Stand: 12.08.2019 11:29 Uhr

Erleichterung beim FC St. Pauli - und jetzt?

von Florian Neuhauss, NDR.de

Unter dem Strich steht der Sieg. "Wir haben lange nicht mehr gewonnen. Dieses Gefühl, dafür spielt man Fußball - um nach dem Spiel kaputt zu sein, gewonnen zu haben und glücklich zu sein", sagte St. Paulis Abwehrchef Marvin Knoll nach dem 7:6 nach Elfmeterschießen beim VfB Lübeck. Es war der erste Erfolg nach saisonübergreifend fünf sieglosen Pflichtspielen in Folge. Nicht zuletzt ob der Brandrede von Trainer Jos Luhukay ist die Stimmung bei den Kiezkickern seit Saisonbeginn aufgeheizt. Trainer, Mannschaft und Fans warten weiter auf weitere Neuzugänge. War dieser Erfolg im DFB-Pokal - ein "Pflichtsieg" bei einem Regionalligisten - der erste Schritt, um für Ruhe im Verein und Umfeld zu sorgen?

Neues System gibt keine Sicherheit

Luhukay hatte seinem Team eine defensive Dreierkette verordnet. Knoll war das zentrale Glied, Daniel Buballa spielte links, Marc Hornschuh rechts. Christian Conteh und Ryo Miyaichi sollten den sicher deutlich defensiver erwarteten Viertligisten über die Außenbahnen knacken. Doch der Schachzug ging nicht auf. Die Dreierkette strahlte keine Sicherheit aus - und nach vorne ging wenig. Dass die Lübecker zehn Minuten nach dem Seitenwechsel mit 2:0 führten, war nicht unverdient. St. Pauli tat sich unheimlich schwer.

"Unnötiger" Aufwand gegen "tapfere" Lübecker

"Unnötig" fand der Coach trotzdem, dass sein Team so lange brauchte, um den Underdog niederzuringen: "Es hat unglaublich viel Energie gekostet." Der Niederländer sparte aber auch nicht mit Lob für seine Spieler. Schließlich müsse man nach zwei Gegentoren auch erst mal zurückkommen, "das haben wir gut gemacht". Der "tapfere Kampf" der Lübecker, die nach Knolls 3:2 in der Verlängerung noch einmal ausglichen, nötigte ihm Respekt ab. Buballa, der an der Lohmühle die Kapitänsbinde trug, befand: "Wir haben uns das Spiel selber schwer gemacht. Chapeau, dass wir es dann im Elfmeterschießen noch auf unsere Seite ziehen konnten."

"Das Gefühl einfach mal mitnehmen"

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Nach dem Pokalsieg waren die St. Paulianer "kaputt, aber glücklich".

In der Liga hatten die Kiezkicker zum Auftakt in Bielefeld zunächst selbst überrascht, dann aber noch den späten Ausgleich kassiert. Das 1:3 am zweiten Spieltag gegen Greuther Fürth war eine große Enttäuschung. Am kommenden Sonnabend (13 Uhr/im NDR Livecenter) muss St. Pauli beim VfB Stuttgart ran.

Dass der Bundesliga-Absteiger, der mit vier Punkten in die Saison gestartet ist, ein ganz anderes Kaliber als das kleine Lübeck ist, muss nicht erwähnt werden. Und trotzdem soll eben dieser Sieg in Schleswig-Holstein den Weg weisen. "Wir sind überglücklich, dass wir so einen Pokalfight erlebt haben und weitergekommen sind", meinte Knoll. "Jetzt müssen wir das Gefühl einfach mal wieder mitnehmen und weitermachen."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 11.08.2019 | 19:30 Uhr