Stand: 26.08.2019 09:00 Uhr

St. Pauli - Kiel: Nordduell mit besonderen Vorzeichen

André Schubert kehrt ans Millerntor zurück. Sein Ende beim FC St. Pauli vor auf den Tag genau sieben Jahren und elf Monaten war unrühmlich, der Verein damals in der sportlichen Führung tiefgespalten. Schubert ist seit dieser Saison Trainer bei Holstein Kiel und sagte vor dem Zweitliga-Nordduell heute Abend (20.30 Uhr/im NDR Livecenter): "Ich verbinde mit dem Verein ein tolles Jahr mit fantastischem Fußball, den wir gespielt haben. Ich freue mich daher sehr auf das Stadion und die besondere Stimmung. Ich habe natürlich noch viele Kontakte zu St. Pauli."

Mögliche Aufstellungen St. Pauli und Kiel

KSV-Trainerteam mit drei Ex-St.-Paulianern

Seine Kontakte hat der 48-Jährige auch dazu genutzt, Fabian Boll an die Förde zu lotsen. Die St.-Pauli-Ikone, die in ihren zwölf Jahren bei den Kiezkickern über 250 Spiele für die Kiezkicker absolviert hat, arbeitete zuletzt wieder Vollzeit als Kriminalhauptkommissar. Als Co-Trainer bei verschiedenen Clubs und Oberliga-Chefcoach hatte Boll nebenbei bereits Erfahrungen an der Seitenlinie gesammelt. Bei Schuberts Anfrage musste der 40-Jährige nicht lange überlegen, ließ sich als Beamter beurlauben und pendelt seitdem täglich zwischen Hamburg und Kiel.

Das Trio der Ex-St.-Paulianer komplettiert Patrik Borger. Der ehemalige Keeper ist allerdings schon seit fünf Jahren bei den "Störchen", bei denen er zunächst im Nachwuchs arbeitete, mittlerweile aber die KSV-Torhüter trainiert.

Kiel kommt mit breiter Brust nach Hamburg

Während die Kieler durch ihren 2:1-Heimerfolg am dritten Spieltag gegen den bis dahin verlustpunktfreien Karlsruher SC Selbstvertrauen getankt haben, wartet St. Pauli unter Coach Jos Luhukay nach drei Partien immer noch auf den ersten Sieg.

Immerhin sind seit Donnerstag die ob der Verletztenmisere so dringend benötigten Verstärkungen da. Innenverteidiger James Lawrence und Außenverteidiger Matthew Penney stehen im Kader für das Nordduell. Aber wie schnell die beiden wirklich helfen können, muss sich erst noch zeigen. Immerhin kennt Penney Luhukay bereits aus gemeinsamen Tagen in Sheffield. "Ich hatte immer einen guten Draht zu ihm. Ich mag seine Ideen und wie er spielen lassen will. Und seine Vorstellungen vom Spiel passen zu meinen. Deswegen stimmt die Chemie", sagte der 1,72 Meter große Engländer.

Bei den übrigen Sommerzugängen hatten die Hamburger bisher kein Glück: Rico Benatelli und Borys Tashchy verletzten sich genauso wie Leo Östigard schon vor ihrem ersten Spiel. Stürmer Viktor Gyökeres wusste in seinen drei Einsätzen nicht zu überzeugen.

Luhukay mit sehr schwacher Bilanz

"Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind, aber natürlich zählen Ergebnisse im Fußball", sagte Luhukay. "Wir haben die lange Woche sehr gut genutzt, vor allem was die mentale Situation der Mannschaft betrifft."

Verlieren die St. Paulianer mit zwei Toren Differenz, rutschen sie noch hinter Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden auf den letzten Tabellenplatz ab. Spätestens dann dürfte es langsam ungemütlich werden am Millerntor. Schon gegen Ende der vergangenen Saison, als Luhukay das Ruder von Markus Kauczinski übernommen hatte, stimmten die Ergebnisse unter dem Niederländer nicht. In nun neun Liga-Spielen gab's einen Sieg - das 4:3 gegen Regensburg datiert vom 27. April.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.08.2019 | 22:40 Uhr

Mehr Sport

02:00
Schleswig-Holstein Magazin

Wie geht es weiter bei Holstein Kiel?

Schleswig-Holstein Magazin