Stand: 20.06.2020 17:19 Uhr

Wolfsburg siegt auf Schalke und behauptet Platz sechs

von Hanno Bode, NDR.de

Die Dienstreise zum Rudi-Assauer-Platz 1 war für die Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg über ein Jahrzehnt lang alles andere als ein freudiges Ereignis. Im September 2009 hatte der Werksclub bis dato letztmals in der dort stehenden Arena des FC Schalke 04 dreifach gepunktet, bevor nun die lange Sieglos-Serie beendet werden konnte. Die Niedersachsen gewannen am Sonnabendnachmittag mit 4:1 (1:0) und verteidigten damit Tabellenplatz sechs, der zur direkten Teilnahme an der Europa League berechtigt.

Der punktgleiche Verfolger TSG Hoffenheim (4:0 gegen Union Berlin) kann die "Wölfe" am letzten Spieltag mit einem Sieg oder einem Remis bei Borussia Dortmund noch überflügeln, sollte der VfL sein Duell mit Meister FC Bayern München verlieren. Rang sieben und die damit verbundene Teilnahme an der Qualifikation für die Europa League haben die Norddeutschen aber sicher.

Glasner: "Jetzt den Bayern ein Bein stellen"

"Wir sind noch nicht fertig. Wir wollen uns den sechsten Platz holen. Wenn wir das schaffen, haben wir absolut das Maximum herausgeholt in dieser Saison", sagte Doppel-Torschütze Wout Weghorst im NDR 2 Interview. Sein Trainer Oliver Glasner erklärte: "Für uns ist es noch nicht vorbei. Jetzt haben wir noch Bayern München, die ja momentan unbesiegbar wirken. Jetzt wollen wir die Ersten sein, die ihnen ein Bein stellen, um dann auf Platz sechs über die Ziellinie zu gehen."

Wolfsburg gegen dezimierte Schalker überlegen

Gegen die nun seit 15 (!) Begegnungen auf einen Erfolg wartenden Schalker hatten die Niedersachsen nach einer etwas wilden Anfangsphase mit einigen Stockfehlern und Fehlpässen auf beiden Seiten ab der 15. Minute das Geschehen weitgehend unter Kontrolle.

Wolfsburg war ballsicherer und handlungsschneller als der ohne neun nicht einsatzfähige Profis angetretene Kontrahent. Weghorst sorgte mit seinem 15. Saisontreffer dafür, dass sich die Überlegenheit der Gäste auch im Resultat ausdrückte. Nach einer Flanke von Renato Steffen, die Sturmkollege Daniel Ginczek verpasst hatte, traf der baumlange Niederländer aus der Drehung zum 1:0 (16.). Die "Knappen" wurden daraufhin verhaltensauffällig. Weil sie fußballerisch kaum bis gar keine Lösungen gegen die "Wölfe" fanden, versuchten sie, die VfL-Kicker mit Härte zu beeindrucken.

Zweimal wurde dabei Mittelfeldmann Maximilian Arnold unsanft bei der Verrichtung seiner Arbeit gestört. Zur Halbzeit stand es 3:1 für Schalke - nach Gelben Karten. Mehr als einen Abschluss von Weston McKennie, den Keeper Koen Casteels sicher unter sich begrub (45.), hatte das Team von Coach David Wagner in der Offensive in Abschnitt eins nicht anzubieten.

Doppelpack sorgt für die Entscheidung

33.Spieltag, 20.06.2020 15:30 Uhr

FC Schalke 04

1

VfL Wolfsburg

4

Tore:

  • 0:1 Weghorst (16.)
  • 0:2 Weghorst (56.)
  • 0:3 Mbabu (59.)
  • 0:4 Victor (69.)
  • 1:4 Matondo (70.)

FC Schalke 04: Nübel - Kenny (46. Ti. Becker), Kabak, Oczipka, Miranda (69. Thiaw) - McKennie, Schöpf - D. Caligiuri, Mercan (46. Raman) - Gregoritsch (65. Kutucu), Matondo
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon - Schlager (76. Gerhardt), Arnold - Steffen (67. Victor), Brekalo - Weghorst, Ginczek (83. Marmoush)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Nach dem Wiederbeginn schien es für ein paar Minuten so, als könne das Schalker Rumpf-Team die Partie etwas offener gestalten. Der Ball lief nun flüssiger durch die Reihen der Gelsenkirchener. Ihr bis dahin schönster Angriff hätte eigentlich zum Ausgleich führen müssen, doch der Ex-VfLer Daniel Caligiuri scheiterte freistehend an Casteels (55.). Wolfsburg reagierte im Stile einer Spitzenmannschaft auf die Großchance seines Gegners: Steffen passte wunderschön in die Tiefe zu Weghorst, der sein langes rechtes Bein streckte und den Ball an Keeper Alexander Nübel vorbeischob (56.). Als Kevin Mbabu kurz darauf nach einem Pfostenschuss von Ginczek zum 3:0 traf (59.), war die Messe gelesen, wie Ex-Schalke-Trainer Peter Neururer früher gerne sagte.

Der Torhunger der "Wölfe" war trotz der beruhigenden Führung aber noch nicht gestillt. Der eingewechselte Joao Victor erhöhte auf 4:0 (69.), bevor die Hausherren durch den 19-jährigen Rabbi Matondo Ergebniskosmetik betreiben konnten (70.). Der Treffer des Sturm-Juwels aus England war dann aber auch schon fast das einzig Positive aus Schalker Sicht bei der ersten Heimpleite gegen Wolfsburg seit 2009.

Weitere Informationen
Fußball und Tabelle © picture-alliance/ dpa, NDR.de/Screenshot Foto: Patrick Bernard

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.06.2020 | 22:30 Uhr

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