Stand: 03.06.2020 22:25 Uhr

Herber Rückschlag für Werder Bremen

von Christian Görtzen, NDR.de
Bremens Kevin Vogt (r.) und Milos Veljkovic hadern nach André Silvas (l.) Führungstreffer.

Der Weg zu einem möglichen Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga ist für Werder Bremen ein steiniger. Nichts läuft wie von selbst - auch nicht nach zuvor sieben Zählern aus drei Partien. Diese Erfahrung haben Trainer Florian Kohfeldt und seine Mannschaft am Mittwochabend im heimischen Stadion machen müssen: Das Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt ging mit 0:3 (0:0) verloren. Vorbei ist es mit dem Trumpf in der Hinterhand, dieser einer mehr auszutragenden Partie als die Konkurrenten.

Mit einem Sieg wäre Werder an Fortuna Düsseldorf vorbei auf den Relegationsrang vorgerückt - bei Punktgleichheit mit dem Viertletzten 1. FSV Mainz 05. Die bittere Realität fünf Spieltage vor dem Saisonende sieht nun aber wie folgt aus: immer noch 25 Punkte, weiterhin Vorletzter. "Das war ein Dämpfer, ein Rückschlag, aber kein K.o.-Schlag. Ab morgen liegt der Fokus auf Wolfsburg", sagte Kohfeldt.

Bartels in Bremens Startelf

Kohfeldt hatte sich für eine bemerkenswerte Startelf entschieden, er nahm im Vergleich zum 1:0-Sieg beim FC Schalke 04 vier Änderungen an ihr vor.

24.Spieltag, 03.06.2020 20:30 Uhr

Werder Bremen

0

E. Frankfurt

3

Tore:

  • 0:1 A. Silva (61.)
  • 0:2 Ilsanker (81.)
  • 0:3 Ilsanker (90.)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl (76. Augustinsson) - Vogt (83. Woltemade) - M. Eggestein, Klaassen - Bartels (61. Rashica), Osako (76. Bittencourt) - Selke (61. Sargent)
E. Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Touré, Kohr, Rode (81. Ilsanker), Kostic - Gacinovic (88. de Guzmán), Kamada (77. Sow) - A. Silva (77. Dost)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Die überraschendste Personalie: Fin Bartels stand erstmals seit dem 9. Dezember 2017 wieder in der Startelf. Dagegen nahmen die leicht angeschlagenen Leonardo Bittencourt (Beckenprellung) und Milot Rashica (Adduktorenprobleme) genauso auf der Bank Platz wie Josh Sargent. Yuya Osako, Davie Selke und Bartels bildeten die offensive Dreierreihe der Hanseaten.

Letztgenannter wirkte etwas übermotiviert. Nach genau zwei Minuten erhielt Bartels für sein sehr robustes Tackling gegen Mijat Gacinovic völlig zu Recht die Gelbe Karte. Bremen versuchte ohnehin, den Hessen durch Härte den Schneid abzukaufen. Die aber kamen zur ersten Gelegenheit der Partie. André Silva scheiterte aus spitzem Winkel an Werder-Torhüter Jiri Pavlenka (11.). Und was kam von den Grün-Weißen in spielerischer Hinsicht? Jetzt auch mehr. Davy Klaassen scheiterte mit einem beherzten Schuss (16.) ebenso an Eintracht-Keeper Kevin Trapp wie Selke (23.).

Elfer oder nicht? Entscheidung nach Videobeweis

In der 35. Minute wurde es kniffelig: Nach einem Handspiel des Frankfurters David Abraham, das Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) entgangen war, erhielt der Referee per Funk einen Zuruf von den Video-Schiedsrichtern aus Köln. Das Handspiel von Abraham im Zweikampf mit Klaassen war eindeutig. Es ging aber um die Frage, ob der Werder-Profi im Moment des Zuspiels im Abseits gestanden hatte. Die kalibrierten Linien bewiesen schließlich, dass der Niederländer dies um wenige Zentimeter getan hatte. So blieb der Strafstoß für die Gastgeber aus. In der von beiden Teams giftig geführten Partie hieß es zur Pause 0:0.

Silva und Ilsanker schocken Werder

Im zweiten Abschnitt passierte erst einmal lange Zeit wenig. Dann aber zappelte der Ball auf einmal im Netz des Werder-Tores. Filip Kostic hatte von der linken Außenbahn eine Flanke in den Strafraum geschlagen, wo Silva hochstieg und zum 1:0 (60.) für die Hessen einköpfte. "Kommt Jungs, wir sind drin. Egal, was ist", rief Kohfeldt seinen Spielern zu. Er reagierte auch, brachte Rashica für den blassen Bartels und Sargent für Selke. Der Gegentreffer erzielte aber Wirkung bei den Norddeutschen.

Frankfurt setzte nach und hätte fast für eine Vorentscheidung gesorgt. Nach einem technisch feinen Solo schoss Gacinovic den Ball knapp am Pfosten vorbei (72.). Der Knockout für Werder war aber nur aufgeschoben - durch einen Joker. Stefan Ilsanker trabte nach seiner Einwechslung zum Strafraum der Gastgeber und schob mit seiner ersten Ballberührung zum 2:0 (81.) ein. Er benötigte dafür 19 Sekunden. Und es kam noch bitterer: Ilsanker ließ gar noch das 3:0 (90.) für die Gäste folgen.

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 03.06.2020 | 18:00 Uhr