Stand: 14.04.2019 15:27 Uhr

St. Pauli auch unter Luhukay sieglos

von Johannes Freytag, NDR.de
St. Paulis neuer Trainer Jos Luhukay sah einen durchwachsenen Auftritt seiner Mannschaft.

Auch der neue Trainer Jos Luhukay hat beim FC St. Pauli keine Trendwende herbeiführen können. Die Kiezkicker kamen am Sonntag gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und blieben damit im fünften Zweitligaspiel in Folge ohne Sieg. Immerhin: Nach einem ganz schwachen Auftritt in der ersten Hälfte zeigten die Hamburger im zweiten Durchgang deutlich mehr Engagement. Ein Sieg wäre allerdings nicht verdient gewesen, dafür waren die Braun-Weißen vor dem gegnerischen Tor insgesamt zu harmlos. Interims-Sportchef Andreas Rettig sprach dennoch von einem "bestandenen Charaktertest" und "einem positiven Fazit, das man ziehen kann". Auch Mittelfeldmann Marvin Knoll sah im Gespräch mit dem NDR Hörfunk einen "kleinen Schritt nach vorn".

Fünf Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang zwar nur vier Zähler - angesichts der gebotenen Leistung fällt es jedoch schwer, daran zu glauben, dass St. Pauli tatsächlich noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen kann.

Luhukays Umstellungen fruchten nicht

29.Spieltag, 14.04.2019 13:30 Uhr

FC St. Pauli

1

Arm.Bielefeld

1

Tore:

  • 0:1 Klos (5., Foulelfmeter)
  • 1:1 Miyaichi (48.)

FC St. Pauli: Himmelmann - Y.-Y. Park, Carstens, Hoogma, Dudziak - Flum, Buchtmann - Miyaichi (87. Becker), Allagui (75. Lankford), Möller Daehli (46. Knoll) - Meier
Arm.Bielefeld: Ortega - Brunner, Behrendt, Börner, Hartherz (68. Lucoqui) - Prietl - Clauss (85. Staude), Yabo (79. Seufert), Weihrauch, Voglsammer - Klos
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Luhukay krempelte - auch verletztungsbedingt - St. Paulis Startelf um: Fünf Veränderungen gab es im Vergleich zum 1:2 in Kiel. Die überraschendste Personalie betraf Defensiv-Allrounder Knoll, der erstmals in dieser Saison zunächst nur auf der Bank Platz nahm. Auf der rechten Abwehrseite kam Yi-Young Park zu seinem dritten Einsatz in dieser Spielzeit. Der Südkoreaner führte sich allerdings unglücklich ein. Nach einem Stellungsfehler trat er seinem Gegenspieler Andreas Voglsammer beim Klärunsgversuch knapp vor dem Sechzehner in den Bauch, Schiedsrichter Sascha Stegemann verlegte den Tatort zu allem Überfluss in den Strafraum und gab Elfmeter. Fabian Klos verwandelte trocken zur Bielefelder Führung (5.), die Jonathan Clauss fünf Minuten später beinahe ausgebaut hätte. Die Volleyabnahme des 26-Jährigen wehrte St. Paulis Keeper Robin Himmelmann mit der Faust ab (10.).

Bielefelder Chancenwucher

Das frühe Gegentor war ein sichtlicher Wirkungstreffer für die Hausherren, denen überhaupt nichts mehr gelang. Von einem neuen Schwung, den sich die Clubverantwortlichen vom Trainerwechsel erhofft hatten, war nichts zu sehen. Im Gegenteil. Die Braun-Weißen agierten viel zu passiv und luden die Gäste aus Ostwestfalen förmlich zum Toreschießen ein. Weihrauch wurde im Strafraum im letzten Moment von Jeremy Dudziak gestört (21.), Voglsammer scheiterte erst aus kurzer Distanz am stark reagierenden Himmelmann (24.) und köpfte dann ebenso aussichtsreich - weil völlig freistehend - aus elf Metern über das Tor (39.). Clauss mit einem Heber (42.) und Klos, der sich zu eigensinnig verdribbelte (44.), hatten weitere Gelegenheiten. Der Pausenpfiff erlöste die Hamburger, die selbst bis dahin nur zu zwei harmlosen Abschlüssen gekommen waren.

Knoll kommt, flankt und St. Pauli trifft

Luhukay reagierte auf den lethargischen Auftritt seiner Mannschaft, wechselte für den zweiten Durchgang Knoll ein und bewies damit ein glückliches Händchen. Drei Minuten nach Wiederanpfiff flankte der neue Mann präzise von der linken Seite an den zweiten Pfosten, wo Ryo Miyaichi per Kopf den Ausgleich erzielte (48.). Der Treffer setzte Kräfte frei, St. Pauli war nun deutlich präsenter und bissiger in den Zweikämpfen. Bielefelder Abschlüsse gab es nicht mehr, allerdings taten sich die Hausherren weiterhin schwer, selbst für Torgefahr zu sorgen. Erst in der 63. Minute wurde es mal wieder gefährlich, Alexander Meier vertändelte den Ball aber am Strafraum. Miyaichis von Stefan Ortega abgewehrter Schuss (76.) hätte dann die Schlussoffensive einleiten können. Mehr als einen Distanzschuss von Christopher Buchtmann (80.) und einen Kopfball von Justin Hoogma (88.) brachten die Hamburger aber nicht zustande.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.04.2019 | 19:30 Uhr

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