Stand: 10.07.2020 12:44 Uhr

Werder Bremen hält an Trainer Kohfeldt fest

Fußball-Bundesligist Werder Bremen setzt trotz der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte, in der der Klassenerhalt lediglich in der Relegation gelang, auf Kontinuität. Trainer Florian Kohfeldt bleibt ebenso im Amt wie Sportchef Frank Baumann. Das gaben die Norddeutschen am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt. Der Beschluss sei das Ergebnis mehrtägiger Gespräche zwischen Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Trainer, erklärte Geschäftsführer Klaus Filbry, der von einer "sehr offenen, ehrlichen und selbstkritischen Aufarbeitung" sprach.

Kohfeldt: "Darf mir so nicht wieder passieren"

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt zeigte sich in der Analyse der Saison selbstkritisch. Er räumte eigene Fehler in der Trainingssteuerung vor allem in der Saisonvorbereitung ein.

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Bode: "Wir sind selbstkritisch und selbstbewusst"

Personell geht es also weiter wie bisher, dennoch bedeute dies kein "Weiter so", sagte Aufsichtsratschef Marco Bode. "Bei aller Bereitschaft, sich zu verändern: Werder muss auch Werder bleiben." In der Betrachtung der Ursachen für die katastrophale Saison sei man "geschlossen zu der Überzeugung gekommen", an den sportlich Verantwortlichen festzuhalten. "Wir sind selbstkritisch, aber auch selbstbewusst, dass wir es im nächsten Jahr besser machen können."

Kohfeldt räumt Fehler ein

Kohfeldt, der zuletzt auch mit Liga-Konkurrent TSG Hoffenheim in Verbindung gebracht worden war, hat an der Weser noch einen Vertrag bis 2023. Der 37-Jährige betonte, dass er selbst "keine Forderungen gestellt" habe.

"Durch die Saison hat sich die finanzielle und sportliche Situation geändert. Es wird im neuen Jahr ein anderer, intensiver Weg. Ich habe extrem viel Lust, diesen Weg zu gehen."

Er sei nach wie vor überzeugt von der Mannschaft, mit der er in der kommenden Saison "mutigen, attraktiven und möglichst erfolgreichen Fußball spielen" wolle. Zugleich räumte der Werder-Coach eigene Fehler ein: Vor allem die falsche Trainingssteuerung und die daraus resultierende riesige Verletzungsmisere kreidete sich Kohfeldt an: "Das darf mir nicht noch einmal passieren. Ich war getrieben von dem Ehrgeiz, die Mannschaft auf ein anderes athletisches Niveau zu heben. Die Mannschaft war dazu nicht bereit. Der Fehler lag bei mir."

Baumann von Kohfeldt "absolut überzeugt"

Sportchef Baumann hatte bereits unmittelbar nach dem 2:2 in Heidenheim erklärt, an Kohfeldt festhalten zu wollen: "Florian hat in dieser Saison gezeigt, dass er auch schwierige Situationen meistern kann. Deshalb gibt es für mich da keine Frage. Ich bin weiter absolut von ihm überzeugt."

In seiner Analyse ("wir haben unser Saisonziel klar verfehlt") gestand Baumann, notwendige Veränderungen im Club "nicht konsequent und schnell genug" umgesetzt zu haben. Hauptursache für den sportlichen Misserfolg sei aber die Verletztenmisere gewesen. So habe beispielsweise ein "Regulativ" für den Trainer gefehlt, wie Max Kruse es in der vergangenen Saison gewesen sei. Niclas Füllkrug hätte die Rolle ausüben sollen und können, sei aber eben lange verletzt gewesen.

Mindereinnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro

In Sachen Kaderplanung hielt sich Baumann noch zurück, sagte aber auch: "Wir gehen davon aus, dass wir den einen oder anderen Stammspieler verlieren werden. Es ist notwendig, dass wir Geld einnehmen." Eine zweistellige Millionensumme hat Werder bereits über die Kaufverpflichtungen bei den bisherigen Leihspielern Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt ausgegeben. Geschäftsführer Filbry hatte zuvor das Defizit des Vereins für die abgelaufene und die kommende Saison auf 30 Millionen Euro beziffert. Ursachen seien hier hauptsächlich die Mindererlöse wegen der Corona-bedingten Geisterspiele sowie die geringeren Einnahmen beim TV-Geld.

Marco Bode: "Werder muss auch Werder bleiben"

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Werder Bremens Aufsichtsratschef Marco Bode mahnt, bei der kritischen Analyse der Saison die Philosophie des Vereins nicht zu vergessen. Auch deshalb geht es mit demselben Führungspersonal weiter.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 10.07.2020 | 12:25 Uhr

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