Stand: 25.05.2020 14:36 Uhr

Vorsicht, Heimspiel: Werder empfängt Gladbach

Heimvorteil? Welcher Heimvorteil? Bei Werder Bremen reagiert man auf diesen vermeintlichen Bonus nicht nur wegen der derzeit angesagten sogenannten Geisterspiele mit Sarkasmus. Auf die Frage, was er vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Dienstag (20.30 Uhr / im Livecenter von NDR.de) gegen die eklatante Heimschwäche der Grün-Weißen zu unternehmen gedenke, antwortete Trainer Florian Kohfeldt: "Stadion umbenennen geht nicht. Da würde der Sponsor Ärger machen." Von den nur fünf Siegen in dieser Saison haben die Bremer erst einen vor den eigenen Fans eingefahren - am dritten Spieltag gegen Augsburg (3:2), das ist fast neun Monate her.

Kohfeldt: Noch acht Endspiele

Kein Wunder, dass beim Tabellenvorletzten nach dem glücklichen 1:0 in Freiburg die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen. Kohfeldt jedenfalls, der sich vor dem Freiburg-Spiel emotional weit aus dem Fenster gelehnt hatte, ist sich offenbar selbst nicht sicher, ob der Erfolg im Breisgau der Auftakt zur überfälligen Aufholjagd war oder wieder nur ein Strohfeuer: "Die Frage habe ich mir auch gestellt. Jedem muss klar sein, dass wir nicht mehr viele Chancen bekommen werden. Wir hatten neun Endspiele, von denen wir das erste gewonnen haben. Jetzt haben wir noch acht", sagte der Werder-Coach.

Restprogramm mit fünf Heimspielen

Das Restprogramm von Werder Bremen

30. Mai, 15.30 Uhr: Schalke 04 (A)
3. Juni, 20.30 Uhr: Frankfurt (H)
7. Juni. 13.30 Uhr: Wolfsburg (H)
13. Juni, 15.30 Uhr: Paderborn (A)
16. Juni, 20.30 Uhr: Bayern München (H)
20. Juni, 15.30 Uhr: Mainz 05 (A)
27. Juni, 15.30 Uhr: 1. FC Köln (H)

Fünf davon sind Heimspiele - angesichts der Saisonbilanz aber eher ein Nachteil. Von der Papierform her sind Champions-League-Anwärter Gladbach und Bayern München (16. Juni) im Restprogramm die dicksten Brocken. Beide Hochkaräter treten ebenso wie Eintracht Frankfurt im Nachholspiel (3. Juni), der VfL Wolfsburg (7. Juni) und Köln am letzten Spieltag (27. Juni) an der Weser an. Mit einem Auswärtssieg in Paderborn (13. Juni) könnte Werder das Schlusslicht noch selbst auf Distanz halten. Aber die jetzt noch drei Punkte entfernten Düsseldorfer auf dem Relegationsplatz kann Werder aus eigener Kraft schon nicht mehr einholen.

Friedl fit, Vogt vielleicht

Dass die Düsseldorfer in Köln einen 2:0-Vorsprung vergaben und Werder wieder näherkommen ließen, bekam Kohfeldt nur am Rande mit. Er sei schon wieder im Tunnel gewesen für das nächste Spiel gegen Gladbach. "Wir spielen gegen ein absolutes Topteam der Liga. Sie haben vor allem in der Offensive eine unglaubliche Wucht", sagte der Coach. Wenngleich Werders 1:4-Niederlage gegen Leverkusen nach Gladbachs 1:3-Pleite gegen die Werkself in einem anderen Licht erscheinen mag.

Seine überraschend sattelfeste Abwehr (erst das zweite Zu-Null-Spiel der Saison) muss Kohfeldt wohl nicht umstellen. Marco Friedl (Oberschenkelprobleme) wird rechtzeitig fit. Ludwig Augustinsson (muskuläre Probleme) kehrt in den Kader zurück. Und auch bei Kevin Vogt, der in Freiburg früh mit einer Hüftprellung vom Platz musste, hat Kohfeldt die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Im Angriff dürfte Josh Sargent vorerst Davie Selke aus der Startelf verdrängt haben. "Wichtig ist, dass wir uns auf die Leistung auf dem Platz konzentrieren", sagte der Coach: "Und nicht daran denken, dass wir eine katastrophale Heimsaison spielen." 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 26.05.2020 | 20:00 Uhr

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