Stand: 07.06.2020 10:04 Uhr

Vor Wolfsburg-Spiel: Kritik an Werder wird lauter

Der Tross von Werder Bremen auf der Tribüne © picture alliance/nordphoto Foto: gumzmedia
Der Werder-Tross auf der Tribüne versucht, die Mannschaft zu pushen.

Vor dem heutigen Bundesliga-Nordduell zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg (13.30 Uhr/im NDR Livecenter) ist das rein Sportliche in den Hintergrund gerückt. Nach Frankfurt kritisierten auch die "Wölfe" das Verhalten der Bremer während der Spiele. Werder-Manager Frank Baumann findet die Diskussion "absurd".

Den Re-Start in der Bundesliga hat Werder Bremen zu seinen Gunsten genutzt. Mit sieben Punkten aus fünf Spielen ist die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt wieder mittendrin im Kampf gegen den Abstieg. Die zuvor schon fast abgeschriebenen Hanseaten haben nur noch drei Zähler Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Doch wie sich der Werder-Tross an der Seitenlinie und auf der Tribüne verhält, ist nunmehr Gegenstand großer Kritik.

Hütter und Glasner fordern Respekt und Solidarität

Frankfurts Trainer Adi Hütter war zuletzt während der Partie, die seine Eintracht mit 3:0 in Bremen gewann, mit der "Bremer Bank" aneinandergeraten.

Verantwortliche und Ersatzspieler sorgten einerseits für lautstarke Unterstützung. Hütter beklagte aber vor allem, dass sie durch häufiges Reklamieren immer wieder auch versucht hätten, die Schiedsrichter zu beeinflussen. Der Österreicher hatte gerade Torwart-Trainer Christian Vander dafür kritisiert, "bei jeder Entscheidung hochzuspringen", und hinzugefügt: "Das hat etwas mit Respekt zu tun."

In dieselbe Kerbe schlug nun auch Coach Oliver Glasner vom VfL Wolfsburg vor dem Nordduell - und ging noch einen Schritt weiter: "Gerade Werder Bremen hat während der Corona-Pause sehr häufig von Solidarität gesprochen. Deshalb wäre es jetzt auch ein Zeichen der Solidarität, die Atmosphäre im Stadion nicht zu den eigenen Gunsten auszunutzen."

Anders ausgedrückt: In einem vollbesetzten Stadion könnte die Bank gar nicht solch einen Einfluss ausüben mit ihrem "Tohuwabohu und Radau" (O-Ton Glasner).

Baumann: "Das ist abenteuerlich und absurd"

Womöglich haben die Bremer im Versuch, die elf Spieler auf dem Feld zu Höchstleistungen zu pushen, tatsächlich hier und da den Bogen überspannt. Manager Frank Baumann wollte das allerdings nichts hören und machte sich sogar über die Kritik(er) lustig: "Die Atmosphäre zu kritisieren, ist abenteuerlich, absurd. Wir würden vor einem Spiel gegen Borussia Dortmund auch nicht darum bitten, dass die Südtribüne leise sein soll." Er könne "nichts Schlechtes dabei finden, wenn wir die Mannschaft so nach vorne treiben, wie sie es in der besonderen Situation benötigt".

"Da wird etwas in Zusammenhang gebracht, was so nicht zusammenpasst. Dass wir uns für einen ligaweit einheitlichen Einstieg ins Mannschaftstraining ausgesprochen haben, war fair und legitim. Aber jetzt wollen wir Leidenschaft und Zusammenhalt durch die Ersatzspieler auf das Feld projizieren." Frank Baumann

Werder hofft auf Sturmduo - VfL mit Guilavogui

Am Mittwoch gegen Frankfurt hatte die Mannschaft allerdings enttäuscht. Immerhin könnten die zuletzt angeschlagenen Milot Rashica und Leonardo Bittencourt die Offensive gegen Wolfsburg wieder verstärken. Aber auch wenn sie am Sonnabend zurück auf dem Trainingsplatz waren, sagte Kohfeldt: "Ich kann keine finalen Aussagen zu den beiden treffen."

Bei den Wolfsburgern, die am vergangenen Wochenende ebenfalls gegen Frankfurt (1:2) den Kürzeren gezogen hatten, macht das bevorstehende Comeback von Josuha Guilavogui nach monatelangen Knieproblemen Hoffnung. "Er ist als Kapitän und Führungsspieler ein ganz wichtiger Faktor für die Mannschaft", sagte Glasner, der hofft, dass sich die Mannschaft vom Bremer Verhalten "nicht aus dem Tritt bringen lässt". Denn wie die Bremer im Kampf gegen den Abstieg brauchen die Wolfsburger die Punkte ebenfalls dringend - um sich für die Europa League zu qualifizieren.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.06.2020 | 23:05 Uhr

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