Stand: 14.09.2020 10:41 Uhr

Werder Bremen zwischen Optimismus und Sorgen

von Andreas Bellinger, NDR.de

Hat Werder Bremen die Lehren aus einer verkorksten Saison gezogen? Die Vorbereitung war gut wie selten, der Trainer zeigt sich selbstkritisch und einige 20-Jährige wecken Hoffnungen.

Von Europa spricht bei Werder Bremen keiner mehr. Nach der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte sind die Ziele der Grün-Weißen vor dem Start der neuen Bundesliga-Spielzeit am Sonnabend gegen Hertha BSC, bei dem 8.500 Zuschauer im Weserstadion dabei sein dürfen, bescheidener geworden. Aus gutem Grund. Viel hat sich beim Personal der Hanseaten schließlich nicht getan. Der Kader ist zwar deutlich jünger geworden, die Stammformation aber hat sich kaum verändert. Beim mühsamen 2:0-Pokalerfolg bei Viertligist Carl-Zeiss Jena begann in Patrick Erras, der ablösefrei aus Nürnberg kam, zunächst nur ein Neuer. Und solange ein Wechsel von Milot Rashica, für den Werder 25 Millionen Euro haben will, nicht realisiert werden kann, ist der dringend gesuchte "Sechser" nicht zu finanzieren.

VIDEO: Clemens Fritz: "Wollen nach vorne blicken" (13 Min)

Fritz: Werder keine Wundertüte

"Wir wollen und wir werden es besser machen als in der vorigen Saison", gab sich Clemens Fritz im NDR Sportclub zuversichtlich. Der 39-Jährige ist seit kurzem Leiter Scouting und Profifußball der Grün-Weißen; eine neue Position im Verein, auf der er Trainer Florian Kohfeldt auch in der Außendarstellung unterstützen soll. Der Ehrenspielführer und Vize-Europameister weiß natürlich, dass Werder vor einer seiner schwersten Spielzeiten steht. Dass der Abstieg erst mit zwei Unentschieden gegen Heidenheim in der Relegation verhindert wurde, wirkt nach. Eine Wundertüte sei Werder deshalb aber nicht.

Nur ein paar Wehwehchen

"Es ist ein sehr großer Konkurrenzkampf aktuell da", sagte Fritz. "Gott sei Dank sind wir nicht so gebeutelt von Verletzungen wie in der vergangenen Saison." Die "Seuche" hatte schon in der Vorbereitung begonnen, aber Kohfeldt ("Ich habe zu viel gewollt") hat offenbar Lehren daraus gezogen. Bis auf ein paar Wehwehchen ist die Mannschaft fit und auch der Langzeitverletzte Kevin Möhwald zurück. Er soll eine tragende Rolle spielen, was der Trainer vor Jahresfrist allerdings auch bereits Yuya Osako als Ersatz für den seinerzeit abgewanderten Kapitän Max Kruse zugetraut hatte.

Vorbereitung so gut wie selten

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Die eklatante Schwäche bei Standards, die beinahe zum zweiten Abstieg nach 1980 geführt hätte, wurde mit der Verpflichtung von Danijel Zenkovic als neuem Co-Trainer beantwortet. In der Vorbereitung, die mit sieben Siegen in sieben Spielen und dem Weiterkommen im Pokal zur besten seit Langem wurde, hat die Defensive mehr Stabilität bewiesen. Allerdings waren die großen Herausforderungen nicht dabei. "Wir sollten nicht den Fehler machen, uns von den Ergebnissen blenden zu lassen", so Fritz. "Wir können das Selbstvertrauen mitnehmen, dass wir viele Tore geschossen haben und defensiv mehrfach zu null gespielt haben." Mehr aber auch nicht.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 13.09.2020 | 22:30 Uhr

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