Stand: 15.05.2018 14:44 Uhr

Lieberknecht-Ära in Braunschweig ist beendet

Torsten Lieberknecht © picture alliance / dpa Foto: Peter Steffen
Torsten Lieberknecht ist nicht mehr Eintracht-Trainer.

Nach genau zehn Jahren und zwei Tagen ist die Amtszeit von Trainer Torsten Lieberknecht bei Eintracht Braunschweig zu Ende. Einen Tag nach dem Abstieg in die Dritte Liga gab der Club die Trennung bekannt. Der 44-Jährige hatte nur einen für die Erste und Zweite Liga gültigen Vertrag, einen Kontrakt für Liga drei erhält er nicht. Die Entscheidung sei nach einem Gespräch mit Lieberknecht "einvernehmlich" gefallen. "Torsten Lieberknecht steht für eine Kontinuität, wie man sie im heutigen schnelllebigen Fußballgeschäft kaum noch findet. Darauf sind wir stolz. Dennoch sind wir überzeugt davon, dass mit dem Abstieg in die Dritte Liga der Zeitpunkt für einen Neuaufbau des sportlichen Bereichs gekommen ist", sagte Eintracht-Präsident Sebastian Ebel.

Neuer Coach innerhalb von zwei Wochen

"Ich hatte bei der Eintracht eine außergewöhnliche Zeit, die ich mit vielen positiven Erlebnissen und großen Erfolgen verbinde und für die wir uns alle natürlich einen anderen Abschluss gewünscht hätten", so Lieberknecht. Braunschweigs sportlicher Leiter Marc Arnold wird nach Vereinsangaben in den kommenden zwei Wochen einen neuen Trainer präsentieren. "Das hat Priorität. Gemeinsam mit ihm werden wir eine neue, schlagkräftige Mannschaft formen, um in die Zweite Bundesliga zurückkehren zu können." Finanziell plant Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt in der Dritten Liga mit einem Umsatz von rund 14 Millionen Euro. Allerdings gebe es noch viele Fragezeichen. Allein die Fernseherlöse sinken von mehr als zwölf Millionen Euro auf 800.000 Euro.

Von der Dritten Liga ganz nach oben und wieder zurück

Der gebürtige Pfälzer Lieberknecht hat die Eintracht geprägt, wie kaum ein Trainer vor ihm. Als er die Mannschaft am 12. Mai 2008 übernahm, stand Braunschweig am Rande der Viertklassigkeit. Es folgte ein stetiger Aufschwung: 2013 stiegen die "Löwen" sogar in die Bundesliga auf. Doch am Sonntag endete Lieberknechts Zeit in Braunschweig mit der bittersten Enttäuschung seiner Trainerkarriere. Nach dem 2:6-Debakel verabschiedete er sich unter Tränen von den Fans. Noch am 30. Spieltag lag die Eintracht scheinbar sicher auf dem elften Tabellenplatz. Doch ein Remis und drei Niederlagen in den letzten vier Begegnungen besiegelten den Abstieg. Die "Löwen" sind wieder dort angelangt, wo Lieberknecht sie übernommen hatte. Der Neuaufbau wird ohne ihn erfolgen. Und der wird schwierig: "Emotional ist das total bitter. Vor einem Jahr fast in der Ersten, nun in der Dritten Liga", sagte Ebel: "Das ist wirtschaftlich eine Katastrophe. Das ist ein brutaler Weg, zurück in die Zweite Liga zu kommen. Machbar ist das, aber verdammt schwierig."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 14.05.2018 | 22:40 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Renato Steffen (2.v.l.) und Josuha Guilavogui (M.) vom VfL Wolfsburg bejubeln den Führungstreffer gegen Desna Tschernihiw © imago images / Jan Huebner

Wolfsburg hat Europa-League-Gruppenphase vor Augen

Der VfL Wolfsburg hat die nächste Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa League genommen. In der dritten Qualifikationsrunde schlug der Bundesligist den ukrainischen Club Tschernihiw mit 2:0. mehr

HSV-Profi Toni Leistner nach dem Pokal-Aus bei Dynamo Dresden. © imago images/Steffen Kuttner Foto: Steffen Kuttner

HSV: DFB-Sportgericht ändert Leistner-Sperre

Toni Leistner und Zweitligist HSV haben mit ihrem Einspruch gegen das erste Urteil des DFB-Sportgerichts Erfolg gehabt. Der Defensivspieler ist schon am 4. Oktober wieder spielberechtigt. mehr

Stephan Lerch (l.), Trainer der Fußballerinnen des VfL Wolfsburg, und Twente Enschedes Coach Tommy Stroot © imago images / regios24

Stroot beerbt Lerch als Coach der VfL-Frauen

Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg werden ab der kommenden Saison von Tommy Stroot trainiert. Der 31-Jährige wechselt vom FC Twente zum Werksclub und löst dort Stephan Lerch ab. mehr

Stadioneingang der Spielstätte des VfL Osnabrück an der Bremer Brücke © imago images / Noah Wedel

VfL Osnabrück gegen Hannover 96 vor 3.200 Fans

Der VfL Osnabrück empfängt am Freitag Hannover 96 - und das vor rund 3.200 Zuschauern. Die Stadt hat grünes Licht gegeben, sodass der VfL mit Unterstützung seiner Fans ins Landes-Duell geht. mehr

Fußball im Netz © Mikael Damkier

NDR Fußball-Tippspiel - Jetzt mitmachen!

Das NDR Tippspiel für die Saison 2020/2021 läuft. Einsteigen, mittippen und Teams gründen: Wir suchen den Fußball-Experten im Norden. mehr