Stand: 28.01.2019 08:47 Uhr

HSV: Die Bundesliga-Rückkehr ist Pflicht

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Der Hamburger SV geht als Zweitliga-Tabellenführer in die verbleibenden 16 Spiele. Am Ziel gibt es keinen Zweifel: Der finanziell schwer angeschlagene HSV will und muss die Rückkehr in die Bundesliga schaffen.

So lief die Hinrunde

Für den HSV war die erste Zweitliga-Partie seiner Geschichte ein wahres Desaster: 3:0 siegte Holstein Kiel im Volksparkstadion. Anschließend kamen die Hamburger aber besser in Tritt und schoben sich mit vier Siegen in Serie an die Tabellenspitze. Es folgte die verheerende 0:5-Heimniederlage gegen Regensburg, die den HSV ins Wanken brachte. Trainer Christian Titz geriet zunehmend unter Druck und wurde nach dem zehnten Spieltag und einem 0:0 gegen Bochum beurlaubt.

Bei vielen Fans sorgte die Trennung von dem beliebten Coach für Unverständnis, doch sportlich war die Entscheidung nachvollziehbar und letztlich auch richtig. Denn unter Titz-Nachfolger Hannes Wolf holte der HSV bis zum Ende der Hinrunde sechs Siege und ein Remis und sicherte so die Herbstmeisterschaft. Das Jahr endete allerdings mit einer Enttäuschung: Einen Tag vor Heiligabend verloren die Hamburger beim Rückrundenauftakt 1:3 in Kiel.

Wer kommt, wer geht

Im Kader gab es in der Winterpause genau eine Veränderung: Aus Stuttgart kam der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler Berkay Özcan. Zwei bis drei Millionen Euro soll die Ablöse betragen. "Wir sind davon überzeugt, dass er uns in der Rückrunde helfen, aber auch darüber hinaus ein wichtiger Baustein in unseren Planungen sein wird", sagte HSV-Sportchef Ralf Becker. Der lange verletzte Abwehrspieler Gideon Jung ist ein "gefühlter Neuzugang". In ihn setzt Becker große Hoffnungen. "Mit seiner Rückkehr wird unsere Qualität noch einmal erhöht."

Der Trainer: Hannes Wolf mit starker Bilanz

Wolf übernahm Ende Oktober die Verantwortung von Titz. Dem 37-Jährigen gelang es, die Mannschaft wieder zu stabilisieren. Die Balance zwischen Offensive und Defensive ist unter Wolfs Regie besser geworden. Seine Bilanz von sechs Siegen bei nur einem Remis und einer Niederlage spricht für den jungen Trainer. Der Druck bleibt dennoch hoch. Wolf weiß, dass für die Hamburger nur der direkte Aufstieg zählt: "Wir haben ein klares Ziel. Wissen aber, was passiert, wenn wir nicht voll da sind."

Ausblick auf die Restrunde

Ohne Wenn und Aber: Der Hamburger SV ist zum Aufstieg verdammt. Er leistet sich den teuersten Kader der Liga und geht mit der besten Ausgangsposition in die verbleibenden 16 Partien. Ein Scheitern wäre für den finanziell schwer angeschlagenen Traditionsclub ein Desaster. Einige Spiele gewannen die Norddeutschen nur knapp, Trainer Wolf wird deshalb trotz der Tabellenführung nicht müde zu betonen, dass sein Team noch einen langen Weg vor sich habe. "Die nächsten viereinhalb Monate werden schwer und intensiv", so Wolf: "Schon fünf Prozent weniger Leistung haut dir diese Liga um die Ohren."

Prognose: Der besser besetzte 1. FC Köln zieht noch am HSV vorbei, als Zweiter gelingt den Hamburgern aber die Rückkehr in die Bundesliga.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 30.01.2019 | 22:40 Uhr

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