Stand: 16.09.2019 22:30 Uhr

2:0 - St. Pauli schlägt den HSV im Stadtderby

von Johannes Freytag, NDR.de
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Derbysieger! St. Paulis Mats Möller Daehli (l.) und Leo Östigard feiern.

Partystimmung auf dem Hamburger Kiez! Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat sich erfolgreich für die bittere Stadtderbyschlappe (0:4) aus dem März revanchiert und dem HSV die erste Saisonniederlage beigebracht. 2:0 gewannen die Braun-Weißen am Montagabend dank der Treffer von Dimitrios Diamantakos und von Rick van Drongelen, der ein Eigentor fabrizierte. Es war der erste St.-Pauli-Sieg gegen den HSV am heimischen Millerntor seit Februar 1960 (Oberliga). Im Gegensatz zur Vorsaison, als die Partie mehrfach vor dem Abbruch stand, zündeten die Fans diesmal nur in der Halbzeitpause und kurz vor Spielende verbotene Pyrotechnik, ansonsten herrschte im ausverkauften Millerntorstadion eine herausragende Derbystimmung.

St. Pauli feiert den Derbysieg

Luhukay überwältigt, Hunt selbstkritisch

St. Paulis Trainer Jos Luhukay war nach der Partie im NDR Interview überwältigt von der Kulisse: "Eine Wahnsinns-Stimmung. Das war der schönste Fußball-Abend, den ich bislang hier erlebt habe", sagte der Niederländer und sprach von einem verdienten Sieg: "Am Ende hätten wir sogar noch sechs, sieben Tore erzielen können." HSV-Kapitän Aaron Hunt gab sich im NDR Interview selbstkritisch: "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. Unterm Strich haben wir heute leider verdient verloren. So eine Derby-Niederlage tut natürlich doppelt weh."

Diamantakos bestraft schläfrigen HSV

St. Paulis Trainer Jos Luhukay stellte gegenüber dem 3:3 in Dresden dreimal um - Neuzugang Sebastian Ohlsson, Leo Östigard und Christian Conteh durften von Beginn an ran. Beim Hamburger SV ersetzte Josha Vagnoman den verletzten Jan Gyamerah.

6.Spieltag, 16.09.2019 20:30 Uhr

FC St. Pauli

2

Hamburger SV

0

Tore:

  • 1:0 Diamantakos (18.)
  • 2:0 van Drongelen (63., Eigentor)

FC St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson (80. Kalla), Östigard, Lawrence, Buballa - Becker, Knoll (84. Diarra) - Miyaichi, Möller Daehli, C. Conteh (62. Penney) - Diamantakos
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Vagnoman, G. Jung, van Drongelen, Leibold - Fein, Kinsombi (80. Dudziak), Kittel - Narey (46. Hunt), Hinterseer, Jatta (66. Harnik)
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Beide Teams begannen vorsichtig und verhalten, es dauerte bis zur 13. Minute, bis erstmals Torgefahr aufkam: Marvin Knolls wuchtiger Schuss aus gut 30 Metern sah zwar spektakulär aus, war aber für HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes nicht schwer zu parieren. Wenig später war der 26-Jährige jedoch machtlos. Knoll setzte eine Hereingabe von Mats Möller Daehli per Kopf an den Pfosten, beim Abpraller reagierte Diamantakos schneller als van Drongelen und sorgte mit einem Flugkopfball für das 1:0 (18.).

Die Führung hatte sich nicht unbedingt angedeutet, war aber verdient, weil dem HSV bis dahin offensiv überhaupt nichts gelang. Erst nach einer halben Stunde bot sich Lukas Hinterseer eine Doppelchance: Zunächst schoss er Robin Himmelmann aus 20 Metern den Ball in die Arme (30.), dann verfehlte er eine schöne Hereingabe von Vagnoman nur knapp (31.). Aber die Szenen waren eine Art Brustlöser für den HSV, der die Braun-Weißen nun immer mehr in die Defensive zwang. Sonny Kittels schönen Volleyschuss von der Strafraumkante lenkte Himmelmann artistisch über die Latte (43.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff lag der Ball dann im St.-Pauli-Netz, soll aber vor der Hereingabe Bakery Jattas im Toraus gewesen sein (45.) - eine knifflige und möglicherweise falsche Entscheidung.

Pyrofackeln verzögern Wiederanpfiff

War es vor der Partie und während der ersten 45 Minuten ein friedliches, stimmungsvolles und störungsfreies Stadtderby - so sorgten Unverbesserliche in beiden Fanlagern mit Pyrotechnik für einen verspäteten Anpfiff des zweiten Durchgangs. Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) wartete jedoch souverän und geduldig das Ende des kindischen Verhaltens ab und gab das Spiel anschließend wieder frei.

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Im Gegensatz zum ersten Durchgang war der HSV nun aber von Beginn an voll da. Jatta segelte an einer Hereingabe vorbei (48.), Hinterseer brachte nach einer gefühlvollen Hereingabe von Adrian Fein nicht genügend Druck hinter den Ball, sodass Himmelmann parieren konnte (53.). Nur vier Minuten später vergab der Ex-Bochumer die nächste Großchance. Nach Pass von David Kinsombi schoss er sich wenige Meter vor dem Tor selbst an den Fuß, der Ball segelte über die Querlatte (57.).

Mitten in dieser Drangphase sorgte ein Geistesblitz von Möller Daehli für St. Paulis 2:0. Der Norweger spielte einen Freistoß flach in den Strafraum, wo der steil gestartete Knoll ebenso überragend den Ball per Hacke in die Mitte verlängerte - genau in den Lauf von HSV-Verteidiger van Drongelen, der ins eigene Tor traf (63.). Auch dieser Treffer kam quasi aus dem Nichts, zeigte aber sichtlich Wirkung. Der Offensivschwung der Hecking-Elf war dahin, zudem stand St. Pauli weiterhin defensiv sicher und lauerte auf Konter. Die hatten es in sich: Diamantakos scheiterte an Heuer Fernandes (80.), Möller Daehli am Pfosten (82.). Auch Daniel Buballa, der alleine auf das HSV-Tor zulief, brachte keinen Treffer zustande. Kurz vor dem Ende vergab Kittel noch eine HSV-Chance (90.+2). So reichte es am Ende für St. Paulis Derbysieg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 16.09.2019 | 20:00 Uhr