Stand: 25.08.2020 08:50 Uhr

Wolfsburg gegen Barca: Hendrich brennt auf Revanche

Das Champions-League-Turnier der Frauen im Baskenland bringt eine Kuriosität mit sich. Spielerinnen, die bis vor Kurzem noch bei einem der Titelanwärter unter Vertrag standen, beenden die Saison nun bei einem anderen Club, der ebenfalls nach der Krone im europäischen Vereinsfußball greift. Die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir beispielsweise ist vom VfL Wolfsburg zu Olympique Lyon weitergezogen. Die Neu-Wolfsburgerin Kathrin Hendrich stand bis Ende Juni noch beim FC Bayern unter Vertrag und führte den Vizemeister ins Finalturnier. Doch während die Abwehrspielerin mit dem VfL im Halbfinale heute Abend (20 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) in San Sebastián auf den FC Barcelona trifft, mussten ihre ehemaligen Mitspielerinnen nach dem 1:2 gegen Titelverteidiger Lyon bereits ihre Koffer packen.

Hendrich: "Noch eine Rechnung offen"

Hendrich war beim 9:1 gegen Glasgow City der einzige Neuzugang, der in der Startformation stand. Vor dem Halbfinale dürfte die Nationalspielerin doppelt wertvoll für Trainer Stephan Lerch sein, denn in der vergangenen Champions-League-Saison scheiterte sie mit Bayern München im Halbfinale knapp an dem Team aus Katalonien. "Auf alle Fälle habe ich noch eine Rechnung mit Barcelona offen", sagte Hendrich. "Letztes Jahr sind wir mit dem FC Bayern München sehr unglücklich rausgeflogen."

Caroline Hansen vom FC Barcelona beim Sprint. © imago images / Poolfoto
Caroline Hansen zog es von Wolfsburg nach Barcelona.

Weil die spanischen Topclubs finanziell und personell stark aufgerüstet haben, hat sich das Gesicht des Barca-Teams um die frühere Wolfsburgerin Caroline Hansen, die niederländische Europameisterin Lieke Martens und die Nigerianerin Asisat Oshoala stark verändert. Zudem hat Barca seit der Finalniederlage gegen Lyon im vergangenen Jahr in der Königsklasse nicht mehr verloren. Doch Hendrich ist wild entschlossen: "Klar ist, dass ich dieses Spiel unbedingt gewinnen möchte."

Sie nach Wolfsburg, ihr Freund zu Union

Wie es sich anfühlt, den begehrten Henkelpott in die Höhe zu stemmen, weiß die 28-Jährige, die am liebsten nur "Kathy" genannt wird. 2015 gewann sie mit dem 1. FFC Frankfurt in Berlin das Endspiel gegen Paris Saint-Germain. In Belgien geboren, war Hendrich über Bayer Leverkusen und Frankfurt 2018 nach München gekommen. Den Schritt nach Wolfsburg machte sie aus sportlichen, aber auch aus privaten Gründen. Ihr Freund Sebastian Griesbeck, der bisher bei Zweitligist Heidenheim unter Vertrag stand, nahm zeitgleich ein Angebot von Union Berlin an. Der ICE braucht zwischen der Hauptstadt und Wolfsburg nur eine Stunde. "Für uns war dann jeweils schnell klar, dass wir das machen. Wir machen beide sportlich noch einmal einen großen Schritt nach vorn", sagte sie der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

Barcelona wird ein anderes Kaliber

Binnen kürzester Zeit könnte die Olympiasiegerin von 2016 nun nicht nur einen Stammplatz in Wolfsburg erobern, sondern auch einen ihrer größten Erfolge feiern. Sollte irgendjemand im Wolfsburger Lager noch Zweifel gehabt haben, dass für den Doublesieger das zweite Triple nach 2013 zum Greifen nah ist: Die Viertelfinals sollten sie weggewischt haben. Olympique (im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain), das den Wettbewerb zuletzt viermal in Serie gewonnen hat, scheint verwundbar zu sein wie lange nicht mehr. Und Wolfsburg demonstrierte beim Kantersieg gegen Glasgow seine spielerischen Qualitäten. "Ich denke, dass solch ein Resultat durchaus auch ein Zeichen an andere Teams ist", sagte Hendrich. "Aber bei allem Respekt gegenüber Glasgow wissen wir nur zu gut, dass mit dem FC Barcelona nun ein anderes Kaliber auf uns wartet."

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