Stand: 22.09.2019 11:41 Uhr

Werder: In guten wie in schlechten Zeiten ...

Für Werder Bremen war die Hürde RB Leipzig zu hoch. Der von großem Verletzungspech geplagte Fußball-Bundesligist verkaufte sich beim 0:3 aber teuer - und wurde dafür vom Anhang gefeiert.

Es waren emotionale Momente im Weserstadion. RB Leipzig hatte am Samstagabend im Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen soeben durch Marcelo Saracchi das 3:0 erzielt (83.), da gab es für die nun endgültig geschlagenen Hausherren von ihrem Anhang Standing Ovations und sehr laute Anfeuerungsrufe. "Gänsehaut" habe er deshalb bekommen, berichtete Trainer Florian Kohfeldt anschließend und freute sich darüber, dass die Fans der von großem Verletzungspech geplagten Mannschaft trotz der zweiten Heimpleite in der noch jungen Saison nicht ihre Liebe entzogen. "Ich kenne die Bremer. Und dieses Stadion wird dich immer unterstützen, wenn du alles gibst. Ich glaube, jeder hier im Stadion hat gemerkt, dass wir alles wollten und alles probiert haben, um uns in eine gute Position zu bringen. Es hat dann einfach nicht gereicht", sagte Kohfeldt dem NDR Hörfunk.

Bremen ohne zehn Verletzte chancenlos

Auf nicht weniger als zehn verletzte Akteure hatte der 36 Jahre alte Fußballlehrer im Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer verzichten müssen. Und so fanden sich in der Startelf in dem etatmäßigen U23-Kapitän Christian Groß sowie dem erst 20 Jahre alten Angreifer Benjamin Goller plötzlich zwei Spieler wieder, die wohl nicht auf dem Feld gestanden hätten, wenn das Gedränge im Werder-Lazarett nicht so groß wäre. In Luc Ihorst wechselte Kohfeldt in der 80. Minute zudem noch einen 19-Jährigen ein, dessen Name zuvor vermutlich nur sehr großen Fußball-Experten ein Begriff war. Der Angreifer kickt eigentlich mit Groß zusammen im Bremer Regionalliga-Team.

Bargfrede-Comeback nach halbjähriger Pause

Während für Ihorst mit seinem Bundesliga-Debüt vermutlich ein Traum in Erfüllung ging, feierte Werder-Urgestein Philipp Bargfrede (seit 2004 im Verein) nach halbjähriger Verletzungspause sein Comeback. Der Mittelfeldmann wurde unter dem großen Jubel der Fans in der 66. Minute eingewechselt. "Für mich persönlich ist es natürlich schön, dass ich wieder dabei bin. Das tut gut", sagte der 30-Jährige. Die Rückkehr des Routiniers war neben der bewundernswerten Unterstützung des Anhangs nach dem Tor zum 0:3 der zweite emotionale Moment an diesem Abend, an dem die Bremer zwar chancenlos waren, jedoch nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vielleicht aussagen mag.

"Ich glaube, wir haben alles reingehauen. Es haben einfach Kleinigkeiten gefehlt, um dann so einen Gegner zu besiegen", resümierte Bargfrede treffend. Und Schwarzmalerei ist ohnehin nicht die Sache des Mannes, durch dessen Adern vermutlich grün-weißes Blut fließt. "Meckern an der Situation brauchen wir nicht. Wir müssen Gas geben", forderte Bargfrede.

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Sportclub | 22.09.2019 | 22:50 Uhr