Werder Bremens Maximilian Eggestein bejubelt seinen Last-Minute-Treffer in Düsseldorf. © IMAGO / Revierfoto

Werder Bremen: "Das war ein Brustlöser"

Stand: 01.08.2021 11:27 Uhr

Seit dem 7. April, dem 1:0 im Pokal-Viertelfinale in Regensburg, hat Werder Bremen auf diesen Moment gewartet: Endlich wieder ein Pflichtspiel gewonnen. An der Weser herrscht kollektive Erleichterung.

Der letzte Erfolg in einem Punktspiel liegt sogar noch länger zurück. Am 10. März hatten die Bremer in der Bundesliga mit 2:0 bei Arminia Bielefeld gewonnen. Entsprechend groß fiel die Freude bei den Hanseaten aus: "Es war so wichtig, endlich wieder ein Pflichtspiel gewonnen zu haben", sagte Trainer Markus Anfang nach dem spektakulären und in der Schlussphase sogar dramatischen 3:2 (1:0) bei Fortuna Düsseldorf: "Das Schönste war, dass unsere gesamte Bank nach dem 3:2 aufs Feld gesprintet ist. Da sieht man, was das für ein Brustlöser war. Die Mannschaft soll dieses Gefühl genießen."

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Anfang: "Wichtig war die Reaktion"

Die Bremer gingen in Düsseldorf durch ein "Wechselbad der Gefühle", wie Kapitän Ömer Toprak die Torfolge in der üppigen Nachspielzeit treffend beschrieb. "So etwas kann auch dazu führen, dass man zusammenbricht. Wichtig war die Reaktion. In der 94. Minute den Ausgleich zu bekommen, ist ja wie eine Niederlage", erklärte Anfang. Doch sein Team gab sich nicht auf und kam durch einen von Fortunas Ausgleichstorschützen Narey verursachten Strafstoß doch noch zum Siegtreffer durch Maximilian Eggestein (90.+6). "Ich habe nicht viel überlegt. Einer muss es ja machen", sagte der Siegtorschütze. "Wenn du in der letzten Minute doch noch gewinnst, ist das ein geiler Sieg", befand Kapitän Toprak.

Toprak: "Diese Ergebnisse geben Selbstvertrauen"

Bei aller Freude über die vier Zähler aus den ersten beiden Spielen - für Werder war der Sieg nur ein erster kleiner Schritt in der neuen Liga. "Punktetechnisch ist das okay, spielerisch haben wir noch einen weiten Weg zu gehen. Das müssen wir von Woche zu Woche verbessern", sagte Eggestein. Toprak sieht das ähnlich: "Es ist ein Prozess. Wir sind abgestiegen, waren in einem Negativstrudel und haben jetzt ein neues Spielsystem. Wir haben so viele junge Spieler dabei, da braucht es einfach Zeit, aber diese Ergebnisse geben Selbstvertrauen."

"Wir waren in einer schweren Situation in der Nachspielzeit, aber es ist keine Option, dann aufzugeben. Vielleicht war der Fußballgott dann heute auf unserer Seite." Bremens Doppeltorschütze Josh Sargent

Auch für den neuen Trainer war der Erfolg wichtig. Anfang hatte nach dem enttäuschenden Auftakt gegen Hannover (1:1) nicht alles umgestellt, Ruhe bewahrt und die Philosophie der kleinen Schritte gewählt. Der 47-Jährige legt großen Wert auf den Zusammenhalt in der Truppe und hat auch nur Kleinigkeiten geändert. Anthony Jung, der vor dem Spiel Vater geworden ist, fehlte und wurde durch Marco Friedl ersetzt. Zudem kam Romano Schmid für Felix Agu in die Startelf.

Klappt es nun auch mit dem ersten Heimsieg seit Februar?

Wie es an der Weser weitergeht hängt nun auch vom Personal ab. Werder muss aus finanziellen Gründen noch Spieler verkaufen, was natürlich auch Verlust von Qualität bedeutet. Doch für Werders Coach, der die Liga bestens kennt, ist unabhängig davon klar: "Jeder hat gemerkt, wie schwer es ist, Spiele in der zweiten Liga zugewinnen. Aber es tut uns gut, diese Partie noch auf diese Art und Weise zu ziehen." Und dann klappt es vielleicht in zwei Wochen (gegen Paderborn) auch mit einem Heimsieg - der letzte Erfolg im Weserstadion liegt nämlich schon mehr als sieben Monate zurück: Am 26. Februar gab es ein 2:1 gegen Eintracht Frankfurt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 31.07.2021 | 23:03 Uhr

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