Stand: 08.12.2019 15:50 Uhr

Nächste Pleite - St. Pauli trifft das Tor einfach nicht

von Matthias Heidrich, NDR.de
Hätte den FC St. Pauli im Alleingang zum Sieg schießen können: Henk Veerman.

Der FC St. Pauli bekommt in der Zweiten Liga zurzeit einfach kein Bein auf den Boden. Bei Jahn Regensburg mussten die Hamburger am Sonntag eine 0:1 (0:1)-Niederlage hinnehmen. Damit sind die Kiezkicker nunmehr seit neun Pflichtspielen in Serie ohne Sieg. Holt Nürnberg am Montag einen Punkt gegen Stuttgart, würde St. Pauli in der Tabelle auf Relegationsrang 16 abrutschen. 

Bitter für die Braun-Weißen und vor allem für Trainer Jos Luhukay, dem die Club-Offiziellen zuletzt demonstrativ den Rücken gestärkt hatten: Eigentlich zeigten die St. Paulianer in Regensburg eine gute Partie. Einmal mehr war es aber die eklatant schwache Chancenverwertung, die den Hamburgern einen Strich durch die Rechnung machte und letztlich das Trainer-Thema am Millerntor weiter befeuern wird - allen Treueschwüren zum Trotz.

Zander: "An der Einstellung hat es nicht gelegen"

"An der Einstellung hat es heute auf jeden Fall nicht gelegen. Ich habe elf Leute auf dem Platz gesehen, die gefightet haben. Es tut einfach weh, dass es nicht funktioniert hat", sagte St. Paulis Luca Zander. "Einstellung haben ist gut, du brauchst aber natürlich auch ein Tor, um Spiele zu gewinnen", brachte es Marvin Knoll auf den Punkt.

Vier gute Chancen für St. Paulis Veerman

16.Spieltag, 08.12.2019 13:30 Uhr

J. Regensburg

1

FC St. Pauli

0

Tore:

  • 1:0 Grüttner (42.)

J. Regensburg: Meyer - Saller (62. Heister), Nachreiner, Correia, Okoroji - Gimber, Besuschkow - George, Stolze (86. Wekesser) - Grüttner, Albers (81. Schneider)
FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, Östigard, Ziereis, Lawrence (67. Coordes) - Knoll - Miyaichi, Sobota, Möller Daehli (83. Becker), Kuyucu - Veerman (81. Taschtschi)
Zuschauer: 15026

Weitere Daten zum Spiel

Zwar machte Regensburg von Beginn an das Spiel im eigenen Stadion, die Torchancen erarbeiteten sich jedoch die engagierten und defensiv gut sortierten Hamburger. Henk Veerman hatte gleich vier sehr gute Gelegenheiten, um die Kiezkicker in Führung zu bringen. Doch seine reaktionsschnelle Direktabnahme nach einem Flugkopfball von Mats Möller Daehli (20.) ging Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Nur zwei Minuten später war St. Paulis Stoßstürmer wieder zur Stelle, traf aber nur die Querlatte. In der 29. Minute fischte Regensburgs Schlussmann Alexander Meyer einen platzierten Kopfball des Niederländers aus dem linken Eck. Aus zentraler Position setzte Veerman noch eine Möglichkeit über den Kasten von Jahn Regensburg (40.).

Grüttner trifft per Hacke für Jahn Regensburg

Doppelt bitter für die Gäste: Die Hausherren trafen mit der ersten Chance zum 1:0. Nach einem Missverständnis von Kapitän Waldemar Sobota und Profidebütant Mert Kuyucu (bereits der 32. Spieler, den Luhukay in dieser Saison eingesetzt hat) war Andreas Albers über rechts frei durch, brachte den Ball flach in die Mitte, wo Jahn-Kapitän Marco Grüttner per Hacke wunderschön vollendete (42.).

Möller Daehli verpasst den Ausgleich

Zweite Hälfte, dasselbe Bild: Regensburg hatte mehr vom Spiel, St. Pauli die besseren Chancen. In der 55. Minute kam es knüppeldick für die leidensfähigen St.-Pauli-Anhänger. Möller Daehli war frei durch, konnte sich gegen Meyer die Ecke aussuchen, schoss den Jahn-Torwart aber frontal an (55.). Bessere Torchancen gibt es im Fußball kaum, für den FC St. Pauli sind selbst diese zurzeit zu schwer.

Nachdem Innenverteidiger Philipp Ziereis in der 69. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste, schwand die Hoffnung auf die Wende auf ein Minimum. Regensburg war dem zweiten Treffer nun näher als St. Pauli dem Ausgleich. Sebastian Stolze (78.) traf allerdings nur den Pfosten. Eine zwingende Torchance konnte sich die Luhukay-Mannschaft in Unterzahl nicht mehr herausspielen, davon hatte sie zuvor aber auch genug gehabt.

Sportchef Bornemann: "Bittere Niederlage"

"Niederlagen sind immer bitter, aber diese kann man in die Kategorie der bittersten Niederlagen einstufen", sagte Sportchef Andreas Bornemann. "Außer der Chancenverwertung und der Situation beim Gegentor kann ich der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Wir müssen uns straffen. Da wieder rauszukommen, ist harte Arbeit."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.12.2019 | 22:50 Uhr

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