Stand: 30.10.2019 20:18 Uhr

Werder gegen Heidenheim spielend leicht weiter

von Florian Neuhauss, NDR.de
Werder Bremen feiert nach vier Remis in der Liga in Folge wieder einen Pflichtspielsieg.

Werder Bremen ist spielend leicht ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der Bundesligist gewann am Mittwochabend sein Heimspiel gegen den klassentieferen 1. FC Heidenheim souverän mit 4:1 (4:1). Bereits nach 18 Minuten hatte die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt die Partie gegen indisponierte Gäste entschieden und konnte danach Kräfte für die Erste Liga sparen. Freude löste Mitte der zweiten Hälfte auch das Comeback von Yuya Osako aus. Der so stark in die Saison gestartete Japaner hatte wegen einer schweren Oberschenkelverletzung seit Mitte September gefehlt. "Wir waren von Anfang an voll da und haben dann das ganze Spiel klar bestimmt", freute sich Werder Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede.

Auf wen Werder im Achtelfinale trifft? Die Auslosung findet am Sonntag im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund statt und wird im Rahmen der Sportschau ab 18 Uhr live im Ersten übertragen.

Rashica bringt Bremen früh auf Kurs

Selten wurde ein Klassenunterschied im Pokal so schnell so deutlich. Werder führte nicht nur früh mit 3:0, es war die Art und Weise, wie sich der ambitionierte Zweitligist in der Anfangsphase im Weserstadion präsentierte.

2.Spieltag, 30.10.2019 18:30 Uhr

Werder Bremen

4

Heidenheim

1

Tore:

  • 1:0 Rashica (6.)
  • 2:0 Bittencourt (11.)
  • 3:0 Klaassen (18.)
  • 4:0 Friedl (40.)
  • 4:1 Schnatterer (45. +1, Handelfmeter)

Werder Bremen: Pavlenka - Lang, Veljkovic, Langkamp, Friedl - Bargfrede (68. Osako) - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt (46. J. Eggestein) - Sargent, Rashica (74. Goller)
Heidenheim: Eicher - Busch, Mainka, Hüsing, Theuerkauf - Griesbeck (46. Föhrenbach), Dorsch (68. Biankadi), Kerschbaumer, Schnatterer - Leipertz, Otto (46. Schimmer)
Zuschauer: 38663

Weitere Daten zum Spiel

Bereits in der sechsten Minute traf Milot Rashica zum 1:0 für die Hausherren. Der Kosovare konnte ungestört durchs Mittelfeld laufen und zeigte den Heidenheimer Statisten dann mit einem schönen Schlenzer vom Sechzehner ins lange Eck, wie gehobene Bundesliga-Qualität aus der Nähe aussieht.

Fünf Minuten später bekam die FCH-Abwehr um den Ex-Bremer Oliver Hüsing dann erneut Anschauungsunterricht. Diesmal wurde Joshua Sargent beim Lauf Richtung Sechzehner viel zu spät gestört. Der US-Amerikaner passte zu Leonardo Bittencourt, der mit einem wuchtigen Schuss zum 2:0 traf. Beim dritten Treffer half Hüsing dann unfreiwillig mit, als er mit dem Rücken den Schuss von Davy Klaassen unhaltbar für Torhüter Vitus Eicher abfälschte (18.). Die Beschreibung "Werder wie im Training" würde die Qualität der Bremer Übungseinheiten herabwürdigen...

Die deutliche Führung tat dem Spiel allerdings nicht gut. Den Bremern war anzumerken, dass sie den Fuß vom Gas nahmen. Die Gäste, eigentlich als spielfreudige Kämpfer bekannt, spielten schlecht und kämpften nicht. Zur Freude der Fans im Stadion gab es zumindest noch einmal Grund zum Jubeln: Mit einem herrlichen Pass in die Gasse spielte Klaassen den aufgerückten Marco Friedl frei. Der Linksverteidiger behielt vor Eicher die Nerven und schob lässig ein (40.).

Elfmeter-Geschenk für Heidenheim

Und trotzdem ging es mit (verständlichem) Bremer Unmut in die Kabinen. Unmittelbar vor der Pause tauchten die Heidenheimer nämlich doch noch mal im Strafraum auf. Bei einer Hereingabe bekam Friedl aus kurzer Distanz den Ball an den herabhängenden Arm, der durch den Treffer zurückschwang. Eigentlich ein klarer Fall des nicht strafwürdigen Handspiels. Doch es gab Elfmeter, und Kapitän Marc Schnatterer verwandelte souverän zum 1:4. Schiedsrichter Daniel Schlager war sich seiner Sache allerdings sehr sicher und wies auf dem Weg in die Kabine Friedl und Kohfeldt unwirsch ab.

Erster Pflichtspielsieg seit dem 14. September

Das Tor blieb freilich nur Ergebnis-Kosmetik. Die Bremer hätten sogar noch höher gewinnen können. Aber Eicher rettete im Stile eines Volleyballers und "pritschte" den Kopfball Sargents (48.) sowie den Distanzschuss von Rashica (53.) weg. Acht Minuten später traf Sargent aus aussichtsreicher Position den Ball nicht, kurz darauf verfehlte Rashica mit seinem Schuss das Tor knapp.

Heidenheim verdiente sich nach der Pause zumindest ein "Teilgenommen" - und kam zu ein paar Abschlüssen. Joker Stefan Schimmer (50.), Schnatterer (66.) und der ebenfalls eingewechselte Merveille Biankadi (80.) verschafften dem lange beschäftigungslosen Werder-Fänger Jiri Pavlenka ein bisschen Bewegung. Nachdem der erste Gegentreffer Kohfeldt schon so aufgeregt hatte, machten die Bremer aber nicht den Fehler, sich noch einen einzufangen. So feierten die 38.663 Zuschauer mit Sprechchören und La Ola in der Schlussphase den ungefährdeten ersten Pflichtspielsieg seit dem 14. September.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 30.10.2019 | 23:03 Uhr