Eine Eckfahne mit dem Vereinswappen von Werder Bremen © imago images/Claus Bergmann

Werder Bremen: Aufsichtsrat tritt aus Protest gegen Bode zurück

Stand: 17.08.2021 17:30 Uhr

Beim Fußball-Zweitligisten Werder Bremen droht neben einer sportlichen Misere eine Palast-Revolution. Weil sich der Aufsichtsratsvorsitzende Marco Bode vor Sportchef Frank Baumann gestellt hat, wirft ein Mitglied des Gremiums die Brocken hin.

Zwei Tage nach der 1:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn teilte der Bundesliga-Absteiger mit, dass das langjährige Aufsichtsratsmitglied Thomas Krohne sein Mandat niedergelegt hat. Der 59-Jährige reagierte damit auf das Verhalten von Bode, der am Sonntag eine Trennung vom zuletzt heftig kritisierten Sport-Geschäftsführer Baumann ausgeschlossen hatte.

Krohne kritisiert Bode

"Es ist für mich als noch amtierendes Aufsichtsratsmitglied (…) nicht akzeptabel und nachvollziehbar, wenn der Vorsitzende unseres Gremiums öffentlich gegenüber der Presse weitere Schritte gegen den Sportchef ausschließt, ohne dass dies zuvor mit allen Mitgliedern des Gremiums bezogen auf den aktuellen Anlass diskutiert worden ist", schrieb Krohne in einer Mail an das Portal "Deichstube". "Das Vertrauen in ein transparentes und demokratisches Miteinander, das unabdingbare Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit im Aufsichtsrat wäre, gerade angesichts der aktuellen Situation von Werder, ist bei mir nicht mehr gegeben", wird Krohne weiter zitiert.

Bode schloss Trennung von Baumann aus

Eine Trennung von Baumann kommt laut Bode nicht infrage. Baumann steht bei den Anhängern des Erstliga-Absteigers in der Kritik, weil die Grün-Weißen auch nach drei Spieltagen in der Zweiten Liga immer noch ohne zahlreiche dringend benötigte Neuzugänge dastehen. Am Sonntag hatte es im mit knapp 21.000 Zuschauern besetzten Weserstadion gellende Pfiffe und "Baumann raus"-Rufe gegeben. Sowohl Baumann als auch Bode hatten die Transferpolitik mit Blick auf die schwierige finanzielle Gesamtsituation des Traditionsvereins begründet. Die Bremer müssen zunächst Einnahmen generieren. Werder hat derzeit vier Punkte. Und wird aller Voraussicht nach nun auch noch Stammspieler Maximilian Eggestein zum SC Freiburg ziehen lassen.

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Bode: "Finde Schritt bedauerlich"

Bode zeigte sich am Dienstag überrascht von Krohnes Entschluss. "Ich muss das zur Kenntnis nehmen und finde den Schritt bedauerlich. Zu den Inhalten seiner Erklärung möchte ich mich aber nicht äußern", sagte er bei deichstube.de.

Krohne wollte sich bei der Mitgliederversammlung am 5. September ohnehin nicht mehr zur Wahl stellen. Auch Bodes Zeit an der Spitze des Gremiums geht dann zu Ende. Bis zur nächsten Hauptversammlung der Kapitalgesellschaft rückt Philipp Mertens in den Aufsichtsrat nach.

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Sport aktuell | 17.08.2021 | 18:25 Uhr

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