Stand: 22.08.2020 10:46 Uhr

Werder Bremen kalkuliert mit Zuschauern ab Januar

Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry spricht auf der Mitgliederversammlung des Vereins. © picture alliance / dpa / Carmen Jaspersen Foto: Carmen Jaspersen
Werder Bremens Geschäftsführer hofft auf Zuschauer und den KfW-Kredit.

Fußball-Bundesligist Werder Bremen hofft darauf, dass spätestens ab dem neuen Jahr wieder Zuschauer in die Stadien dürfen. Die Hanseaten sind auf die Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf angewiesen: "Unsere Kalkulation sieht vor, dass spätestens ab Januar wieder vor Publikum gespielt werden kann. Wenn nicht, müssen wir neu rechnen und über weitere Kredite nachdenken", erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry in einem Interview des Online-Portals "deichstube.de". Immerhin: Obwohl noch gar nicht feststeht, wann wieder vor Fans gespielt werden darf, hat Werder - wie im Vorjahr - 25.000 Dauerkarten verkauft. 99 Prozent der Dauerkarten-Besitzer hätten ihre Tickets verlängert, teilten die Norddeutschen am Sonnabend mit.

Kommt der KfW-Kredit, ist die Saison durchfinanziert

Als Folge der Corona-Krise fehlen den Bremern aus Einnahmen der vergangenen und der neuen Saison rund 30 Millionen Euro. Werder hat daher bereits bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Kredit beantragt. "Wenn wir den bekommen, dann ist die Saison komplett durchfinanziert", sagte Filbry, der zugleich betonte, dass es sich dabei um keine Staatshilfe handele: "Der Kredit wird durch eine Bürgschaft des Staates zu 80 Prozent abgesichert und wird normal getilgt und mit Zinsen zurückgezahlt. 16 Vereine aus der Ersten und Zweiten Liga haben einen solchen Antrag gestellt."

Gespräche über einen erneuten Gehaltsverzicht der Profis

Sollte es mit dem Kredit - und auch mit der Rückkehr der Fans - nicht klappen, muss Werder "andere Finanzierungsmöglichkeiten" finden, wie Filbry darlegte. Ohnehin soll es in den kommenden Wochen Gespräche mit den Spielern über einen erneuten Gehaltsverzicht geben. "Im Frühjahr hat das gut geklappt, da kam der Impuls sogar aus der Mannschaft, und alle haben mitgemacht. Das ist nicht selbstverständlich", sagte Filbry. Im administativen Bereich habe Werder bereits vier Millionen Euro eingespart, beispielsweise durch gekürzte Reisebudgets oder einen Investitionsstopp. Zudem gebe es im kompletten Unternehmen keine Gehaltserhöhungen und in einigen Bereichen noch Kurzarbeit.

Konkurrenz der Investorenclubs wird größer

Filbry bezeichnete Werder als "klassischen Mittelstandsclub", der sich einer stetig wachsenen Konkurrenz aus Investorenclubs ausgesetzt sieht: "Wir haben Wolfsburg, Hoffenheim, Leipzig, Leverkusen und jetzt auch noch Hertha dazubekommen. Da hat sich der Wettbewerb einfach verändert, weil über andere Kanäle deutlich mehr Geld in die Branche geflossen ist." Aussichtslos sei die Lage für Werder aber dennoch nicht: "Auch als guter Mittelstandsclub können wir eine außergewöhnliche Saison spielen. Das haben wir 2018/2019 mit dem achten Platz gezeigt. Dafür muss aber alles passen."

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.08.2020 | 11:25 Uhr

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