Stand: 20.12.2017 20:25 Uhr

Werder gewinnt dramatische Pokalpartie

von Bettina Lenner, NDR.de
Bild vergrößern
Verdienter, hart erkämpfter Sieg: Bremen jubelt.

Werder Bremen steht im Viertelfinale des DFB-Pokals und darf weiter vom siebten Cupsieg träumen. Die Hanseaten setzten sich am Mittwoch in einer dramatischen Partie verdient mit 3:2 (2:1) gegen den Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg durch. Bremen gewann damit sein 37. Pokalspiel in Folge vor eigenem Publikum und ist seit 29 Jahren in diesem Wettbewerb an der Weser ungeschlagen. Die Runde der letzten Acht wird am 7. Januar in der ARD-Sportschau ausgelost. "Der Sieg lässt uns ein bisschen leichter in die Winterpause gehen. Wir wissen aber, dass wir in der Rückserie noch eine Menge Arbeit vor uns haben", sagte Florian Kohfeldt im Anschluss.

Kohfeldt hat den richtigen Riecher

Der Chefcoach, dessen Vertragsverlängerung Werder am Montagabend bekannt gegeben hatte, überraschte einmal mehr mit seiner Startaufstellung. Jerome Gondorf, der für Robert Bauer in die Startelf rückte, begann als Kopf der Raute. In der Spitze kamen der zuletzt starke Ishak Belfodil und Florian Kainz zum Zug, Topstürmer Max Kruse nahm nach seinen Adduktorenproblemen zunächst auf der Bank Platz. Das Vertrauen des Trainers in dieses Trio sollte sich lohnen. Schon in der dritten Minute setzte Gondorf Belfodil in Szene, der Algerier schloss von der Strafraumgrenze mit viel Übersicht per Flachschuss zur frühen Führung ab - ein Traumstart für die Hausherren!

Werder machte weiter Druck, schnürte die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Nur folgerichtig gelang dem Tabellen-16. der Bundesliga der zweite Treffer, erneut bereitete Gondorf das Tor mit einem tollen Pass vor. Florian Kainz schnappte sich den Ball, zog nach innen, umtanzte Freiburgs Lukas Kübler und hämmerte das Spielgerät ins kurze Eck - keine Chance für SC-Keeper Alexander Schwolow und das verdiente 2:0 (20.).

Petersen trifft per Elfmeter

Sechs Minuten später wurden erstmals auch die Süddeutschen durch Nils Petersen gefährlich, der zunächst noch scheiterte, kurz darauf aber den Anschlusstreffer gegen seinen Ex-Club erzielte. Vorausgegangen war eine unübersichtliche Situation im Bremer Strafraum, als Yoric Ravet am Fünferraum von Milos Veljkovic und Philipp Bargfrede umgegrätscht wurde. Den Ball gespielt oder nicht? Der Videoassistent hätte vermutlich eingegriffen, kommt im DFB-Pokal allerdings erst ab dem Viertelfinale zum Einsatz. Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) jedenfalls entschied auf Elfmeter, den Petersen souverän verwandelte. Freiburg kämpfte sich nun besser in die Partie, doch Werder überstand die Drangphase der Gäste schadlos. Mit dem 2:1 ging es in die Kabinen.

Bargfrede mit irregulärem Treffer

Nach dem Seitenwechsel waren die Breisgauer deutlich präsenter, es entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe. In der 63. Minute hatte Bargfrede nach einem Eckball das 3:1 auf dem Fuß, seinen abgefälschten Volleyschuss lenkte Schwolow jedoch mit einer Glanzparade um den Pfosten. Zu seinem Treffer kam der 28-Jährige aber noch - wenn auch auf irreguläre Weise. In der 69. Minute wollte Robin Koch 25 Meter vor dem Tor einen Teamkollegen anspielen und traf Bargfredes Fuß. Von dort sprang der Ball zum aus dem Abseits kommenden Gondorf, der zunächst in Richtung des Spielgeräts ging und dann Bargfrede den Weg freisperrte. Abseits - doch auch wenn zunächst Verwirrung herrschte, weil der Assistent seine Fahne schon gehoben hatte, zählte Bargfredes Flachschuss.

Kainz: Sieg ein bisschen glücklich, aber verdient

Bild vergrößern
Florian Kainz traf zum 2:0.

Freiburgs Coach Christian Streich tobte an der Seitenlinie, jedoch vergeblich. Zwar machte Ravets Tor in der 86. Minute zum 2:3 die Begegnung noch einmal hochspannend, brachte aber keine endgültige Wende mehr. Riesenjubel bei den Bremern, die noch am vergangenen Sonnabend im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres gegen Mainz eine 2:0-Führung in der Nachspielzeit aus der Hand gegeben hatten. Zwischenzeitlich dürfte sich manch einer an dieses Drama erinnert gefühlt haben - doch diesmal brachten die Hanseaten die knappe Führung über die Zeit. "Das war ein wichtiger Sieg, um positiv in die Winterpause zu gehen. Dafür mussten wir aber wirklich alles reinhauen", sagte Kainz: "Unser Sieg war verdient, vielleicht am Ende ein bisschen glücklich."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.12.2017 | 22:40 Uhr

Kohfeldt soll Werder retten

Florian Kohfeldt bleibt über das Jahresende hinaus Trainer von Werder Bremen. Der Fußball-Bundesligist verlängerte den Vertrag mit dem bisherigen Interimscoach. mehr

Ergebnisse und Ansetzungen im DFB-Pokal

Die Spielpaarungen im DFB-Pokal der Saison 2018/2019 hier im Überblick. mehr

30 Bilder

Der Werder-Kader für die Saison 2017/2018

Von Torwart-Zugang Jiri Pavlenka bis Stürmer Max Kruse: Das Aufgebot des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen für die Saison 2017/2018 in Bildern. Bildergalerie

Mehr Sport

00:54
Niedersachsen 18.00

50+1-Regel: DFL lehnt Kind-Antrag ab

18.07.2018 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00
01:34
NDR//Aktuell

Vor WM: Journalisten testen Rollstuhlbasketball

18.07.2018 16:00 Uhr
NDR//Aktuell
02:34
Hamburg Journal

Tennis am Rothenbaum: Stich nimmt Abschied

17.07.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal