Ein als Weihnachtsmann verkleideter Greenkeeper © Witters

Weihnachtsfest für Fußballprofis: Kurz - oder gar nicht

Stand: 23.12.2020 10:55 Uhr

Besinnliche Weihnachten, im Kreise der Familie? Für viele Fußballprofis ist das in diesem Jahr ein Wunschtraum. Reisen nach Hause sind für ausländische Profis aufgrund der Corona-Krise kaum möglich oder von den Vereinen untersagt. Hinzu kommt eine so kurze Spielpause, wie sie die Bundesliga seit über 30 Jahren nicht erlebt hat.

Werder Bremen bittet seine Profis am 28. Dezember wieder zum Training, beim VfL Wolfsburg geht es einen Tag später zurück auf den Platz und der abstiegsbedrohte Zweitligist FC St. Pauli macht bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag weiter. Corona-bedingt ist der Fußball-Terminkalender pickepackevoll. DFB-Pokal wird bis ran an den Heiligabend gespielt, am 2. Januar geht es mit dem Liga-Fußball weiter.

"Wir leben im 21. Jahrhundert, aber es gibt Spieler, die Weihnachten nicht mit ihren Eltern feiern können. Das ist für mich die Tragik an der ganzen Geschichte." Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner

Für Werder-Profis wie Joshua Sargent oder Yuya Osako bedeutet das, dass Heimreisen in die USA beziehungsweise nach Japan definitiv flachfallen. Und selbst wenn mehr Zeit wäre, wegen der Corona-Bestimmungen gilt nahezu bei allen Clubs der Ersten und Zweiten Liga: Wer nach einer Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müsste, darf nicht weg.

Baumann: "Bremen ist auch an Weihnachten sehr schön"

"Es gibt keine strikte Ansage, in Bremen zu bleiben", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt: "Aber es gibt auch kaum einen, der wegfahren will." Die klare Vorgabe sei, dass sich alle an die Vorschriften halten, ergänzte Geschäftsführer Frank Baumann: "Bremen ist auch an Weihnachten sehr schön, sodass fast alle Spieler auch Weihnachten in Bremen verbringen werden." Man müsse sich mit der Situation arrangieren, das sei sicher "nicht optimal, aber die eine oder andere Familie wird nach Bremen kommen".

Auch Wolfsburg versucht, die Angehörigen der betroffenen Profis nach Deutschland zu holen. Trotz alledem sei es für die Spieler wichtig, mal drei, vier Tage mit ihren Familien zu verbringen, erklärte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner. Das sei ohnehin nur im engsten Kreis möglich, und "ich habe großen Respekt davor, wie sie damit umgehen". Sportchef Marcel Schäfer hob dabei die Situation der südamerikanischen VfL-Profis hervor, denen man "unter die Arme gegriffen" habe, damit auch sie ihre Familien sehen - alles immer im engen Austausch mit Gesundheitsamt und Behörden.

Corona-Test-Regelung verkürzt die Pause

Das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit verpflichtenden Corona-Tests vor Ort kommt noch hinzu: In der spielfreien Zeit sind in der Bundesliga zwei PCR-Testungen innerhalb einer Woche bei einem Abstand von maximal fünf Tagen durchzuführen. Bei Clubs, die den Trainingsbetrieb länger als fünf Tage unterbrechen, seien vor dem ersten Mannschaftstraining zwei negative Tests mit einem Abstand von mindestens 24 Stunden notwendig.

Für die Spiele des HSV, die mit dem Sieg in Karlsruhe kurz vor dem Fest auf Tabellenplatz zwei der Zweiten Liga kletterten, bedeutet das, dass der Weihnachtsurlaub nur bis zum nächsten Sonntag währt. Verreisen ist ohnehin nicht erwünscht, wie Sport-Vorstand Jonas Boldt noch einmal klarstellte. Man könne es zwar nicht verbieten, setze aber auf Vernunft. Nach dem Corona-Test am Sonntag soll ab Montag wieder trainiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 23.12.2020 | 16:25 Uhr

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