Stand: 25.08.2020 16:19 Uhr

Werder Bremen und der schwierige Umbruch

Zum Ende einer gelungenen Woche im Zillertal war Florian Kohfeldt dann doch noch einmal enttäuscht. Die Leistung seiner Mannschaft beim 4:2 im Testspiel gegen den österreichischen Zweitligisten Austria Lustenau hatte den Bremer Coach am Montag trotz des dritten Sieges im dritten Testspiel geärgert. "Das hat mir gar nicht gefallen. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass die Jungs die Lockerheit aus dem Hotel mit auf den Platz genommen haben. Das geht nicht", monierte der Werder-Trainer.

Lehren aus der Vorsaison

Natürlich, die Spieler waren nach den intensiven Tagen im Trainingslager müde, der Zustand des Platzes war nach Regenfällen schlecht. Trotzdem - oder auch gerade deshalb - sprach Kohfeldt die Nachlässigkeiten direkt an. Eine Lehre aus der Vorsaison, als die Bremer viele Dinge zu lange schleifen ließen, was fast zum ersten Abstieg seit 30 Jahren geführt hätte. Die nervenaufreibende Katastrophensaison ist auch einige Wochen später noch präsent. "Natürlich hat die letzte Saison noch einen Einfluss", sagte Kohfeldt. Allerdings habe die Last-Minute-Rettung in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim nicht zuletzt alle Beteiligten schon ein Stück zusammengeschweißt und vor allem auch aufmerksamer werden lassen. Insgesamt war der 37-Jährige mit dem Verlauf des Trainingscamps zufrieden: "Wenn wir diese Schärfe beibehalten, dann ist das die wichtigste Lehre aus der Vorsaison."

Viele Veränderungen im Kader 

Die neue Atmosphäre im und rund um das Team hängt auch mit den vielen Veränderungen im Kader zusammen. Altgediente Profis wie Fin Bartels, Claudio Pizarro oder Philipp Bargfrede sind nicht mehr da, dafür stehen nun jüngere Spieler wie Felix Agu, Romano Schmid oder auch der von Manchester United ausgeliehene Tahith Chong im Aufgebot. "Es entstehen neue Gruppen, neue Gespräche - das ist gut so", sagte Kohfeldt.

Umbruch nicht so umfassend wie erhofft

Insgesamt ist der Umbruch jedoch längst nicht in dem erwarteten und von den Werder-Verantwortlichen auch gewünschten Umfang ausgefallen.

Weitere Informationen

So ist der Transfer von Milot Rashica zu RB Leipzig weiter in der Schwebe, auch andere Verkaufskandidaten wie Davy Klaassen, Ludwig Augustinsson, Jiri Pavlenka oder Maximilian Eggestein sind noch da. Weil es für sie keine Angebote gibt, aber auch weil die Spieler bei Werder gut verdienen. Und das in Corona-Zeiten nicht einfach aufgeben wollen. "Ich weiß gar nicht, ob es aktuell einen Transfermarkt gibt. Ich lese maximal von Leihgeschäften", konstatierte Kohfeldt.

Baumann: "Zeitnah wird sich nichts tun"

Rund zweieinhalb Wochen vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal in Jena ist es auch rund um das Thema Neuzugänge ruhig. Da die von Werder fest eingeplanten Einnahmen aus dem Rashica-Transfer bislang noch nicht geflossen sind, ist auch kein Geld für Neue da. "Zeitnah wird sich nichts tun", sagte Geschäftsführer Frank Baumann. Kohfeldt will noch einen offensiv ausgerichteten Spieler für die Sechser-Position im Mittelfeld haben, gibt sich jedoch gelassen. "Aktuell gehe ich davon aus, dass wir mit dem Kader in die Saison gehen, der hier ist."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.08.2020 | 11:25 Uhr

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