Werder Bremens Trainer Markus Anfang © IMAGO / Nordphoto Foto: Carmen Jaspersen

Werder Bremen: Viele offene Fragen beim Trainingsstart

Stand: 21.06.2021 10:04 Uhr

Werder Bremen ist in die Vorbereitung für die erste Zweitliga-Saison seit 41 Jahren gestartet. Beim ersten Training unter dem neuen Coach Markus Anfang war in Anthony Jung lediglich ein Neuzugang mit von der Partie.

Der 29 Jahre alte ehemalige deutsche U20-Nationalspieler soll Werders Defensive verstärken. Dort besteht nicht nur wegen des Abgangs von Niklas Moisander und Theodor Gebre Selassie Bedarf - auch die EM-Fahrer Marco Friedl und Ludwig Augustinsson dürften den Gang in die Zweite Liga kaum mitmachen wollen. "Anthony kann Dreierkette und mehrere Positionen in der Viererkette spielen. Er ist sehr variabel. Er bringt eine positive Energie und eine Siegermentalität in unsere Mannschaft, die nach dem Abstieg wichtig für uns ist", freute sich Anfang über die Neuverpflichtung von Bröndby Kopenhagen.

Anfang: "Wiederaufbau vor Wiederaufstieg"

39 Profis stehen aktuell noch unter Vertrag, 23 Spieler begrüßte Anfang am Wochenende. Ein permanentes Kommen und Gehen ist in den kommenden Tagen und Wochen zu erwarten, mit einem klaren Trend zur Verschlankung. Bis zum Trainingslager soll das Aufgebot auf 26 bis 27 Akteure ausgedünnt werden. "Wir müssen erst aufbauen, müssen Säulen bedienen. Dann Spieler bekommen, die die Mannschaft besser machen. Und am Ende kommen die Ergebnisse. Wiederaufbau vor Wiederaufstieg", sagte Anfang. Man wolle die "Riesenchance" nutzen, einiges umzustrukturieren.

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Cichon kommt als Co-Trainer

Einen Zugang gab es im Trainerteam. Anfang lotste seinen langjährigen Assistenten Tom Cichon an die Weser, mit dem er schon in Kiel, Köln und Darmstadt zusammengearbeitet hatte. Chefanalyst Mario Baric hingegen verlässt Werder und geht zu Borussia Dortmund. Seine Aufgaben übernehmen Sören Quittkat und Andre Pawlowski, die seit einem Jahr zu Werders Analyse-Abteilung gehören.

Kader-Zusammenstellung noch unklar

Die momentan noch sehr groß geratene Trainingsgruppe setzt sich aus Spielern zusammen, die die Hanseaten aus finanziellen Gründen abgeben wollen, Akteuren, mit denen der Wiederaufstieg gelingen soll, und Profis, die von ihren Leihclubs zurückgekehrt sind. "Wir würden uns natürlich wünschen, dass wir den Kader schon deutlich weiter gestaltet hätten", sagte Sportchef Frank Baumann. Bis auf einen Torhüter sucht Werder Personal auf jeder Position.

Aus privaten Gründen fehlte Milos Veljkovic beim Trainingsstart - ebenso wie Benjamin Goller und Simon Straudi, die freigestellt sind, um sich einen neuen Club zu suchen. Kevin Möhwald, Felix Agu, Niclas Füllkrug, Ömer Toprak, Maximilian Eggestein und Leonardo Bittencourt sollen bleiben. Aber wollen sie auch? "Es gibt sehr viele Spieler, die signalisiert haben, dass sie die Sache wieder gutmachen wollen", berichtete Baumann aus internen Gesprächen, ohne Namen zu nennen. Zudem befasst sich Werder angeblich mit dem norwegischen Mittelfeldspieler Fredrik Aursnes, auch Stürmer Marvin Ducksch von Hannover 96 soll ein Kandidat sein.

Verkaufskandidaten: Sargent, Rashica, Friedl, Augustinsson, Pavlenka

Die durch den Abstieg und die Folgen der Coronavirus-Pandemie finanziell stark angeschlagenen Hanseaten müssen in jedem Fall noch Transfererlöse erzielen. So werden beispielsweise Josh Sargent und Milot Rashica beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt gehandelt. Auch Jiri Pavlenka, Augustinsson und Friedl gelten als Verkaufskandidaten.

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Trainingslager im Zillertal und vier Testspiele

Bevor der Bremer Tross wie gewohnt sein Trainingslager im Zillertal (1. bis 8. Juli) aufschlägt, stehen zwei Testspiele an: Am 27. Juni gastiert Werder bei Blau-Weiß Lohne, drei Tage später beim VfB Oldenburg. In Österreich trifft die Mannschaft von Trainer Anfang auf ZSKA Sofia (4. Juli) und Zenit St. Petersburg (7. Juli).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 19.06.2021 | 23:03 Uhr

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