Stand: 30.11.2019 16:15 Uhr

Hannover 96 jubelt - St. Pauli weiter auf Talfahrt

von Matthias Heidrich, NDR.de
Hannover 96 kann nach dem 1:0-Sieg beim FC St. Pauli etwas durchatmen.

In einem Zweitliga-Nordduell von überschaubarem Niveau ist Hannover 96 ein kleiner Befreiungsschlag gelungen. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge und fünf Spielen ohne Sieg glückte 96 am Sonnabend ein 1:0 (1:0)-Erfolg beim FC St. Pauli. Während Hannovers neuer Trainer Kenan Kocak mit seinem ersten "Dreier" etwas Rückenwind verspürt, dürften die Fragen an St. Paulis Übungsleiter Jos Luhukay nach nunmehr acht Pflichtspielen in Folge ohne Sieg und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 15 nicht weniger werden.

Trainer Luhukay: "Vertraue der Mannschaft"

Luhukay stellte sich nach dem neuerlichen Rückschlag vor sein Team: "Ich vertraue der Mannschaft. Sie hat den Willen nicht vermissen lassen", sagte der 56-Jährige. "Wenn wir den Glauben nicht verlieren, werden wir wieder bessere Ergebnisse einfahren."

Auf der anderen Seite fiel Hannovers Kapitän Marvin Bakalorz eine Last von den Schultern. "Ich hatte wirklich vergessen, wie es ist zu gewinnen. Das war alles andere als schöner Fußball, aber in dieser Situation ist ein Dreier sehr wichtig", sagte der 96-Kapitän im NDR Interview. "Das tut unheimlich gut, es kann eigentlich nur bergauf gehen."

St.-Pauli-Kapitän Kalla patzt, Maina trifft für 96

15.Spieltag, 30.11.2019 13:00 Uhr

FC St. Pauli

0

Hannover 96

1

Tore:

  • 0:1 Maina (7.)

FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, Ziereis, Lawrence, Kalla (83. Lankford) - Knoll - Miyaichi, Sobota (81. Becker), Möller Daehli, Gyökeres (67. Taschtschi) - Veerman
Hannover 96: Zieler - S. Jung (46. J. Korb), Elez, Felipe (75. Ostrzolek), Albornoz - Anton, Bakalorz - Muslija, Haraguchi, Maina (73. E. Hansson) - Weydandt
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Es war von Beginn an eine zerfahrene Partie, beide Teams strotzten erwartungsgemäß nicht gerade vor Selbstvertrauen. Die knapp 30.000 Zuschauer bekamen viele Stockfehler und technische Unzulänglichkeiten geboten - hüben wie drüben. Eine davon nutzte Hannover früh zur schmeichelhaften Führung. St. Paulis Kapitän Jan-Philipp Kalla agierte bei der Ballannahme im Mittelfeld ebenso unbedarft wie schläfrig. Linton Maina, von Kocak für Marvin Ducksch in die Startformation beordert, ging gedankenschnell dazwischen, legte ein schönes Solo hin und traf flach ins lange Eck zum 1:0 für die Niedersachsen (7.).

Schiedsrichter Hartmann nimmt Handelfmeter zurück

Es ging langweilig zu am Millerntor, bis Schiedsrichter Robert Hartmann eine Idee hatte. Er entschied in der 38. Minute auf Handelfmeter für 96. Das Problem: Hannovers Verteidiger Josip Elez hatte beim Volleyschuss von Viktor Gyökeres aus kurzer Distanz den getroffenen Arm eindeutig vor dem Körper angelegt und nicht annähernd seine Körperfläche vergrößert. Videoassistent Michael Bacher schaltete sich ein, Hartmann schaute sich die Szene selbst auch nochmal an und nahm seine Fehlentscheidung richtigerweise zurück.

FC St. Pauli enttäuscht, Hannover 96 verteidigt solide

Bei St. Pauli war es auch gegen die nicht gerade angsteinflößend auftretenden Hannoveraner die alte Leier: Die Kiezkicker betrieben viel Aufwand, hatten auch mehr Ballbesitz, doch es kam einfach nichts dabei herum. Die Offensive der Braun-Weißen fand vor allem in der zweiten Hälfte quasi nicht statt. Hannover verteidigte solide, passte sich in der Vorwärtsbewegung aber der Ideenlosigkeit St. Paulis an.

Hannover-Trainer Kocak: "Ich bin sehr glücklich"

Leidtragende waren die Zuschauer. Während die Fans der Gastgeber eine bedrückend emotionslose Vorstellung des Luhukay-Teams mit Pfiffen quittierten, konnte der 96-Anhang nach dem erlösenden Schlusspfiff immerhin jubeln. "Ich bin sehr glücklich. Die Mannschaft war füreinander da auf dem Platz. Dennoch müssen wir inhaltlich noch viel arbeiten", sagte Kocak.

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Sportclub | 01.12.2019 | 22:50 Uhr