Stand: 26.09.2018 21:14 Uhr

St. Pauli: Später Jubel gegen Paderborn

von Johannes Freytag, NDR.de

Die Zweitliga-Fußballer des FC St. Pauli haben nach dem 1:0-Erfolg in Ingolstadt nachlegen können. Die Hamburger bezwangen am Mittwochabend im eigenen Stadion durch ein Tor von Richard Neudecker in der Nachspielzeit den SC Paderborn mit 2:1 (1:1). Dabei hatte die Elf von Trainer Markus Kauczinski vor allem in Hälfte eins viel Glück gegen den spielstarken Aufsteiger, im zweiten Durchgang war die Partie ausgeglichener. Moralisch scheinen die Kiezkicker mit nunmehr zwei Siegen in Serie gerüstet, um am Sonntag im Stadtderby beim Hamburger SV bestehen zu können. "Wir haben in der englischen Woche jetzt sechs Punkte geholt, aber die drei Spiele davor haben uns wehgetan. Das merkt man immer noch. Wir wollen das Selbstbewusstsein des Saisonbeginns zurückholen", sagte Kauczinski nach der Partie.

Diamantakos kontert Zolinskis Treffer

St. Paulis Coach veränderte seine Startformation nur auf einer Position. Anstelle von Henk Veerman, der nur auf der Bank Platz nahm, agierte Dimitrios Diamantakos als Sturmspitze. Doch so richtig in Szene setzen konnte sich der Grieche zunächst nicht. Denn vom Anpfiff weg zeigten die Gäste aus Ostwestfalen, dass ihre neun Tore in den zurückliegenden zwei Spielen kein Zufall waren. Paderborn wirkte ballsicherer, schneller und zweikampfstärker - und hätte in der zehnten Minute in Führung gehen müssen: Doch Babacar Gueye schoss freistehend aus acht Metern St. Paulis Keeper Robin Himmelmann an. Die Kiezkicker befreiten sich erst nach gut 20 Minuten vom Druck - einen Distanzschuss von Marvin Knoll konnte SCP-Torwart Leopold Zingerle zur Ecke abwehren (21.), Christopher Buchtmann verfehlte das Gehäuse nur knapp (26.), Johannes Flum traf nur das Außennetz (31.).

Mitten in dieser Drangphase wurden die Braun-Weißen aber kalt erwischt: Mohamed Dräger steckte klug auf Ben Zolinski durch, der Ex-Rostocker ließ Philipp Ziereis im Laufduell keine Chance und schob den Ball zur verdienten Gästeführung ein (32.). Es war zu dem Zeitpunkt bereits der neunte Torschuss der Paderborner, die zudem 65 Prozent Ballbesitz hatten. St. Pauli schüttelte sich aber nur kurz und kam fünf Minuten später zum Ausgleich: Flum bediente Diamantakos, der Grieche spitzelte Zingerle den Ball durch die Beine (37.). Mit dem aus Gastgebersicht etwas schmeichelhaften Remis ging es in die Pause.

St. Pauli hat Paderborn besser im Griff

7.Spieltag, 26.09.2018 18:30 Uhr

FC St. Pauli

2

SC Paderborn

1

Tore:

  • 0:1 Zolinski (32.)
  • 1:1 Diamantakos (37.)
  • 2:1 Neudecker (90. +2)

FC St. Pauli: Himmelmann - Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa - Flum (81. Zehir), Knoll - C. Sahin, Buchtmann, Möller Daehli (75. Neudecker) - Diamantakos (87. Veerman)
SC Paderborn: Zingerle - Dräger, Schonlau, Strohdiek, Collins - Gjasula (81. Vasiliadis), Klement, Tekpetey (68. Antwi-Adjej), Schwede - Zolinski (76. Ritter), Gueye
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Kauczinski hatte in der Kabine offenbar die richtigen Anweisungen gegeben, denn im zweiten Durchgang unterbanden die Hamburger die Paderborner Angriffe deutlich besser als noch in Hälfte eins. Die eigenen Offensivaktionen waren allerdings auch noch nicht das Gelbe vom Ei, sodass es bis zur 60. Minute dauerte, ehe die 29.546 Zuschauer im ausverkauften Millerntorstadion wieder Torgefahr bestaunen durften. Zunächst klärte Gueye auf der Linie gegen Knoll, der aus dem Gewühl zum Abschluss gekommen war (61.), dann faustete auf der Gegenseite Himmelmann einen Distanzschuss von Tobias Schwede artistisch zur Ecke ab (62.). Ansonsten war aber vom attraktiven Spiel der ersten 45 Minuten wenig übrig geblieben. Stattdessen prägten Zweikämpfe, Nickeligkeiten und Fouls das Geschehen. So rannen die Minuten dahin, bis Paderborns Gueye, der zu hart gegen Daniel Buballa eingestiegen war (86.), die Gelb-Rote Karte sah. Kauczinski wechselte für das Überzahlspiel Veerman ein. Ein Glücksgriff: Der Niederländer bediente in der Nachspielzeit den mitgelaufenen Richard Neudecker, der den Ball zum umjubelten Siegtreffer ins leere Tor grätschte (90.+2). Kurz darauf hatte Veerman sogar das 3:1 auf dem Fuß, verstolperte aber - es wäre auch zuviel des Guten gewesen.

Weitere Informationen

Ergebnisse und Tabelle 2. Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 26.09.2018 | 22:40 Uhr

Mehr Sport

02:32
Schleswig-Holstein Magazin