Stand: 13.04.2019 17:57 Uhr

Werder Bremen rückt auf Europacup-Platz vor

von Christian Görtzen, NDR.de

Drei Minuten vor dem Schlusspfiff kamen die freudigen Gesänge. "Europapokal, Europapokal" schallte es durch das Weser-Stadion. Nach langem Anrennen hatte es Fußball-Bundesligist Werder Bremen doch noch geschafft. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt kam am Sonnabend vor 41.000 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion zu einem 2:1 (0:0) gegen den SC Freiburg. Dank des Erfolges rückten die Norddeutschen am 29. Spieltag mit ihren jetzt 46 Punkten zumindest vorübergehend auf Rang sechs vor. Dieser Platz berechtigt nach dem 34. Spieltag zur Teilnahme an der Europa League. Am Sonntag könnte allerdings die TSG Hoffenheim durch einen Heimsieg gegen Hertha BSC noch vorbeiziehen.

"In der einen oder anderen Situation waren wir zu ungeduldig. Letztlich haben wir 2:1 gewonnen. In dieser Phase der Saison geht es darum, Punkte zu holen. Das haben wir getan", sagte Bremens Offensivspieler Maximilian Eggestein dem NDR.

Werder überlegen, aber zu selten zwingend

29.Spieltag, 13.04.2019 15:30 Uhr

Werder Bremen

2

SC Freiburg

1

Tore:

  • 1:0 Klaassen (76.)
  • 2:0 Gebre Selassie (84.)
  • 2:1 L. Waldschmidt (90. +3)

Werder Bremen: Pavlenka (46. Kapino) - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - N. Sahin - M. Eggestein, Klaassen - M. Kruse - Osako (63. Pizarro), Rashica (87. Harnik)
SC Freiburg: Schwolow - N. Schlotterbeck, K. Schlotterbeck, Heintz - P. Stenzel (63. Frantz), Abrashi, Günter - Haberer, Grifo, J. Gondorf (81. L. Waldschmidt) - Niederlechner (81. Höler)
Zuschauer: 41000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Kohfeldt hatte im Vergleich zum vergangenen Spiel bei Borussia Mönchengladbach (1:1) zwei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen: Für Johannes Eggestein (muskuläre Probleme) und Sebastian Langkamp (Ersatzbank) rückten Yuya Osako und Milos Veljkovic ins Team. Letztgenannter hatte auch die erste gute Chance. Nach Ecke von Milot Rashica köpfte der Innenverteidiger recht unbedrängt den Ball knapp über das Tor der Gäste (5.), die auch in der Folgezeit von den Norddeutschen zur Defensivarbeit gezwungen wurden. Für Gefahr sorgten die Grün-Weißen aber nur, wenn es schnell ging - wie in der 18. Minute, als Max Kruse diagonal zu Rashica passte, der wiederum sofort scharf zur Mitte ablegte, wo Osako den Ball über das Gehäuse schoss. Solche Gedankenblitze gab es viel zu selten.

Und auf einmal traten die Breisgauer offensiv in Erscheinung. Jerome Gondorf erblickte bei einem Konter den im Zentrum freistehenden Teamkollegen Florian Niederlechner, seine Flanke von der rechten Außenbahn unterband Werder-Keeper Jiri Pavlenka stark (35.). Es war ein Weckruf für Werder, im Offensivspiel endlich zielstrebiger zu werden. Kapitän Kruse ging voran, zwang SC-Torhüter Alexander Schwolow in der 38. Minute zuerst mit einem Kopfball, dann mit einem Schuss aus 20 Metern zu Glanzparaden. Das Remis zur Pause ging in Ordnung, da auch Freiburg durch Vincenzo Grifo noch eine sehr gute Möglichkeit hatte (44.).

Pizarro bringt viel Schwung ins Bremer Spiel

Während der Pause war Kohfeldt zu einem Wechsel gezwungen. Für Pavlenka, der sich bei seiner Rettungstat am Oberschenkel verletzt hatte, kam Ersatzkeeper Stefanos Kapino. Der 25 Jahre alte Grieche absolvierte sein erstes Bundesligaspiel für Werder. Wie in Durchgang eins kam Bremen auch im zweiten Abschnitt schnell zur ersten Gelegenheit: Kruse setzte Rashica ein, und dessen gefühlvolle Flanke nutzte am hinteren Pfosten Davy Klassen zu einem Volleyschuss. Freiburgs Keven Schlotterbeck klärte jedoch für seinen schon geschlagenen Keeper auf der Torlinie (52.). Aber ebenso wie vor der Pause war auch diesmal der Elan nicht nachhaltig. Die Konsequenz: Kohfeldt entschied sich dazu, einen neuen Impuls zu bringen - Stürmer-Oldie Claudio Pizarro kam für Osako (63.). Wenig später verfehlte er mit einem Flachschuss knapp das Tor (70.).

Klaassen und Gebre Selassie treffen

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Davy Klaasen ließ die Werder-Fans jubeln.

Werder blieb dran. Und das zahlte sich aus. Rashica lupfte den Ball zum hinteren Pfosten, wo Klaassen zum 1:0 (76.) einköpfte. Der Treffer wurde durch den Videobeweis als regulär bestätigt, demnach hatte der Niederländer beim Zuspiel nicht im Abseits gestanden. Bremen setzte jetzt nach. Zunächst zwang Pizarro mit einem Flachschuss Schwolow zu einer Glanztat (83.), eine Minute später köpfte Theodor Gebre Selassie eine Flanke von Kruse zum 2:0 ein. In der dritten Minute der Nachspielzeit verkürzte Luca Waldschmidt für Freiburg noch auf 1:2, doch Werder durfte kurz darauf den Sieg feiern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 13.04.2019 | 15:30 Uhr