Kevin Möhwald von Werder Bremen © imago images / Nordphoto

Werder Bremen: Möhwalds Leidenszeit vor dem Ende

Stand: 17.10.2020 10:51 Uhr

Wie kann Werder Bremen den Abgang von Davy Klaassen kompensieren? Die Partie am heute in Freiburg wird erste Antworten geben. Ein Langzeitverletzter steht vor seinem Comeback.

Das durch die Corona-Pandemie aufgerissene Finanzloch hat der Fußball-Bundesligist durch die Veräußerung des Niederländers an Ajax Amsterdam etwas stopfen können. Sportlich dürfte der Verlust jedoch vorerst schwer zu kompensieren sein, zumal kein Ersatz für den 27-Jährigen verpflichtet wurde. Möglicherweise aber kann ein Akteur perspektivisch in die Klaassen-Rolle schlüpfen, der aufgrund einer langen Verletzungspause schon ein wenig in Vergessenheit geraten ist: Kevin Möhwald.

Comeback nach fast 14 Monaten Pause?

Sein bis dato letztes Bundesliga-Spiel bestritt der gebürtige Erfurter am 24. August des vergangenen Jahres gegen die TSG Hoffenheim (2:3). Hernach setzte den 27-Jährigen eine Knieoperation beinahe ein Jahr lang außer Gefecht. In ganz kleinen Schritten kämpfte sich "Möh", wie der zentrale Mittelfeldmann gerufen wird, wieder an die Mannschaft heran. Ein Einsatz im U23-Team am 12. September gegen Atlas Delmenhorst (0:0) war für Möhwald eine Art Generalprobe, ob das Knie unter Wettkampfbedingungen hält.

Nun steht der vormalige Nürnberger vor seinem Erstliga-Comeback. Er wurde von Coach Florian Kohfeldt für die Begegnung heute (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) beim SC Freiburg erstmals wieder ins Aufgebot berufen. Die Partie findet ohne Zuschauer statt, da in Freiburg die Inzidenzzahl den Grenzwert von 35 übersteigt.

Kohfeldt sieht Möhwald nicht als Klaassen-Ersatz

 "Er ist mit Sicherheit keiner, der in Freiburg 90 Minuten spielen kann, aber er ist jetzt wieder eine Alternative, und das ist wichtig", erklärte Kohfeldt. Der Trainer will seinen langzeitverletzten Mittelfeldakteur behutsam wieder an das Team heranführen. Und er will ihn nicht zu sehr unter Druck setzen. Möhwald als Klaassen-Nachfolger? Nicht für den Übungsleiter: "Das sind nominell andere Spielertypen." Der 37-Jährige scheint eher damit zu liebäugeln, die vormaligen Aufgaben des Niederländers auf mehrere Akteure zu verteilen.

Leonardo Bittencourt und Maximilian Eggestein sind nun in der Zentrale fraglos noch mehr gefragt. Möhwald könnte, wenn er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, ein weiterer wertvoller Baustein für das Bremer Gebilde werden.

Vielleicht ja schon in Freiburg? "Ich bin auf einem guten Weg, und den Rest entscheidet der Trainer", sagte der Comebacker in spe nach dem Testspiel am 9. Oktober gegen den FC St. Pauli. Zum 4:1-Erfolg gegen den Zweitligisten steuerte der Mittelfeldmann zwei Vorlagen bei und bewarb sich so eindrucksvoll zumindest für ein paar Einsatzminuten in der Beletage.

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Auch Toprak und Rashica wieder einsatzbereit

Neben Möhwald könnten in Verteidiger Ömer Toprak und Angreifer Milot Rashica zwei weitere zuletzt verletzte Spieler im Breisgau zu ihrem Bundesliga-Saisondebüt für die Hanseaten kommen. Nur sehr selten war die Personalsituation in den vergangenen Monaten so entspannt bei Werder wie jetzt. Kohfeldt hat die Qual der Wahl - trotz des Klaassen-Abgangs.

Mögliche Aufstellungen

SC Freiburg: Müller - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter - Santamaria, Höfler, Sallai, Grifo - Petersen, Höler
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Friedl, Augustinsson - M. Eggestein, Mbom, Bittencourt, Chong, Sargent - Füllkrug

Weitere Informationen
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Sportclub | 16.10.2020 | 22:45 Uhr

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