Stand: 03.03.2018 17:25 Uhr

Wieder kein Sieg - war's das für den HSV?

von Johannes Freytag, NDR.de

Der Hamburger SV taumelt in der Fußball-Bundesliga weiter dem ersten Abstieg seiner Vereinsgeschichte entgegen. Das zum "Endspiel" ausgerufene Duell gegen den Tabellen-16. Mainz endete am Sonnabend mit einem enttäuschenden 0:0. Das Team von Trainer Bernd Hollerbach zeigte sich zumindest im ersten Durchgang zwar spielerisch verbessert, vergab aber beste Torchancen gegen die Gäste, die sogar eine halbe Stunde in Unterzahl auskommen mussten. Pechvogel des Tages war Filip Kostic, der im ersten Durchgang nur die Querlatte traf und in der zweiten Hälfte einen Elfmeter verschoss. Neun Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz weiterhin sieben Zähler, verbessern wird sich das am kommenden Wochenende wohl kaum: Der HSV gastiert dann beim FC Bayern München.

HSV offensiv, aber ohne Torglück

Nach dem dreitägigen Kurz-Trainingslager im ehemaligen Teamhotel Treudelberg im Norden von Hamburg änderte Hollerbach seine Startelf gegenüber dem 0:1 in Bremen nur auf einer Position. Sven Schipplock ersetzte im Sturm André Hahn, der zunächst auf der Bank Platz nahm. "Er hat gut trainiert und hat Qualitäten im Sechzehner, die wir sonst nicht haben", begründete der HSV-Coach seine Entscheidung. Nach knapp fünf Minuten hätte Schipplock das Vertrauen des Trainers beinahe gerechtfertigt, scheiterte jedoch am Mainzer Keeper Florian Müller. Der 20 Jahre alte Gästetorwart, der sein Bundesligadebüt feierte, war anschließend auch bei einem Distanzschuss von Walace zur Stelle (8.). Der HSV agierte offensiv und dominierte die Partie klar - nur mit dem Toreschießen haperte es: Kostic traf zunächst nur die Querlatte (21.), kurz darauf wurde sein vermeintliches 1:0 nach Videobeweis zurückgenommen. Der Serbe hatte bei der Ballannahme klar im Abseits gestanden (23.). Zehn Torschüsse gaben die Hamburger insgesamt im ersten Durchgang ab, die Gäste aus Mainz kamen auf einen einzigen: Robin Quaison scheiterte an Christian Mathenia (14.).

Kostic verschießt Elfmeter

Nach Wiederanpfiff brachte Hollerbach Luca Waldschmidt für Aaron Hunt. Für Torgefahr sorgte aber zunächst Rick van Drongelen: Nach einem Eckball kam der Niederländer am Elfmeterpunkt frei zum Schuss, der touchierte jedoch nur die Oberkante der Querlatte (48.). Auf der Gegenseite hätte der Mainzer Daniel Brosinski beinahe den Spielverlauf auf den Kopf gestellt: Sein Freistoß strich hauchdünn am Pfosten vorbei (51.). Ließ dieser Warnschuss den HSV-Anhang nur kurz erstarren, machte sich in der 61. Minute Fassungslosigkeit breit: Leon Balogun legte Waldschmidt im Strafraum, doch den fälligen Elfmeter schoss Kostic derart schwach, dass Gästekeeper Müller parieren konnte. Die einzige Hoffnung, die den Hamburgern blieb: Balogun sah für sein Foul die Gelb-Rote Karte und Mainz musste eine halbe Stunde in Unterzahl auskommen.

Volles Risiko: HSV mit fünf Angreifern

Nun riskierte Hollerbach alles, brachte mit Jann-Fiete Arp den fünften Angreifer auf den Platz (74.). Die Marschrichtung war klar: Nur ein Sieg würde dem HSV weiterhelfen. Mainz verteidigte mit Mann und Maus und schaffte es tatsächlich, keinen weiteren gefährlichen Torschuss der Hamburger zuzulassen. Symptomatisch für die schwachen HSV-Bemühungen: Douglas Santos schoss einen Freistoß aus aussichtsreicher Position weit am Tor vorbei (87.). So hieß es am Ende 0:0, zum 14. Mal blieb der HSV damit in dieser Saison ohne eigenen Treffer. Die Bilanz eines Absteigers...

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 04.03.2018 | 22:50 Uhr

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