Stand: 13.07.2019 18:44 Uhr

FC St. Pauli: Sorgen statt Aufbruchstimmung

von Jörg Naroska, NDR Hörfunk

"Wenn es zum ersten Saisonspiel kommt, werden wir nicht sagen können, die Mannschaft ist jetzt perfekt vorbereitet." Ein Satz von Trainer Jos Luhukay am Ende des Trainingslagers in Mayrhofen, der aufhorchen lässt. Noch im Mai hatte Luhukay gesagt, er wolle mit dem FC St. Pauli in den kommenden zwei Jahren in die Bundesliga aufsteigen. Jetzt, zwei Wochen vor dem Zweitliga-Saisonstart, ist von dieser Aufbruchstimmung nichts mehr zu spüren. Die Rahmenbedingungen des Trainingslagers im malerischen Bergpanorama der österreichischen Alpen waren hervorragend. Aber im Kader, mit dem die Hamburger in Tirol für die neue Spielzeit trainierten, fehlt es noch an allen Ecken und Enden.

Luhukay: "Mit der personellen Situation nicht glücklich"

Zahlreiche Spieler, darunter Profis wie Alexander Meier, Sami Allagui oder Jeremy Dudziak, haben den Verein im Sommer verlassen. Drei bis sechs qualitativ hochwertige Neuzugänge sollen kommen. "Wir werden noch Spieler holen", versprach Vereinspräsident Oke Göttlich in Mayrhofen. Schnell wird das aber wohl nicht gehen. St. Pauli setzt auf Risiko und darauf, dass mit dem Start der Bundesliga noch einmal Verstärkungen auf den Transfermarkt kommen, die der Verein auch finanzieren kann.

Transfer-Stillstand beunruhigt die Fans

Die wichtigen taktischen Vorgaben, die Trainer Luhukay in Tirol intensiv einstudieren ließ, haben die möglichen Neuzugänge auf jeden Fall verpasst. Göttlich versuchte zu beruhigen: In den vergangenen Jahren habe St. Pauli den Kader frühzeitig komplett gehabt und trotzdem nicht den erwünschten sportlichen Erfolg geschafft. Jetzt versuche man es eben anders herum. Was die Fans des Zweitligisten vom Stillstand bei den Transfers halten, sprach ein mitgereister Anhänger am Rande des Testspiels gegen den österreichischen Club Wattens aus: "Ich glaube, die ganze Fanszene macht sich im Moment große Sorgen."

Die vielen Verletzten bleiben ein Problem

Sorgen bereitet dem FC St. Pauli auch die vielen wichtigen Spieler, die zurzeit verletzt ausfallen. Innenverteidiger Philipp Ziereis und Torjäger Henk Veerman zählen dazu. Im Trainingslager waren deshalb gleich sechs Spieler aus der U23 und sogar der A-Jugend des Vereins am Ball. Erinnerungen an die vergangene Spielzeit wurden wach, als St. Pauli phasenweise auf bis zu 14 Profis verzichten musste. Mehr als die Hälfte aller Spieler war nicht in der Lage, mindestens die Hälfte der Spiele über 90 Minuten auf dem Platz zu stehen, rechnete Luhukay in Tirol vor.

"Traue mich nicht, über Ziele zu sprechen"

Der Club sucht nach Lösungen, um die Profis weniger verletzungsanfällig zu machen. Bisher ohne Erfolg: Ausgerechnet die beiden derzeit einzigen Neuzugänge Rico Benatelli und Boris Tashchy mussten vorzeitig aus dem Trainingslager in Mayrhofen abreisen und fallen auf unbestimmte Zeit aus.

Ziele und Träume könne man haben, aber "ich traue mich im Moment gar nicht, über Ziele zu sprechen", sagte Luhukay in Tirol. Noch so ein Satz des Trainers, der nichts Gutes für die kommende Saison erahnen lässt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.07.2019 | 09:30 Uhr

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