John Anthony Brooks (Wolfsburg) und Joshua Sargent (Bremen) im Kopfballduell. © WITTERS Foto: TimGroothuis

VfL auf Champions-League-Kurs - Werder braucht Schulterblick

Stand: 20.03.2021 17:26 Uhr

Der VfL Wolfsburg hat das Nordduell in der Fußball-Bundesliga gegen Werder mit 2:1 (2:1) gewonnen und steuert weiter auf Kurs Champions League. Die Bremer sind nach zwei Niederlagen gegen Topteams wieder in Alarmbereitschaft.

von Ines Bellinger

Die völlig verdiente Heimniederlage am Sonnabend im Weserstadion brachte die Grün-Weißen zum einen in der Gesamtbilanz gegen den Tabellendritten ins Minus. 19 Siegen stehen nun 20 Niederlagen gegen den VfL gegenüber. Zum anderen verharren die Bremer nach der zweiten Pleite nacheinander bei 30 Punkten und müssen im Kampf gegen den Abstieg den Blick wieder auf die Konkurrenz hinter ihnen richten. Nach der Länderspielpause geht es am Ostersonntag mit der Partie beim VfB Stuttgart weiter. Wolfsburg, das mit dem 14. Saisonsieg in Bremen die 50-Punkte-Marke knackte, hat einen Tag vorher Heimrecht gegen den 1. FC Köln.

Arnold: Nationalelf nein - "Königsklasse" vielleicht

"Wir hätten das Spiel eher zumachen müssen", sagte Wolfsburgs Maximilian Arnold. Zur greifbar nahen Qualifikation für die "Königsklasse" äußerte er sich eher defensiv: "Im Fußball geht einiges sehr, sehr schnell. Ich habe das leider schon erlebt." Über seine Nichtnominierung für die Nationalmannschaft sei er enttäuscht: "Man kann nicht mehr machen, als gute Leistungen zu bringen", sagte er. Auf Werder-Seite wurde das Ergebnis klaglos akzeptiert. "Unterm Strich muss man eingestehen, dass die Niederlage in Ordnung geht", sagte Bremens Kevin Möhwald. Mit Blick auf den schnellen Rückstand nach einem Freistoß räumte er ein: "Es ist uns schon öfter passiert, dass ein Standard reingeht, daran müssen wir arbeiten."

Frühes Eigentor von Sargent

Standards vermeiden und in den Zweikämpfen robust dagegenhalten. Die Maxime, die Werder-Trainer Florian Kohfeldt ausgegeben hatte, war schon nach wenigen Minuten hinfällig. Arnold trat eine Freistoßflanke in den Bremer Strafraum, wo der in die Startelf zurückgekehrte Maxence Lacroix ziemlich freistehend Josh Sargent anköpfte. Von dessen Hinterkopf senkte sich der Ball als Bogenlampe über Torhüter Jiri Pavlenka hinweg ins Tor (8.). So hatte sich der Amerikaner das Aufstocken seines Trefferkontos (5) sicher nicht vorgestellt. Das Wolfsburger 1:0 wurde als Eigentor des Bremers gewertet.

Gegen die Effizienz der Niedersachsen ist in der Bundesliga-Rückrunde kein Kraut gewachsen, auch im Nachbar-Bundesland Bremen nicht. Nicht so krass wie Bayern München, aber immer noch deutlich genug zeigte der VfL den Grün-Weißen ihre Grenzen auf. Weit vor dem Strafraum prallten die zaghaften Offensivbemühungen der Werderaner am starken Defensivverbund der Gäste ab. Den ersten Schuss aufs VfL-Tor setzte Sargent in der 40. Minute ab. Koen Casteels fing ihn locker ab.

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Jubiläumstor für Weghorst - Möhwald mit dem Anschluss

Auf der Gegenseite vereitelte Pavlenka eine Doppelchance von Arnold und Lacroix (33.), gegen den frei vor ihm auftauchenden Wout Weghorst war er dann machtlos. Mit seinem 17. Saisontor und dem insgesamt 50. Bundesliga-Treffer im Trikot des Werksclubs stellte der Niederländer auf 2:0 (42.). Dass Werder nach einem Freistoß von Ludwig Augustinsson dank Möhwald der Anschluss glückte (45.), war die am wenigsten absehbare Entwicklung vor der Pause. Es war erst der zweite Schuss aufs Wolfsburger Tor.

Pavlenka verhindert Schlimmeres

Auch wenn es zwischen den beiden Clubs schon häufiger hoch her ging - zum Torfestival wie beim 5:3 im Hinspiel entwickelte sich das Nordduell diesmal nicht. Auch weil der aufmerksame Pavlenka bei zahlreichen VfL-Chancen Finger und andere Körperteile im Spiel hatte. Hervorzuheben ist seine Rettungstat im Doppelpack, als er zunächst einen verdeckten Aufsetzer aus der Distanz von Weghorst wegkratzte und den Nachschuss von Kevin Mbabu mit dem rechten Fuß abwehrte (62.). Kohfeldt besserte mit Niclas Füllkrug und Leonardo Bittencourt in der Offensive nach. Das brachte zwar etwas mehr Spielanteile für die Gastgeber, aber nur eine Halbchance, als Casteels Füllkrugs Direktabnahme nach Bittencourt-Vorlage erst im Nachfassen unter Kontrolle brachte (77.). Allerdings hätte der Schuss das VfL-Tor wohl ohnehin verfehlt. Auch der Abschluss von Davie Selke war zu harmlos (90.+4).

Die kämpferische Einstellung der Bremer war vorbildlich, konnte ihre limitierten Möglichkeiten aber nicht kaschieren. Am Sieg der Wolfsburger gab es letztlich nichts zu deuteln. Vielleicht fiel er sogar etwas zu knapp aus.

26.Spieltag, 20.03.2021 15:30 Uhr

Werder Bremen

1

VfL Wolfsburg

2

Tore:

  • 0:1 Sargent (9., Eigentor)
  • 0:2 Weghorst (42.)
  • 1:2 Möhwald (45.)

Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic (88. Agu), Toprak, Friedl - Gebre Selassie, Möhwald (82. Osako), Augustinsson - M. Eggestein, Schmid (58. Bittencourt) - Sargent (58. Füllkrug), Rashica (82. Selke)
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Brooks, Gerhardt - Schlager (90.+5 Philipp), Arnold - R. Baku, Mehmedi (86. Guilavogui), Brekalo (74. Victor) - Weghorst
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 20.03.2021 | 13:00 Uhr

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