Stand: 16.06.2020 23:19 Uhr

Werder Bremen kämpft tapfer, aber Bayern ist Meister

von Johannes Freytag, NDR.de
Bremens Theodor Gebre Selassie © Groothuis/Witters/Pool/Witters Foto: TimGroothuis
Bremens Theodor Gebre Selassie bot wie seine Abwehrkollegen gegen München eine gute Leistung.

Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat das Wunder verpasst und die erwartete Niederlage gegen Bayern München kassiert. Beim 0:1 (0:1) am Dienstagabend zeigten die Norddeutschen aber vor allem im ersten Durchgang eine starke Leistung. Robert Lewandowski erzielte kurz vor dem Halbzeitpfiff den einzigen Treffer des Tages und sicherte seiner Mannschaft damit den achten Meistertitel in Folge. Für die tapfer kämpfende Elf von Trainer Florian Kohfeldt geht es nun in den verbleibenden zwei Spielen in Mainz und im eigenen Stadion gegen Köln darum, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen.

"Ich glaube, dass wir heute - insbesondere in der Schlussphase - einen Punkt verdient gehabt hätten", sagte Kohfeldt: "Die Leistung war absolut okay, ich bin trotzdem sehr enttäuscht, dass wir keinen Punkt geholt haben."

Lewandowski bestraft starke Bremer

Die Münchner legten im Weserstadion los, als ob sie noch vor 21 Uhr Meister werden wollten. Früh attackierten sie die Grün-Weißen und kamen durch Lewandowski zur ersten hochkarätigen Torchance - die Volleyabnahme des Polen wurde jedoch zur Ecke geklärt (2.).

Werder ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und sorgte mit schnellem Umschaltspiel seinerseits für Gefahr vor dem Münchner Gehäuse: Theodor Gebre Selassie traf nach Flanke von Leonardo Bittencourt nur das Außennetz (9.). Kurz darauf zielte Bittencourt zwar besser, aber Manuel Neuer hatte keine Mühe mit dem halbhohen Versuch (13.). Beim Distanzschuss von Maximilian Eggestein wäre der deutsche Nationaltorhüter womöglich machtlos gewesen, der Ball streifte aber nur den linken Außenpfosten (18.).

Die Kohfeldt-Elf zeigte einen starken Auftritt, schmiss sich in jeden Zweikampf und kaufte den Bayern im strömenden Regen so den Schneid ab. Pech für die Hausherren, dass ein Nachtreten von Alphonso Davies gegen Bittencourt nur mit Gelb geahndet wurde - über einen Platzverweis hätte sich der Kanadier nicht beschweren dürfen (19.).

Trotz des großen Werder-Engagements ließen sich Münchner Torgelegenheiten natürlich nicht gänzlich vermeiden: Kingsley Coman köpfte knapp am Tor vorbei (23.), Jerome Boateng versuchte es flach aus knapp 20 Metern - kein Problem für Werder-Keeper Jiri Pavlenka (33.). Kurz vor der Pause zappelte der Ball dann aber doch im Bremer Netz: Bei einer Hereingabe von Boateng spekulierte die Werder-Defensive auf Abseits, das Lewandowski jedoch mit einem geschickten Laufweg vermied - der Pole nahm im Strafraum den Ball mit der Brust an und vollendete trocken zum 1:0 für die Gäste (43.).

Dominante Bayern lassen Werder laufen

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein einseitiges Spiel. Die Bayern ließen Ball und Gegner laufen, ohne dabei allerdings viele zwingende Torchancen zu kreieren. Ein schöner Hackentreffer von Lewandowski wurde zurecht nicht anerkannt, weil Flankengeber Thomas Müller zuvor im Abseits gestanden hatte (55.).

Kohfeldt brachte in Josh Sargent (für Milot Rashica) und Fin Bartels (für Bittencourt) zwei frische Offensivkräfte, am Geschehen auf dem Rasen änderte das jedoch nichts. Werder kam kaum über die Mittellinie - und wenn, war der Ball schnell wieder weg. Versuche, Sargent oder Osako steil zu schicken, wurden von Bayern-Keeper Neuer in bekannter Manier weit vor dem eigenen Strafraum per Kopf oder Fuß geklärt.

Gelb-Rot für Münchens Davies

32.Spieltag, 16.06.2020 20:30 Uhr

Werder Bremen

0

Bay. München

1

Tore:

  • 0:1 Lewandowski (43.)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic (88. Pizarro), Vogt (46. Langkamp), Moisander, Friedl - M. Eggestein, Klaassen (84. Füllkrug) - Bittencourt (62. Sargent), Rashica (62. Bartels) - Osako
Bay. München: Neuer - Pavard, Boateng, Alaba, Davies - Kimmich, Goretzka - Coman, Müller, Gnabry (82. Lucas Hernández) - Lewandowski
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Elf Minuten vor dem Ende kassierte Münchens Defensivmann Davies die Gelb-Rote Karte - würde Werder die Überzahl nutzen können? Im Gegenteil, Bayern stürmte nun noch energischer: Coman vergab die beste Torgelegenheit der zweiten Spielhälfte, als er aus kurzer Distanz am gut reagierenden Pavlenka scheiterte (82.). Kurz darauf kam Lewandowski nach Coman-Flanke einen Schritt zu spät (83.).

Kohfeldt riskierte nun alles, brachte erst Niclas Füllkrug und kurz vor dem Ende auch noch Claudio Pizarro. Es reichte dennoch nur noch zu einer gefährlichen Strafraumszene: Osakos Kopfball parierte Neuer (90.) - danach hielten die Müncher ihre Gegner erfolgreich in Schach und durften anschließend den Titelgewinn feiern.

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 16.06.2020 | 18:00 Uhr

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