Stand: 05.08.2020 09:11 Uhr

VfL Wolfsburg kämpft in Kiew um Ticket für Finalturnier

Maximilian Arnold. © imago images / Sven Simon
Wolfsburgs Maximilian Arnold tritt mit einem mulmigen Gefühl in Kiew an.

Fast fünf Monate ist es her, dass der VfL Wolfsburg den ukrainischen Serienmeister Schachtjor Donezk zum Achtelfinal-Hinspiel der Europa League empfing. Die Partie fand wegen der Coronavirus-Krise ohne Zuschauer statt und endete mit einem 2:1-Sieg der Gäste. Danach ruhte der Ball in nahezu allen europäischen Ligen wegen der Pandemie. Die nationalen Meisterschaften hatten nach dem Re-Start Vorrang, sodass die Niedersachsen erst heute (18.55 Uhr, im Live-Ticker bei NDR.de) die Gelegenheit haben, Revanche für die Pleite vom 12. März zu nehmen und den Rückstand aufzuholen.

Glasner fordert Begeisterung und Emotionalität

Immerhin: Bei einem Rückspiel nur sieben Tage später hätte wohl kaum jemand mehr an einer Wende geglaubt. Das hat sich in den vergangenen Wochen aber geändert. Donezk hat seinen Spielrhythmus verloren und Wolfsburg mit der Ansetzung des Europa-League-Endrundenturniers in vier deutschen Städten sogar noch eine zusätzliche Motivation bekommen, dieses Achtelfinale noch einmal zu drehen. "Wir wollen das Europa-League-Turnier als Chance sehen und uns auf der internationalen Bühne präsentieren", sagte VfL-Trainer Oliver Glasner: "Der VfL Wolfsburg stand noch nicht so oft im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs. Auch als Spieler oder Trainer hast du das nicht jedes Jahr."

Die Wolfsburger kamen am Dienstag in Kiew an und absolvierten am Abend noch ein Abschlusstraining im Olympiastadion. "Natürlich ist das eine spezielle Situation, aber wir sind ja spezielle Situationen mittlerweile gewohnt. Es wird wichtig sein, dass wir mit großer Begeisterung und Emotionalität antreten", so Glasner.

Arnold kritisiert Ansetzung von Spiel in Kiew

Obwohl laut dem Robert Koch-Institut in der Ukraine eine erhöhte Gefahr für eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, blieb dem Bundesligisten nichts anderes übrig, als sich auf den Weg nach Kiew zu machen. Ein Nichtantritt wäre gleichbedeutend mit dem Achtelfinal-Aus. "Ein bisschen komisch ist es schon", hatte Wolfsburgs Mittelfeldakteur Maximilian Arnold zu seinem Gefühl vor der anstehenden Dienstreise gesagt. Er habe "kein Verständnis" für die Ansetzung. Der 26-Jährige betonte, er werde rund um die Partie versuchen, mit möglichst wenigen Menschen in Kontakt zu kommen. Er wolle seiner Arbeit nachgehen. Aber das mit aller Kraft. "Wichtig ist: Wir haben eine Chance. Und das muss in den Köpfen drin sein", betonte Arnold.

Glasner trotz Hinspiel-Pleite optimistisch

Der Sieger des Duells trifft bereits am kommenden Dienstag beim Endrundenturnier der besten acht Teams in Nordrhein-Westfallen auf den FC Basel oder Eintracht Frankfurt. Donezk sei "fußballerisch eine sehr gute Mannschaft", sagte Glasner: "Aber wir haben im Hinspiel auch gesehen, dass wir zu unseren Chancen kommen und ihnen gefährlich werden können." Wichtig sei es, die Geduld zu bewahren. "Dass wir jetzt bereits wissen, dass wir mindestens zwei Tore schießen müssen, ändert nichts an unserer Spielweise", erklärte der Trainer.

Wolfsburg ohne Quintett in die Ukraine

Der Österreicher muss in Kiew auf Rechtsverteidiger Kevin Mbabu verzichten, der vor dem Wiedereinstieg der "Wölfe" ins Training positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Dazu fehlen die langzeitverletzten Paulo Otavio und William sowie Renato Steffen (Gelbsperre) und Admir Mehmedi (Achillessehnenprobleme).

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Sport aktuell | 05.08.2020 | 21:25 Uhr

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