Stand: 25.06.2019 10:51 Uhr

Werder und Trainer Kohfeldt: Gerne noch länger

von Johannes Freytag, NDR.de
Florian Kohfeldt hat Werder wieder in die Erfolgsspur gebracht.

Man mag es kaum glauben: Erst seit Oktober 2017 ist Florian Kohfeldt Trainer bei Werder Bremen - und doch hat der Coach in dieser relativ kurzen Zeit den Fußball-Bundesligisten mal eben "auf links" gedreht. Nichts ist mehr übrig vom einstigen Abstiegskandidaten, statt K(r)ampf und Verunsicherung prägen Selbstbewusstsein, Spielstärke und Offensivgeist das aktuelle Werder-Team. Trotz der verpassten Europacup-Teilnahme sehen die Club-Verantwortlichen die Entwicklung und wollen vorzeitig mit dem Chefcoach verlängern. "Es stimmt, dass wir bei Florian und seinem Berater hinterlegt haben, dass wir uns eine Zusammenarbeit über 2021 hinaus vorstellen können", erklärte Sportchef Frank Baumann dem "Weser Kurier".

Kohfeldt heiß begehrt

Der Grund liegt auf der Hand: Kohfeldt sorgt mit seiner erfolgreichen Arbeit nicht nur an der Weser für strahlende Gesichter, längst ist auch die Konkurrenz auf den "Trainer des Jahres" aufmerksam geworden. Der 36-Jährige liegt mit seiner Art voll im Trend: Selbst Topclubs scheuen sich nicht mehr, junge aufstrebende Trainer zu verpflichten, die für Leidenschaft und attraktiven Fußball stehen. Der FC Bayern holte Niko Kovac, Paris Saint-Germain Thomas Tuchel, RB Leipzig Julian Nagelsmann. In die Riege passen auch Schalkes neuer Coach David Wagner oder Gladbachs Marco Rose.

Signal an die Werder-Konkurrenz

Interessenten für Kohfeldt gab (und gibt) es viele. Mönchengladbach und Leipzig sollen angefragt haben, auch Schalke 04. Borussia Dortmund lotete aus, ob es die Möglichkeit gebe, sich mit einer Art Absichtserklärung die Dienste des Werder-Coachs in den kommenden Jahren zu sichern. Mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung würde Werder nun ein klares Signal an die Konkurrenz aussenden. Die Hanseaten könnten zeigen, dass sie in der Lage sind, auch einen begehrten Trainer bei sich zu halten.

Kohfeldt: "Es gibt noch eine andere Ebene als nur das Sportliche"

Bei Kohfeldts Berater rennen die Bremer Verantwortlichen offene Türen ein. Marc Kosicke erwartet bei den Gesprächen über die Vertragsverlängerung "keine Hängepartie". Natürlich müsse verhandelt werden, es wird um die Laufzeit des neuen Arbeitspapiers gehen (wahrscheinlich bis 2023), auch um mehr Geld - ziemlich sicher aber dürften beide Partien eine Ausstiegsklausel verankern. Das wäre zumindest eine finanzielle Entschädigung dafür, sollte Kohfeldt irgendwann doch den Verlockungen der zahlungskräftigeren Konkurrenz erliegen. Bislang sieht es nicht danach aus, der 36-Jährige hat Lust auf Grün-Weiß: "Ich bin bei Werder, ich bleibe bei Werder, und ich habe nicht das Gefühl, hier weg zu müssen", erklärte er jüngst in einem Interview mit der "DeichStube". Er fühle sich bei den Hanseaten "wertgeschätzt und respektiert" und habe das Gefühl, "dass es hier noch eine andere Ebene gibt als nur das Sportliche".

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Sport aktuell | 25.06.2019 | 11:25 Uhr

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