Stand: 30.05.2017 08:58 Uhr

Wolfsburg hält die Klasse - Braunschweig weint

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Vieirinha erlöste den VfL - und bewegte sogar Trainer Andries Jonker (r.) zum Jubel-Sprint.

Der VfL Wolfsburg spielt auch in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga! Die "Wölfe" setzten sich im Relegationsrückspiel am Montagabend bei Eintracht Braunschweig mit 1:0 (0:0) durch - schon das Hinspiel hatten sie mit 1:0 für sich entschieden. Mit Cleverness und guter Chancenverwertung legte die Mannschaft von Andries Jonker erneut genau die Werte in die Waagschale, die dem Zweitligisten fehlten. Nach der Partie gab Jonker bekannt, dass er auch in der kommenden Saison VfL-Trainer sein wird. Die mit Champions-League-Ambitionen gestarteten Wolfsburger retteten mit dem Sieg eine "Gurkensaison" (O-Ton Christian Träsch) im letzten Moment. Die "Löwen" stehen hingegen nach einem starken Jahr mit leeren Händen und Tränen in den Augen da. "Bitter", befand Kapitän Ken Reichel. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt."

Eintracht-Fans stürmen den Platz

Und wäre das aus Eintracht-Sicht nicht schon schlimm genug, dürfte die Niederlage ein juristisches Nachspiel haben. Kurz vor dem Anpfiff der zweiten Hälfte waren im Fanblock der Eintracht Pyrotechnik gezündet und Böller ins Stadioninnere geworfen worden. Dabei erlitt ein Mitarbeiter des Ordnungspersonals nach einer ersten Diagnose ein Knalltrauma. Außerdem stürmten nach dem Abpfiff einige Chaoten in gelb und blau auf den Platz. Die Polizei musste einschreiten - und wurde selbst mit einer Feuerwerksrakete beschossen.

Braunschweig lässt wieder mögliches 1:0 liegen

Beide Teams legten von Beginn vor 23.000 Zuschauern an mit Volldampf los, sodass sich eine sehr intensive Partie entwickelte. Den ersten Torschuss gab Wolfsburgs Daniel Didavi ab, BTSV-Torhüter Jasmin Fejzic hielt jedoch sicher (3.). Sieben Minuten später wusste sich Rechtsverteidiger Maximilian Sauer gegen den dynamischen Didavi nur mit einem Foul zu helfen und sah Gelb. In der Folge setzten auch die Hausherren offensiv mehr und mehr Akzente. Mit dem schönsten Angriff der ersten Hälfte spielten Salim Khelifi und Sauer Stürmer Christoffer Nyman frei, den Schuss des Schweden parierte Koen Casteels gerade noch mit dem Fuß (13.). Der VfL-Schlussmann hatte eine Minute später großes Glück, dass er eine Kopfball-Rückgabe von Philipp Wollscheid noch zu fassen bekam. Mitte der ersten Hälfte meldeten sich dann auch die Gäste noch mal zu Wort: Vieirinha hebelte mit einem feinen Zuspiel die Abwehr aus, Yannick Gerhardt scheiterte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel jedoch an Fejzic (34.). In der letzten gefährlichen Szene der ersten Hälfte hatte auch "Löwen"-Kapitän Reichel die Führung auf dem Fuß, jagte den Ball aber weit über das Tor (41.).

Gomez hat ganz schweren Stand

Die Fans im Eintracht-Stadion sorgten durchgehend für lautstarke Unterstützung, einige schossen aber nicht nur in Sachen Pyrotechnik weit über das Ziel hinaus. Die Sprechchöre gegen Mario Gomez waren unter der Gürtellinie. Der Torjäger wurde nach seinem Handspiel vor dem 1:0-Siegtreffer im Hinspiel immer wieder beleidigt. Jubel gab es auf den Tribünen, als der 31-Jährige nach einem Foul an Mirko Boland die Gelbe Karte sah (36.).

Vieirinha bestraft abschlussschwache "Löwen"

Keine fünf Minuten nach Wiederanpfiff waren für kurze Zeit nur noch die Wolfsburg-Anhänger zu hören. Gegen Yunus Malli konnte Fejzic den Einschlag noch verhindern, der Ball landete jedoch vor dem Sechzehner bei Vieirinha. Der Europameister fackelte nicht lange und jagte den Ball zum 1:0 für Wolfsburg ins lange Eck. Ein Déjà-vu für die Eintracht, die schon im Hinspiel eine mögliche Führung verpasst hatte.

Gelb-Rot für Sauer beendet letzte Hoffnugen

Die Lebensgeister kehrten bei den BTSV-Anhängern nur langsam zurück. Trainer Torsten Lieberknecht wechselte zwei neue Offensivkräfte ein. In der 60. Minute kam erneut Reichel zum Abschluss, brachte den Ball aber genauso wenig aufs Tor wie Nyman (80.). Die allerletzten Hoffnungen schwanden allerdings zwei Minuten später, als Sauer nach einem erneuten Foul mit Gelb-Rot vom Platz musste. Die "Wölfe" spielten derweil mit der Führung im Rücken mit mehr Selbstvertrauen - und tauchten einige Male gefährlich vor dem BTSV-Tor auf. In den Schlussminuten hätten die Wolfsburger noch höher gewinnen müssen. Die größte Chance vergab Luiz Gustavo, als er über das leere Tor schoss (86.). Die "Wölfe" konnten sich den Chancenwucher am Ende jedoch erlauben. Lange jubeln konnten die Wolfsburger nach dem Schlusspfiff aber nicht. Anstatt zu ihren Fans in die Kurve zu gehen, mussten sie ob des Platzsturmes in die Kabine flüchten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 29.05.2017 | 20:00 Uhr

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