwerter, der beliefert werden muss. Einen Angreifer, der Lösungen auf engem Raum findet und sich selbst Chancen kreiert, haben die Hamburger angesichts der Formschwäche von Fiete Arp (0 Saisontore) und den Anlaufschwierigkeiten von Hee-Chan Hwang (2 Treffer) aktuell nicht.

"Nehmen einige Themen mit, die wir besser machen müssen"

Trainer Hannes Wolf und Sportvorstand Ralf Becker waren sich nach dem Dynamo-Spiel einig: "Das war keine gute Leistung." Wolf betonte: "Wir nehmen einige Themen mit, die wir besser machen müssen." Für drei weitere Punkte hat es trotzdem gereicht, wieder einmal. Und es dürfte angesichts der individuellen Klasse einiger HSV-Akteure sowie den vergleichsweise begrenzten Möglichkeiten mancher Zweitliga-Abwehrreihen auch zum großen Ziel Wiederaufstieg langen - 28 Tore nach 21 Spielen hin oder her.

VfL Wolfsburg war 1997 schlechter und stieg auf

Ein Blick in die Zweitliga-Historie verrät, dass es bereits ein noch ungefährlicheres Team gegeben hat, das am Ende hochging. In der Saison 1996/1997 lag der VfL Wolfsburg nach 21 Partien mit 34 Punkten auf dem dritten Platz, bei lediglich 25 erzielten Toren. Am Ende stiegen die Niedersachsen als Zweiter (52:29 Treffer und 58 Punkte) auf.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 12.02.2019 | 07:25 Uhr

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