Stand: 10.12.2017 15:27 Uhr

St. Pauli punktet, bleibt aber weiter ohne Sieg

von Johannes Freytag, NDR.de
Großer Kampf, aber nur wenig Ertrag: Lasse Sobiech (l.) und Bernd Nehrig sind enttäuscht.

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat seine Sieglos-Serie auch unter dem neuen Trainer Markus Kauczinski fortgesetzt. Zwar drehten die Kiezkicker am Sonntag die Partie gegen den MSV Duisburg zwischenzeitlich, mussten sich am Ende aber in Unterzahl (Rot für Aziz Bouhaddouz) mit einem 2:2 (0:1) zufriedengeben. Seit acht Spielen warten die Hamburger auf einen Dreier. Waldemar Sobota und Lasse Sobiech per Foulelfmeter erzielten die Tore für die Braun-Weißen, die in der Tabelle auf Rang 15 abgerutscht sind - und drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz haben. "Ich habe viele gute Ansätze gesehen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt", sagte Kauczinski. Kapitän Sobiech ergänzte: "Man hat gespürt, dass alle bei uns wollten. Das ist das Positive, das wir aus diesem Spiel mitnehmen."

T-Frage: Himmelmann bleibt die Nummer eins

Kauczinski verzichtete auf tief greifende Wechsel bei den Kiezkickern. Robin Himmelmann hütete weiterhin das Tor, in der Offensive ließ der neue Coach Bouhaddouz und Sami Allagui von Beginn an ran. Das hatte auch Vorgänger OIaf Janßen schon so ausprobiert. Bernd Nehrig kehrte nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück. Keine personellen Veränderungen also, spielerisch wirkte sich der Trainerwechsel allerdings auch nicht aus. Offensiv gelang wenig, hinten wirkte die Abwehr unsicher: Nach einem Eckball von der linken Seite köpfte Dustin Bomheuer an den rechten Pfosten, dann rettete Johannes Flum vor dem einschussbereiten Stanislav Iljutcenko (14.). Erst nach gut zwanzig Minuten fanden sich die Kiezkicker etwas besser zurecht. Luca Zander stürmte nach einem Konter erstmals in den gegnerischen Strafraum, wurde aber von Kevin Wolze gestoppt (22.), kurz darauf sorgte Cenk Sahi für den ersten Torabschluss der Hamburger (27.).

Umstrittener Strafstoß bringt MSV in Front

Die Partie plätscherte dahin, als urplötzlich Schiedsrichter Christian Dietz für Stimmung sorgte. Nach einem Körperkontakt im Strafraum zwischen Bouhaddouz und Duisburgs Lukas Fröde entschied der Münchner zur Überraschung fast aller Akteure auf Strafstoß für den MSV. Wolze verwandelte eiskalt zur Gästeführung (32.). St. Pauli mühte sich, St. Pauli kämpfte, brachte aber weiterhin nichts zustande. Fast sinnbildlich für die Harmlosigkeit der Gastgeber: Nach wunderbarem Zuspiel von Allagui entschied sich der freistehende Bouhaddouz für einen Querpass ins Leere, anstatt aus kurzer Distanz aufs Tor zu schießen (40.).

Zwei Tore in fünf Minuten

17.Spieltag, 10.12.2017 13:30 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 2:2


  • MSV Duisburg

Tore: 0:1 Wolze (32., Foulelfmeter) 1:1 Sobota (58.) 2:1 L. Sobiech (63., Foulelfmeter) 2:2 Iljutcenko (81.)
FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, L. Sobiech, Avevor, Buballa - Nehrig, Flum - Allagui (87. Schneider), C. Sahin (76. Kalla), Sobota - Bouhaddouz
MSV Duisburg: Flekken - Hajri, Bomheuer, Nauber (46. Blomeyer), Wolze - Fröde, Schnellhardt - Oliveira Souza, Engin - Taschtschi (78. Onuegbu), Iljutcenko (86. Albutat)
Zuschauer: 29546

Weitere Daten zum Spiel

Die Zuschauer im ausverkauften Millerntorstadion erlebten nach Wiederanpfiff einen ganz anderen Auftritt der Kiezkicker. Zunächst scheiterte Allagui nach einem tollen Solo an MSV-Torwart Mark Flekken (52.), dann segelte St. Paulis Angreifer nur knapp an einer Sahin-Flanke vorbei (56.). Schließlich drosch Waldemar Sobota den Ball nach einem missglückten Duisburger Klärungsversuch zum 1:1 in die Maschen (58.). Knapp fünf Minuten später bebte das Millerntor: Erneut entschied Schiedsrichter Dietz auf Foulelfmeter, erneut lag der Unparteiische bei der Bewertung des Körperkontakts zwischen Flekken und Allagui daneben. Sobiech behielt die Ruhe und traf zum 2:1 für die Hausherren (63.).

Rot für Bouhaddouz

Mitten hinein in den St.-Pauli-Rausch folgte die Ernüchterung: Nach einer Spielunterbrechung gab es Rot für Bouhaddouz, weil er seinen Gegenspieler Fröde mit Wasser bespritzt hatte (68.). Unmittelbar darauf wäre beinahe der Ausgleich gefallen, doch Himmelmann lenkte den Distanzschuss von Enis Hajri artistisch zur Ecke ab (70.). Die Partie wurde nun immer hektischer, in Überzahl drückten die Duisburger weiter - und es kam, wie es kommen musste: Ilcutcenko schob nach einer Kopfballvorlage von Ahmet Engin den Ball zum 2:2 über die Linie (81.). Mit Mann und Maus verteidigte St. Pauli nun den eigenen Strafraum und brachte das Remis über die Runden.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 10.12.2017 | 22:50 Uhr

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