Stand: 10.03.2019 12:40 Uhr

St. Pauli - HSV: Einer kann, der andere muss

Es ist angerichtet für das Hamburger Stadtderby: Das Sicherheitskonzept steht, die Fans laufen sich in den Sozialen Medien schon warm und St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich sowie HSV-Sportchef Ralf Becker haben die ersten Giftpfeile ausgetauscht. Zeit, dass es sportlich wird. "Was es den Fans bedeutet, ist klar. Dass wir Punkte brauchen, ist klar", sagte HSV-Coach Hannes Wolf vor dem Auftritt seines Teams heute beim Erzrivalen (13.30 Uhr, im NDR Livecenter). "Wir freuen uns darauf, mit unseren Fans eine große Party zu feiern. Das wird ein Fest", erklärte sein St.-Pauli-Kollege Markus Kauczinski.

Lasogga: "Klarer Auftrag, den Aufstieg zu schaffen"

Das Duell Tabellendritter gegen Zweiter am Millerntor ist sportlich gesehen ein "Kann gegen Muss". "Wir haben nicht den Druck, es schaffen zu müssen. Wenn wir am Ende nicht mehr vorne dabei sind, sagen alle: 'Das ist normal'", erklärte St. Paulis "Tormaschine" Alexander Meier. Sein HSV-Pendant Pierre-Michel Lasogga weiß auf der anderen Seite, worum es für den finanziell angeschlagenen Traditionsclub geht: "Wir haben den klaren Auftrag, den Aufstieg zu schaffen."

Göttlich vs. Becker

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Die Finanzen waren auch der Grund, warum Göttlich und Becker im Vorfeld ein wenig aneinander gerieten. "Wenn der Fußballgott gerecht ist, dann gewinnt der FC St. Pauli und steigt auch vor dem HSV auf, weil man irgendwann auch mal die Quittung bekommen muss für das, was alles schiefgelaufen ist in den letzten Jahren", hatte St. Paulis Präsident dem NDR gesagt. Becker antwortete via "Bild": "Frechheit, solche Aussagen sind nicht zu tolerieren." Göttlich blieb allerdings bei seiner Meinung. "Ich finde, es ist erlaubt, in der Woche vor dem Derby zu sagen: 'Wir wollen den Großen kitzeln.' Wir sind wirtschaftlich vernünftig aufgestellt und wollen gerne ein bisschen mehr Respekt aus der Stadt dafür haben."

Möller Daehli fehlt St. Pauli

Ein bisschen Reibung muss schon sein vor dem Derby, zumal die beiden Trainer eher versöhnlich daherkamen. "Der HSV mag mit seinem Kader spielerisch die Nase ein bisschen vorne haben, aber das können wir mit unseren Mitteln ausgleichen. Das Hinspiel war auf Augenhöhe, das erwarte ich jetzt auch", sagte Kauczinski, der auf den gesperrten Ersin Zehir verzichten muss - und auch auf Mats Möller Daehli (Magen-Darm-Probleme). Das teilten die Kiezkicker kurz vor dem Spiel mit. "Das ist schade, weil Mats in den letzten Wochen einer unserer spielbestimmenden Spieler war", so der St.-Pauli-Coach.

HSV-Torwart Pollersbeck dabei

Beim HSV ist dagegen Stammtorhüter Julian Pollersbeck nach einer Adduktorenzerrung rechtzeitig fit geworden. Der 24 Jahre alter Keeper, der das Heimspiel gegen Greuther Fürth (1:0) verpasst hatte, trainierte auch am Sonnabend mit dem Team und steht im Kader der "Rothosen". Rund 500 Fans verfolgten die öffentliche Abschluss-Einheit des HSV.

Baut Wolf sein Team um?

Gesperrt waren gegen Greuther Fürth Orel Mangala und Vasilije Janjicic. Möglich, dass Wolf das Duo nach den zuletzt spielerisch dürftigen Vorstellungen seines Teams gegen St. Pauli im Mittelfeld aufbieten wird. Lewis Holtby und Bakery Jatta droht die Bank. Auch Tatsuya Ito hat gute Chancen, diesmal von Anfang an dabei zu sein. Hee-Chan Hwang (Muskelsehnenanriss im Oberschenkel) fehlt verletzt mehrere Wochen.

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Sportclub | 10.03.2019 | 23:35 Uhr